Claudias praktischer Ratgeber Elterncoaching

Elterncoaching

Was können Eltern lernen?
Eltern coachen

Die Idee zu diesem Beitrag bekam ich durch die Vortragsreihe "Kompetente Eltern" von Susanne Hübschle-Spaett. Es waren 5 Abende, die in 5 verschiedenen Kindergärten stattfanden. Nachfolgend die 5 Themen und was ich für mich "mitgenommen" habe:

 

Regeln – Grenzen – Konsequenzen

Für Kinder sind Regeln und Grenzen wichtig. Sie müssen wissen, was sie tun dürfen, was nicht und was passiert, wenn sie sich nicht daran halten.

Eine Regel könnte z. B sein, dass das Kinderzimmer abends immer aufgeräumt werden muss oder die Kinder ihr Geschirr und Besteck nach dem Essen selbst abräumen.

Grenzen testen Kinder spätestens im Trotzalter aus und wissen ganz schnell sehr genau, wie weit sie bei wem gehen können, dass z. B. die Oma mehr durchgehen lässt oder Papa schneller ja sagt.

Optimal sind logische Konsequenzen, wenn das Kind sich nicht an die Regeln hält. Ein Beispiel: Das Kind macht beim Essen Quatsch, wirft den Becher um und Essen auf den Boden. Statt Fernsehverbot erhält das Kind einen Lappen, um aufzuwischen, und Schaufel und Kehrbesen, um die Krümel aufzufegen.

Das Wort "nicht" wird oft überhört. Besser ist es, Sätze positiv zu formulieren. Statt "Ich möchte, dass du beim Essen nicht zappelst." könnte es heißen "Ich möchte, dass du beim Essen ruhig sitzen bleibst."

Ich-Botschaften kommen besser an als Du-Botschaften. Statt "Du sollst ..." ist es besser

"Ich möchte, dass du ... " zu sagen und eventuell eine Erklärung hinzuzufügen. Ein Beispiel ist die Verwendung von Schimpfworten, die durch die Reaktionen der Erwachsenen von Kindern gerne verwendet werden. Eine Erklärung, was die Worte bedeuten, dass sie verletzend und beleidigend sind, bringt meist mehr als ein Verbot.

 

Was Eltern zum Ausrasten bringt

Es gibt immer wieder kritische Situationen, die Eltern an die Nervenbelastungsgrenze bringen. Ein Beispiel: Die Eltern müssen zur Arbeit oder einem Termin und die Kinder spielen. Kinder sind genau wie wir immer mit total wichtigen Dingen beschäftigt. Ein Zuruf vom nächsten Raum bringt in der Regel nichts. Wichtig ist, dem Kind mit Blickkontakt und in Augenhöhe mitzuteilen "Wir gehen in 10 Minuten, ziehe dich bitte an." Die eigene Unruhe und Ungeduld überträgt sich in solchen Situationen auf das Kind. Manchmal hilft es, gedanklich oder tatsächlich den Raum zu verlassen, sich zu sammeln und beruhigen und dann dem Kind zu erklären "Ich bekomme Ärger mit meinem Chef, wenn ich nicht rechtzeitig da bin. Deshalb bitte ich dich, dich jetzt anzuziehen, damit wir gleich gehen können." Ich habe schon mehrfach festgestellt, dass in der Regel alles rund läuft, wenn ich ruhig und gelassen bin und mehr Zeit einplane. Dinge schieflaufen, wenn das nicht der Fall ist. Es gibt veschiedene mentale Übungen oder Yogaübungen, die man machen kann, um ruhig zu bleiben oder wieder zu werden. Da muss jeder für sich selbst ausprobieren, was wirkt.

 

Der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung

Lob und Ermutigung sind 2 wichtige Faktoren für eine gute Entwicklung des Kindes und sein Selbstvertrauen. Wenn ein Kind etwas gut gemacht oder freiwillig sein Zimmer aufgeräumt hat, verdient es ein Lob wie z. B. "Das hast du toll gemacht." Wenn ein Kind beim Basteln oder den Hausaufgaben nicht weiterkommt und aufgeben will, braucht es Ermutigung. Es ist außerdem noch hilfreich, wenn das Kind eine Bestätigung erhält, dass man seinen Frust, Ärger, Wut oder Enttäuschung versteht, dass es gerade nicht weiterkommt. Ein Beispielsatz: "Ich verstehe, dass du dich ärgerst, weil du nicht weiterkommst, bin mir aber sicher, dass du noch eine Lösung findest." Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Bestätigung und Ermutigung Kindern helfen, Aufgaben zu meistern.

 

Wie sag ich es meinem Kind

Der sprachliche Umgang und die richtige Kommunikation mit Kindern ist sehr wichtig. Wie bereits erwähnt kommen Ich-Botschaften besser an als negative Du-Botschaften (Beispiel Ärger mit dem Chef, wenn man zu spät kommt). Blickkontakt und Augenhöhe vereinfachen die Kommunikation.

Selbsterfüllende Prophezeiungen haben wohl alle Eltern schon mal erlebt. Ein Beispiel beim Klettern "Pass auf, dass du nicht runterfällst." Eben ist das Kind noch sicher das Kletternetz hinauf, bei diesem Satz wird es unsicher und fällt prompt runter.

Worte wie eigentlich, vielleicht, immer, aber, inhaltsarme nichtssagende Worte oder Floskeln sollten vermieden werden. Klare Aussagen machen, nachfragen, ob das Kind alles verstanden hat, oder darum bitten, das Gesagte zu wiederholen.

 

Leichter erziehen mit klaren Werten

Dafür ist es wichtig, die eigenen Werte zu kennen und zu vermitteln. Nachfolgend ein paar Beispiele, was und warum Eltern etwas wollen bzw. nicht wollen:

  • Das Kind soll nicht schlagen, weil Respekt und Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen wichtig sind.
  • Das Kind soll nicht lügen, weil Vertrauen und Ehrlichkeit wichtig sind.
  • Das Kind soll keine Schimpfworte verwenden, weil Höflichkeit wichtig ist.
  • Das Kind soll im Haushalt helfen, weil Hiflsbereitschaft wichtig ist.
  • Das Kind soll selbst fragen, weil Selbständigkeit wichtig ist.
  • Das Kind soll sein Zimmer aufräumen, weil Ordnung wichtig ist.

Auch hier sind Ich-Botschaften wichtig, dem Kind erklären, warum es den Eltern wichtig ist, dass es etwas tut bzw. nicht tut.

 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man Tipps von Dritten nicht immer 1:1 übernehmen kann, sondern auf die eigene Situation anpassen muss. Generell finde ich es wichtig, Kindern möglichst viel Liebe, Aufmerksamkeit und Motivation zu schenken, damit sie Selbstvertrauen und Selbständigkeit gewinnen.

 

Welche Punkte sind für Sie besonders wichtig?

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