Claudias praktischer Ratgeber Blogparade Zuhören

Einfach nur zuhören

Nehmen wir das Gehörte richtig wahr?
Wer heute heute noch richtig zu?

Veronika Krytzner hat zu einer Blogparade zum Thema Zuhören eingeladen.

 

Das Zuhören ist der wichtigste Punkt in der Kommunikation. Ob das Gegenüber auch tatsächlich zuhört, merken wir einerseits an der Körpersprache, ob während des Gesprächs Blickkontakt besteht, Gesichtsausdruck und Mimik, der Gesprächspartner uns zu- oder abgewandt ist, die Arme verschränkt hat, die Hände in den Hosentaschen sind. Andererseits sind Kommentare und Fragen im Verlauf des Gesprächs auch ein Zeichen dafür, dass zugehört wird. Viele nehmen ihre Umwelt akustisch gar nicht wahr, weil sie z. B. mit MP3-Player unterwegs sind. Das Zuhören fängt schon sehr früh an und durchläuft mehrere Phasen: 

  • Babys im Mutterleib nehmen Geräusche, Stimmen und Musik aus ihrer Umgebung wahr.
  • Nach der Geburt reagieren sie positiv auf die vertrauten Stimmen der Eltern.
  • In der Trotzphase (meist zwischen 2 und 4 Jahren) wird der eigene Wille getestet und nicht auf das gehört, was die Eltern sagen.
  • In Kindergarten und Schule muss gelernt werden, auf Erzieher und Lehrer zu hören.
  • In der Pubertät gibt es meist wieder eine Phase, wo nicht gerne zugehört wird.
  • In der Ausbildung und später im Beruf müssen wir auf Lehrer, Abteilungsleiter, Chef, etc. hören.
  • Privat haben wir Familie, Freunde und Bekannte, auf die wir hören oder nicht.
  • Im Alter hören wir oft nicht mehr gut und es kann deshalb zu Missverständnissen kommen.

Unser ganzes Leben lang gibt es Menschen, auf die wir hören oder nicht hören. Da die Technik immer besser wird, wird heute immer mehr über Smartphone oder soziale Netzwerke kommuniziert. Statt persönlich miteinander zu sprechen werden SMS versendet und im Netz Statusmitteilungen abgegeben. Auch im Internet stellt sich die Frage, ob richtig zugehört bzw. gelesen wird.

Wenn Menschen oder besonders Kinder im Flow sind, nehmen sie ihre Umgebung nicht oder kaum wahr und hören auch nicht zu.

 

Hier meine Antworten zu Veronikas Fragen:

 

Welche Erfahrungen hast Du mit Zuhören gemacht – beruflich und/oder privat?

Nicht alle Menschen hören beruflich und privat richtig zu. Kommentare und Antworten beziehen sich auf das Thema oder leider nicht, eine konkrete Frage wird nicht beantwortet. Häufig muss ich Fragen mehrfach wiederholen bis ich eine Antwort erhalte.


Was war dabei förderlich, was hinderlich?

Ein wichtiger Punkt bei Gesprächen ist Aufmerksamkeit, konkret auf den anderen einzugehen und nachzufragen. Oft sind es Missverständnisse, weil jeder eine andere Denkweise hat. Es nützt nichts, wenn beide Seiten dann immer wieder ihren Standpunkt wiederholen. Im Gegenteil, da sind dann schnell eine oder beide Seiten genervt, weil das Gespräch nicht vorwärts geht.


Welche Rolle spielt Zuhören in Deiner Arbeit bzw. in Deinem Beruf? Wie gehst Du damit um?

Gut zuhören bzw. aufmerksam lesen ist wichtig, um meine Arbeit richtig zu machen. Wichtige Dinge halte ich gerne schriftlich fest. Wenn ich merke, dass es Missverständnisse gibt, kläre ich lieber persönlich oder telefonisch und frage nach, um sicher zu sein, dass zugehört und ich richtig verstanden wurde.


Welche Empfehlungen hast Du?

Wenn es ein Missverständnis gibt, finde ich es wichtig, offen darüber zu sprechen und genau zuzuhören, was der andere sagt und wie er sich dabei verhält, da die Körpersprache und Kommentare Aufschluss geben, ob der andere zuhört und versteht. Oft hilft es, Dinge mit anderen Worten oder aus einer anderen Perspektive zu wiederholen, um gehört und verstanden zu werden.

