Claudias praktischer Ratgeber zum Alter

In Würde altern

Wie stellen Sie sich Ihr Leben in Rente vor?
Wo wollen Sie im Alter leben?

Das Buch Himmelhochjauchzendhellblau von Dr. Ulrike Busch hat mich zu diesem Beitrag inspiriert.


Der wichtigste Punkt, wenn man alt wird, ist die Gesundheit, allein für sich sorgen zu können, kein Pflegefall zu sein. Wahrscheinlich wünscht sich fast jeder, in den eigenen 4 Wänden bleiben zu können. Durch Essen auf Rädern und ambulante Pflegedienste ist das auch mit gesundheitlichen Einschränkungen möglich.


Allerdings sind viele Wohnungen oder Häuser nicht mehr geeignet, wenn man z. B. gehbehindert ist. Wenn ich mir manche noch recht neue Häuser anschaue, frage ich mich, was die Architekten sich dabei gedacht haben, wenn es schon im Eingangsbereich 1 oder 2 Treppen gibt. Ein Problem für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung oder Mütter mit Kinderwagen. Optimal sind eine Treppe und daneben eine Rampe. Um mehr Wohnungen oder Häuser auf dem Grundstück zu bauen, wird schmaler, dafür mehrstöckig gebaut mit platzsparender Wendeltreppe. Ebenfalls beschwerlich. Treppenlifte können eine Lösung sein. In den meisten Geschäften gibt es Türen, wo man mit Kinderwagen oder Rollstuhl nur schwer die Tür aufbekommt. Es gibt viele schwer überwindbare Bordsteine im Straßenverkehr. Hier gibt es noch sehr viel Optimierungsbedarf.

 

Es ist auch wichtig, im Alter rüstig und aktiv zu sein, die Dinge intensiver zu machen oder nachzuholen, für die man früher zu wenig oder keine Zeit hatte.

Man sieht immer mehr Senioren, die mit E-Bike unterwegs sind, sei es in der Stadt oder bei Ausflügen. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass ein E-Bike von allein fährt, man müsse nicht treten. Das stimmt nicht. Ganz im Gegenteil, wenn Sie mehr treten, hält der Akku länger und Sie können länger fahren. Wandern, schwimmen, Gymnastik sind weitere Optionen. Hängt davon ab, welchen sportlichen Aktivitäten man in jungen Jahren nachgegangen ist.

E-Bikes sind übrigens auch eine gute Idee für Eltern mit Kindern, da sich der Fahrradanhänger so sehr viel leichter ziehen lässt. Für Einkäufe ist der Fahrradanhänger auch sehr hilfreich. Deshalb wird der Fahrradanhänger oft nicht ausrangiert, wenn die Kinder größer sind.


Noch ein weiterer wichtiger Punkt ist das Alleinsein. Wahrscheinlich wünscht sich jeder, mit seinem Partner alt zu werden. Nicht immer wohnt die Familie in der Nähe. Kinder und Enkelkinder bringen Abwechslung. Da es an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder fehlt, sind Leihopas und Leihomas gefragt. Durch Vereinsaktivitäten, Kurse, ehrenamtliche Tätigkeiten und dergleichen lassen sich Kontakte knüpfen und pflegen. Eine Senioren-WG ist keine schlechte Idee, um Gesellschaft zu haben und sich Kosten und Hausarbeit zu teilen. Schön ist es, wenn mehrere Generationen harmonisch unter einem Dach wohnen, die Jüngeren und Älteren sich gegenseitig helfen, Verständnis und Respekt entgegenbringen.


Leider ist Altersarmut heute auch ein Thema. Viele müssen in der wohlverdienten Rente arbeiten, damit es finanziell reicht.

 

Es gibt mittlerweile sogar Kurse und Coaching für die Vorbereitung auf die Rente. Manch einer fällt in ein schwarzes Loch nach den ersten Wochen, die noch wie Urlaub sind. Sich vorab Gedanken zu machen und Pläne zu schmieden ist sinnvoll.

 

Und wenn man doch nicht mehr allein zurechtkommt, sind hoffentlich Familie und Freunde da, die sich kümmern, oder das Geld für ein Pflegeheim oder eine Seniorenresidenz wie die Herbstsonne im oben erwähnten Buch mit nettem Personal, netten Mitbewohnern, guter Küche und vielen Möglichkeiten für Aktivitäten.

 

Und was wünschen Sie sich im Alter?


Ergänzung am 13.12.15

Wie man im Alter wohnt und lebt ist ein aktuelles Thema und es ist sinnvoll, sich möglichst früh damit zu beschäftigen und Vorkehrungen zu treffen. Im Bereich der Pflege gab es in 2015 einige Änderungen, weitere werden folgen. Auf der Seite von Baufi24.de gibt es ein E-Book "Wohnen und Leben im Alter" zum kostenlosen Download, das über folgende Bereiche informiert: 

  • Pflege und Betreuung ( Pflege von Angehörigen zu Hause, ambulante Pflege, Altenpflege).
  • Verschiedene Konzepte des Wohnens (betreutes Wohnen, barrierefreies und altersgerechtes Wohnen, alternative Konzepte wie Mehrgenerationenhäuser und Haus- und Wohngemeinschaften).
  • Finanzierung und Vorsorge.
  • Was in der Pflegereform 2015 neu ist.
  • Informationen für Angehörige.
Kommentare: 8 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Petra (Montag, 13 Oktober 2014 08:47)

    Ich glaube, das ist ein Thema mit dem sich jeder ab und an beschäftigt. Ich persönlich wünsche mir zumindest im Alter noch ebenso fit zu sein wie unsere " Hausomi" mit ihren 87 Jahren, denn sie strahlt immer noch so viel Gesundheit und auch Lust am Leben aus, wie wenig andere die ich in dieser Altersklasse kenne.

