Claudias praktischer Ratgeber Gegensätze und Konflikte

Gegensätze und Konflikte

Wie beurteile ich Menschen und Dinge?
Alles hat 2 Seiten oder mehr?

Das Buch Die 90°-Lösung von Ludwig Koneberg und Silke Gramer-Rottler hat mich auf die Gedanken in diesem Artikel gebracht.

Wir beurteilen Dinge und Menschen meistens in Gegensätzen. Etwas/jemand ist:

  • Süß oder sauer/scharf
  • Lang oder kurz
  • Rund oder eckig
  • Leicht oder schwer
  • Dick oder dünn
  • Fröhlich oder traurig
  • Sympathisch oder unsympathisch
  • Einfach oder schwierig
  • Schwarz oder weiß

Es gibt aber auch den Durchschnitt (z. B. bei der Körpergröße oder dem Gewicht) oder eine Mischung von beidem (z. B. grau oder Schokolade mit Chili). Die Mondsichel ist rund und eckig. Es können einem die Tränen kommen beim Lachen. Eine Arbeit, die man vorab für schwierig gehalten hat, geht dann doch einfacher von der Hand als gedacht. Ein Mensch, der uns beim 1. Treffen unsympathisch war, wird beim Kennenlernen doch sympathisch und zum Freund.


Die beiden Sprichwörter "Gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an" widersprechen sich. Dafür kann sich jeder das aussuchen, was für ihn passt.

 

Wir bewerten, beurteilen oder verurteilen oft auch mit diesen Gegensätzen, was unter Umständen dazu führt, dass wir die Mitte oder eine 3. Seite nicht sehen können oder wollen. Dinge und Menschen, die wir erleben, werden mit unseren Erfahrungen verglichen und kategorisiert. Das vereinfacht es uns, die unzähligen Eindrücke, die wir jeden Tag bewusst und unbewusst aufnehmen, besser zu verarbeiten. Aber es verhindert auch neue Perspektiven.


Bei einem Problem oder Konflikt sind wir in einem Spannungszustand, der meist ein negatives Gefühl wie Wut, Ärger, Frustration, Enttäuschung oder Niedergeschlagenheit beinhaltet.

Wir können uns jetzt ausschließlich mit der Spannung und dem negativen Gefühl beschäftigen, so dass sich nichts an der Situation ändert und sie unter Umständen sogar schlimmer oder als schlimmer empfunden wird, oder wir überlegen, welche Möglichkeiten wir haben, um aus dieser Situation herauszukommen.

 

Dem Zitat von Albert Einstein "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ kann ich nur zustimmen. Bei Problemen heißt es, sich neu zu orientieren, umzudenken und neue Wege zu gehen.

 

Mein Motto ist "Es gibt mehr Menschen, die aufgeben, als solche, die tatsächlich scheitern. Das Original heißt "Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern." und ist von Henry Ford.

Deshalb gebe ich nie gleich auf, sondern mache mindestens 2 - 3 Versuche und gehe vielleicht auch einen unbequemen neuen Weg.

 

Und wie sehen Sie die Dinge?

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Peter.Ehrlich (Mittwoch, 26 November 2014 09:07)


    Editieren
    Man redet gerne davon, gegen den Strom zu schwimmen. Die Meisten tun es dennoch nicht, weil sie den Konflikt scheuen. Aber gerade das ist es, einmal aus dem Hamsterrad herauszutreten und den Mainstream von einem anderen Standpunkt aus zu sehen. Genau das tue ich, wenn ich auf Reisen bin. Ich betrachte Probleme, wie sie auch in Deutschland bestehen und das emotionslos. Da kommen interessante Betrachtungsweisen heraus. Wenn ich darüber spreche, ernte ich meist Unverständnis. Es hat eine Weile gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, über das Warum? Ich verwende oft nicht das Vokabular des Mainstreams.

  • #2

    Ulrike (Mittwoch, 26 November 2014 10:37)

    Es ist wichtig zu wissen, dass Gegensätze dem Menschen eher auffallen als Gleiches. Bei der Beschreibung von Formen und Menschen fällt es leichter, dies mit Gegensätzen zu machen: "Dieser Mann ist kleiner als..." und nicht: "Der Mann ist 175 Zentimeter groß".
    Zu den Worten "aufgeben", "scheitern" möchte ich das Wort "loslassen" hinzufügen. Mich hat mein Durchhaltewille, also das "nicht aufgeben wollen" schon in schwierige Situationen gebracht. Da ist es manchmal richtig, etwas loszulassen, aufzugeben.
    Herzlichen Dank für den Artikel, der mich zum Nachdenken angeregt hat.
    LG
    Ulrike

  • #3

    Claudia (Mittwoch, 26 November 2014 11:14)

    Hallo Peter,
    vielen Dank für den Kommentar. Da hast Du einen wichtigen Punkt angesprochen, dass sich viele Menschen anpassen, um akzeptiert zu werden, nicht aufzufallen und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 26 November 2014 11:17)

    Hallo Ulrike,
    vielen Dank für den Kommentar. Das ist richtig, Gegensätze fallen mehr auf als Gleiches. Loslassen ist auch ein wichtiger Punkt, aber das mache ich nach 2 - 3 Versuchen, sonst weiß ich ja nicht, ob ich gescheitert wäre.
    Der letzte Satz hat mich besonders gefreut, dass mein Artikel zum Nachdenken angeregt hat.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Alex L (Mittwoch, 26 November 2014 15:28)

    Hallo Claudia,
    danke für diesen anregenden Beitrag und ich versuche auch nicht gleich aufzugeben und neue Wege zu gehen, wenn es nicht anders geht.

    Manche Sachen in meinem Leben waren Enttäuschungen, doch das muss man auch eingestehen und sich neu orientieren.

    Der erste Eindruck bei einer neuen Sache kann auch schnell täuschen, wenn man nur an der Oberfläche gekratzt hat und so sollte man ein wenig Zeit damit verbringen, sich diese Zeit lassen, um dann entscheiden zu können, ob es für einen etwas sein kann.

  • #6

    Claudia (Mittwoch, 26 November 2014 16:10)

    Hallo Alex,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Das stimmt, der 1. Eindruck ist oft nicht richtig, deshalb sollte man nicht vorschnell entscheiden.
    Viele Grüße
    Claudia