 

Hören Sie immer richtig zu?

Kommentare: 14 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ann-Bettina (Mittwoch, 05 November 2014 10:48)

    Hallo Claudia,
    Leute, die nicht richtig zuhören können, finde ich extrem nervig. Ich muss zugeben, ich habe auch nicht allzu viel Geduld mit solchen Leuten und meide den Umgang mit Ihnen, wenn irgend möglich.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  • #2

    Claudia (Mittwoch, 05 November 2014 11:06)

    Hallo Ann-Bettina,
    vielen Dank für den Kommentar. Das stimmt, es ist auch anstrengend, wenn der Gesprächspartner nicht zuhört und man aneinander vorbeiredet.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Thomas (Mittwoch, 05 November 2014 14:51)

    Gut zuhören kann ich ganz gut, denke ich. Selbst bei Leute, die kein Ende finden, kann ich aufmerksam bei der Sache bleiben. Ich sehe das aber als Höflichkeit an, ich freue mich ja auch, wenn mir einer zuhört. Ich bekomme immer einen dicken Hals, wenn Mitmenschen sich mitten in einer Unterhaltung abwenden oder anfangen sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

    LG Thomas

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 05 November 2014 15:33)

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Stimmt, das ist dann auch eine Sache der Höflichkeit zuzuhören. Nicht jeder kann sich kurz fassen.
    Das finde ich auch unhöflich, wenn das Gespräch einfach beendet wird durch andere Aktivitäten. Passiert auch oft beim Essen, wenn dann plötzlich jeder mit seinem Smartphone beschäftigt ist.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Hans (Mittwoch, 05 November 2014 16:24)


    Hallo, zuhören gehört zum guten Ton m.E. Insofern kann ich das bereits gesagte nur noch mal unterstreichen, und ich zähl mich soweit auch zu den Leuten, die ganz gut zuhören können.
    HG Hans

  • #6

    Claudia (Mittwoch, 05 November 2014 16:57)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Stimme Dir zu, zuhören gehört zum guten Ton.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Veronika Krytzner (Mittwoch, 05 November 2014 20:32)

    Liebe Claudia
    ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Juhu, Du bist die erste, die meine Fragen beantwortet hat :-). Schöne Idee - wie Du das Zuhören vom Mutterleib bis hin zum Erwachsensein beschrieben hast. Mir fällt dazu noch ein, dass bei älteren Menschen das Hören oft nachlässt - dadurch entstehen mehr Missverständnis, die Kommunikation wird anstrengender und für Normalhörende wird die Fernsehlautstärke unerträglich (das erlebe ich gerade bei meinen Eltern ;-)). Von Herzen liebe Grüße Veronika

  • #8

    Claudia (Donnerstag, 06 November 2014 07:10)

    Liebe Veronika,
    vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Den Punkt mit dem Hören im Alter habe ich gleich noch ergänzt. Vielen Dank.
    Liebe Grüße
    Claudia

  • #9

    Vanderelbe (Freitag, 07 November 2014 12:56)

    Ich gebe zu, ich habe den Titel nicht richtig gelesen. Ich habe nämlich gedacht, du schreibst hier über das Zuhören von Blogparaden - also "Blogparaden zuhören". Ich weiß zwar nicht wie das hätte gehen sollen, aber deshalb war ich ja auch auf den Link gegangen ;)

    Um dennoch zum richtigen Thema meinen Senf abzugeben: Ich halte Zuhören so wichtig wie das Reden, gerade wenn der psychische Aspekt angesprochen wird. Man denke nur an verzweifelte Menschen, bzw. Menschen mit Problemen. Vielen muss einfach zugehört werden, schon geht es ihnen besser. Andere müssen einfach nur mal was raus lassen, schon geht es....

    Viele Grüße vom Zuhörer und Redner, jedoch heute.. fahrlässigem Leser
    Stefan

  • #10

    Claudia (Freitag, 07 November 2014 13:26)

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Interessant, wie Überschriften missverstanden werden können. Da Blogparaden verschiedene Themen aufgreifen, bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass das auch so verstanden werden könnte. Vielleicht wäre Blogparade Thema Zuhören besser gewesen.
    Du hast Recht, das Zuhören und das Reden gehören zusammen und gerade bei verzweifelten Menschen ist es besonders wichtig, gut zuzuhören.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #11

    Sylvi (Samstag, 08 November 2014 21:12)

    Hallo Claudia,

    einen sehr schönen "Zuhör-Lebenslauf" hast Du da beschrieben. :-)

    ich finde, dass es immer weniger Menschen gibt, die richtig zuhören können. Also eigentlich kenne ich bis auf meinen Partner, diverse Freundinnen und 1-2 Kollegen nicht viele Menschen. Traurig aber wahr.