  • #2

    Ulrike (Montag, 13 Oktober 2014 08:54)

    Interessanter Beitrag!
    Seit mein Vater (87) fast gelähmt in einem Pflegeheim ist, sehe ich manches heute anders: Wenn ich im Alter auf Pflege angewiesen sein sollte, würde ich auf jeden Fall auch in ein Heim wollen. Ich habe im Moment keinen Partner, aber auch ein Partner ist keine Garantie dafür, dass man im Alter nicht alleine ist. Und auch ein Partner ist im Alter in der Regel mit der Pflege überfordert. Ein großer Vorteil eines Heimes ist auch, dass man dort nicht alleine ist. Ich habe eine pflegebedürftige Nachbarin, die nur noch drei mal täglich den Pflegedienst sieht. Und in der Zwischenzeit?
    Einen Vorteil hat unsere Generation: Viele sind gut per Facebook und anderen sozialen Netzwerken verbunden. Das muss sich im Alter ja nicht ändern. Also, wenn es soweit ist, nehme ich meinen Laptop und ziehe ins Altersheim. Eine Alternative wäre eine Alten-WG. Mal sehen! LG Ulrike

  • #3

    Claudia (Montag, 13 Oktober 2014 10:44)

    Hallo Petra,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Das gefällt mir auch, wenn ältere Menschen Gesundheit und Lust am Leben ausstrahlen.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #4

    Claudia (Montag, 13 Oktober 2014 10:50)

    Hallo Ulrike,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Pflege eines Angehörigen ist ein schwieriges Thema. Das ist vom Partner oder der Familie oft nicht zu bewältigen.
    Wenn ein pflegebedürftiger Mensch die Wohnung nicht mehr verlassen kann, ist er oft viel allein.
    Das ist auch ein wichtiger Punkt, den Du ansprichst, dass man es mit den sozialen Netzwerken einfacher hat, zu Hause Kontakte zu pflegen.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Egon (Montag, 13 Oktober 2014 11:07)

    Ein Beitrag der die wesentlichen Aspekte aufführt. Früher habe ich mir darüber keinerlei Gedanken gemacht. Jetzt mit über 50 kommt das immer näher an einem ran. Ich denke es ist erstrebenswert sich möglichst lange menschenwürdig in den eigenen vier Wänden selbst versorgen zu können. Demnächst steht eine Badrenovierung an, die wird dann heute schon behindertengerecht.
    Die heutige Pflegeversorgung vor allem in Pflegeheimen ist alles andere als optimal. Hier müsste dringend gegengesteuert werden um den dort lebenden Menschen trotz körperlicher Gebrechen ein vernünftigen Lebensabend zu ermöglichen.

  • #6

    Claudia (Montag, 13 Oktober 2014 11:17)

    Hallo Egon,
    vielen Dank für den Kommentar. Kann ich bestätigen, mit zunehmendem Alter macht man sich mehr Gedanken. Das ist vorausschauend, bei Renovierungen an das Alter zu denken. Stimmt, die Pflegeversorgung ist nicht optimal.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Ulrike Busch (Montag, 13 Oktober 2014 19:16)

    Besonders wichtig finde ich, auch dann noch Lebensfreude behalten und Perspektiven entwickeln zu können, wenn eine gravierende Wende wie der Umzug in ein Seniorenwohnheim unausweichlich ist. Wie das gelingen kann, habe ich bei meiner Mutter beobachten können, die das Glück hatte, ihre letzten Jahre in einer wunderschönen Seniorenwohnanlage verbringen zu können.
    Viele alte Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, warteten aber seit ihrem Einzug dort nur noch auf den Tod – und hatten doch noch einige Lebensjahre vor sich, die sie hätten gestalten und genießen können. Daher war es mir ein großes Anliegen, das Thema der Neuorientierung im Alter und sogar das einer neuen Liebe in meinem Buch „Himmelhochjauchzendhellblau“ aufzugreifen.
    Besonders traurig finde ich es darüber hinaus, dass vielen alten Menschen die Würde genommen wird, weil einfach keine Zeit für sie da ist. Viele, die auf Hilfe angewiesen sind, werden nur noch verwaltet und rein medizinisch gepflegt. Ich wünsche mir für mich und für alle Menschen, dass sie auch und gerade in hohem Alter mit ihrer Seele und ihrer Persönlichkeit wahrgenommen und respektiert werden.

  • #8

    Claudia (Montag, 13 Oktober 2014 19:23)

    Liebe Ulrike,
    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Das ist richtig, die Lebensfreude darf nicht verloren gehen, das Leben sollte gestaltet, nicht verwaltet werden.
    Viele Grüße
    Claudia