Claudias praktischer Ratgeber zum Verbraucherschutz

Welche Bedeutung hat der Verbraucherschutz?

Welche Bedeutung hat der Verbraucherschutz?
Wie hilft der Verbraucherschutz?

Aline Krause vom Verbraucherdienst e. V., Essen, hat mich mit ihren Artikeln zu diesem Artikel inspiriert.

Früher musste man sich gegen wilde Tiere oder Eindringlinge in die Höhle oder Burg schützen. Heute ist das, was einem widerfahren kann, vor allem auch durch Computer und das Internet, sehr viel komplexer. Man kämpft heute gegen Diebstahl, Betrug und Cyberkriminalität. Nachfolgend ein paar Beispiele:

 

Ablenkungen

Man wird angesprochen oder angerempelt und genau in dem Moment wird, oft von einer 2. Person, der Geldbeutel geklaut. Dass man nicht einen Zettel mit der Geheimnummer und der Giro- oder Kreditkarte im selben Geldbeutel aufbewahren sollte, ist hinlänglich bekannt.

 

Abmahnungen

Im Internet wird nach Vorfällen von Verletzung des Urheberrechts bei Filesharing gesucht, Abmahnungen geschrieben und abkassiert.

 

Abofallen

Wenn Verbraucher unbeabsichtigt ein kostenpflichtiges Abonnement buchen.

 

Appelle an die Hilfsbereitschaft

Es klingelt jemand an der Wohnungstür und bittet um ein Glas Wasser für eine 2. Person, die sich angeblich nicht wohlfühlt, um ins Haus zu gelangen.

Ein Anrufer informiert über eine nahestehende Person, die finanzielle Hilfe braucht.

Man erhält eine E-Mail von einer bekannten Person auf Reise mit der Bitte, Geld ins Ausland zu überweisen. Die E-Mail ist aber gefälscht.

 

Apps mit Schadsoftware

Beim Herunterladen wird eine Software installiert, die die persönlichen Daten abgreift. Besser nur Apps von offiziellen App-Stores herunterladen wie z. B. von Apple, Google oder Microsoft. Keine unnötigen Zugriffe erlauben beim Herunterladen wie z. B. auf das eigene Telefonbuch.

 

Brancheneinträge

Firmen werden um Korrektur ihres Eintrags gebeten und buchen dabei ungewollt einen überteuerten Brancheneintrag.

 

Diebstahl von Smartphones

Kann sehr leicht passieren, deshalb sind ein sicheres Passwort, PIN und eine Verschlüsselung von sensiblen Daten zu empfehlen.

 

E-Mails betreffend Sicherheit

Es wird vorgegaukelt, man habe Auffälligkeiten im Konto (z. B. bei der Bank oder beim Online-Händler) entdeckt und zur Sicherheit müsse man sich anmelden und gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die Anmeldung ist natürlich nicht beim Anbieter, wo man tatsächlich ein Konto hat.


E-Mails von Bekannten

Es kann vorkommen, dass man von einer bekannten Person eine Mail nur mit einem Link erhält. Eventuell ist der Computer des Bekannten infiziert und schickt schadhafte E-Mails an alle Personen im Adressbuch. Besser nicht öffnen und den Bekannten separat informieren.


Gebühren, Kosten, Provisionen

Es gibt viele Fälle, wo Verbraucher hintergangen und betrogen werden, indem zu hohe Kosten berechnet werden oder plötzlich versteckte, teilweise unzulässige Gebühren auftauchen. Es werden günstige Basispreise genannt, nach Buchung werden alle möglichen Extrakosten berechnet, so dass der Endpreis teurer als erwartet ist (z. B. Billigflüge oder -reisen).

 

Gewinnspielfallen

Angebliche Gewinner werden kontaktiert. Der Gewinn wird aber nie ausgezahlt wird, man will nur die Bankdaten.

 

Inkassoforderungen

Erhalt von Mahnungen zu manchmal unberechtigten Forderungen von Inkassobüros. Wenn nicht rechtzeitig reagiert und z. B. beim Mahnbescheid Widerspruch eingelegt wird, muss gezahlt werden.

 

Manipulierte Bankautomaten

Es wird mit speziellen Aufsätzen am Geldautomat versucht, beim Abheben von Geld an die Bankdaten und die PIN zu kommen, oder jemand versucht, dabei über die Schulter zu schauen, um die Geheimnummer zu erfahren. Wer regelmäßig seine Kreditkartenabrechnungen und Kontoauszüge überprüft, kann bei auffälligen Geldabbuchungen schneller reagieren.

 

Phishing-Mails

Man erhält E-Mails, die aussehen wie von Online-Händlern, wo man etwas bestellt hat, um uns auf Internetseiten zu locken, wo wir unsere persönlichen Daten hinterlassen sollen. E-Mails von Unbekannten, vor allem mit Anhängen oder Links, sollten besser nicht geöffnet werden. Links lieber im Browser nach einer Recherche öffnen. Wenn bei E-Mails die persönliche Anrede und der Name fehlen, ist das oft ein Anzeichen, dass es sich um eine betrügerische E-Mail handelt.