    Beruflich - die Kollegen und passiert ständig. Ich unterhalte mich, dann stürmt ein anderer Kollege hinein und plappert unmittelbar los. Derjenige, mit dem ich mich gerade unterhalten habe, wendet sich diesem sofort zu, anstatt erst einmal "Einen Moment!" zu erwidern. Dann stelle ich das Gespräch sofort ein. Und ich habe auch schon einmal trotzig geantwort, wenn er sich mir wieder zuwandte "Nö, jetzt mag ich nicht mehr weitersprechen." Ist tatsächlich schon in ähnlicher Form hin und wieder mit Kollegen und Kolleginnen passiert.
    In solchen Situationen finde ich ganz wichtig, dem anderen zu signalisieren, dass man es als unhöflich wenn nicht sogar respektlos empfindet, wenn einem so "brutal" über den Mund gefahren wird. Meist merkt es der andere gar nicht.

    Beruflich - die Kunden: Mein Job ist mit hilfesuchenden Kunden verbunden, die mich fragen, wie sie was und wann beantragen müssen. Ganz schlimm sind oftmals Telefonate, dann wird während der Autofahrt erst einmal nach einem Stift gesucht, anstatt sich auf das Gespräch vorzubereiten. Die Antwort wird nicht abgewartet und eine neue Frage gestellt. Ganz häufig muss ich sagen, dass ich doch bitte erst einmal die Antwort zu Ende formulieren möchte, bevor die nächste Frage gestellt wird.
    Einfacher ist es in einem persönlichen Gespräch. In der Regel lasse ich mein Gegenüber erst einmal sein Anliegen ganz in Ruhe vorbringen, bevor ich etwas erwidere.
    Dabei finde ich Augenkontakt und eine entspannte (nicht zu lässige ;-) ) Sitzhaltung ganz wichtig.
    Ich wiederhole auch manchmal den Inhalt meines Gesprächspartners mit eigenen Worten. Einmal um Missverständnisse zu vermeiden, aber auch um dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ihm zugehört und verstanden hat. Wenn ich ihm adhoc nicht helfen kann, kommt nicht ganz so schnell schlechte Stimmung auf. :-)

    Privat - die Eltern: Naja, sie sind nicht mehr die Jüngsten, mein Papa ist schwerhörig, dazu sehr mitteilungsbedürftig und stellt auch mal Computerfragen am Telefon. Ich musste schon mal in den Hörer brüllen "Halloooo lass mich doch mal ausreden!."
    Eltern sind irgendwie ganz speziell. Man weiß, dass sie sich über Dinge auslassen, worüber unsereiner noch nicht einmal einen Gedanken verschwenden würde. Da muss man schon einmal sein eigenes Mitteilungsbedürfnis zurückstellen, was aber auch kein Problem für mich ist.

    Ups, das war jetzt ein langer Kommentar, sorry. ;)

    Gruß Sylvi

  • #12

    Claudia (Sonntag, 09 November 2014 12:02)

    Hallo Sylvi,
    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Da hast Du ein paar Situationen geschildert, die ich auch schon so erlebt habe. Schlimm finde ich es, wenn man die Leute darauf anspricht, dass es unhöflich ist, zu unterbrechen, nicht aussprechen zu lassen oder ein bestehendes Gespräch zu stören und das gar nicht eingesehen wird.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #13

    Nicole Meurer (Dienstag, 18 November 2014 10:04)

    Hallo Claudia Dieterle,

    ein Blogbeitrag ganz nach meinem Geschmack. Warum?
    Ich bin der Meinung es wird zu viel geredet, zu wenig gefragt und kaum noch zugehört.

    Grüsse aus Oberhausen
    Nicole Meurer

  • #14

    Claudia (Dienstag, 18 November 2014 14:55)

    Hallo Nicole Meurer,
    vielen Dank für den Kommentar. Stimmt leider, durch Smartphones und das Internet leidet die Kommunikation.
    Viele Grüße
    Claudia