Manche Firmen haben eine spezielle E-Mail-Adresse, an die verdächtige E-Mails zur Überprüfung weitergeleitet werden können. Wenn der Verdacht besteht, dass die E-Mail nicht vom genannten Absender ist, besser zur Sicherheit anrufen oder eine separate E-Mail machen, ob das Schreiben authentisch ist.


Spoofing

Spoofing (englisch für Manipulation, Verschleierung oder Vortäuschung einer falschen IP-Adresse) sind laut Wikipedia verschiedene Täuschungsversuche in Computernetzwerken zur Verschleierung der eigenen Identität.

 

Unseriöse Spendenaufrufe

Sie machen oft den Eindruck, von echten karitativen Einrichtungen zu kommen. Zur Sicherheit vor einer Überweisung im Internet recherchieren, ob die Organisation seriös ist.

 

Vermeintliche Schnäppchen

Bei unglaublich günstigen Preisen, obwohl es sich um Markenware oder hochwertige Artikel handelt, ist Vorsicht geboten. Oft ist das nur ein Versuch, an die Bankdaten zu kommen oder man zahlt und erhält keine oder minderwertige Ware.

 

Viren und Trojaner

Jeder, der viel im Internet unterwegs ist, fremde Websites besucht und Links öffnet, setzt sich der Gefahr aus, sich einen Virus oder Trojaner auf seinen Computer zu holen. Auch hier gilt, zur Sicherheit im Internet recherchieren und nur bekannte Websites zu öffnen, in der Praxis nicht immer möglich. Handelsregistereintrag und Impressum sind Zeichen von Seriosität. Prüfsiegel z. B. bei Online-Shops und Online-Bewertungen sind ebenfalls hilfreich, können aber auch gefälscht sein.

 

Fazit

Die Polizei und der Verbraucherdienst versuchen immer wieder, Menschen zu informieren und zu warnen. Diese Prävention ist eine wichtige und wertvolle Arbeit, um Schadens- und Betrugsfälle zu verhindern. Aber auch wenn der Schadensfall bereits eingetreten ist, sind beide nützliche Anlaufstellen, um Betrugsfälle aktenkundig zu machen und Ermittlungen in Gang zu setzen oder z. B. beim Verbraucherdienst eine kostenlose Erstberatung in Anspruch zu nehmen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

 

Was tun Sie, um sich zu schützen?

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Vanderelbe (Donnerstag, 04 Dezember 2014 19:39)

    Jetzt habe ich ich tatsächlich auf ein Schlagwort selbst festgenagelt - "Verbraucherschutz". Hatte gedacht, dass dein Artikel etwas zum Verbraucherschutz schreibt, wie z.B. man ihn kontaktiert usw.

    Bisher habe ich nämlich erst einmal direkten Kontakt mit dem Verbraucherschutz aufgenommen. Erst wurde ich mit meinem Anliegen vertröstet, da keine Kapazitäten zur Verfügung stehen, dann wurde mir doch freundlich aber ohne neue Erkenntnis geantwortet.

    Direkt zu deinem Artikel mit den möglichen Problemen fällt mir spontan mein Artikel zu einem sicheren Passwort ein, der für den einen oder anderen Leser von dir vielleicht behilflich kann:
    <a href="http://www.vanderelbe.de/sicherheit/sichere-passwoerter">So erstellst du dir ein sicheres Passwort</a>

    Viele Grüße
    Stefan

  • #2

    Claudia (Donnerstag, 04 Dezember 2014 20:55)

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für den Kommentar. Mir ging es bei der Überschrift Verbraucherschutz um die wörtliche Bedeutung Schutz der Verbraucher.
    Ein sicheres Passwort ist auch ein wichtiger Punkt. Leider wurde bei Öffnung des Links http://www.vanderelbe.de/sicherheit/sichere-passwoerter die Seite nicht gefunden.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Vanderelbe (Freitag, 05 Dezember 2014 00:00)

    Tja, das kommt davon.. einfach mal was aus dem Gedächtnis herleiten.
    Es muss folgendermaßen lauten: http://www.vanderelbe.de/sicherheit/sicheres-passwort

    Ist auch eine nette Infografik dabei, obwohl meine Methoden schon einem ordentlich an die Hand nehmen ;)

    Viele Grüße
    Stefan

  • #4

    Claudia (Freitag, 05 Dezember 2014 07:06)

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für den korrekten Link. Die Infografik habe ich gleich gepinnt und den Artikel geteilt.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Hans (Freitag, 05 Dezember 2014 14:51)


    Bei soviel dunklen Machenschaften und Gestalten, die oft Böses im Schilde führen ist hinweisen, warnen und helfen sehr wichtig. Eben jene Maßnahmen, um uns Verbraucher möglichst gut zu schützen. Gut, dass es sie gibt.
    HG Hans

  • #6

    Claudia (Freitag, 05 Dezember 2014 19:26)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Stimmt, hinweisen, warnen und helfen, genau das tun die Polizei und der Verbraucherdienst. Eine wertvolle Arbeit.
    Viele Grüße
    Claudia