Claudias praktischer Ratgeber Blogparade zum Vertrauen

Vertrauen

Wem vertrauen Sie?
Wem können wir vertrauen?

Marie Gräff vom Blog Schwellentroll hat zu einer Blogparade Vertrauen eingeladen.

Laut Wikipedia ist Vertrauen aus psychologischer Sicht die subjektive Überzeugung bzw. das Gefühl oder der Glaube an die Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen).

Die Frage ist nun, wie Vertrauen entsteht.

  • Babys im Mutterleib haben es schön warm und erhalten ausreichend Nahrung. Sie haben eine Art Urvertrauen, gut versorgt zu sein.
  • Nach der Geburt schreien sie, weil es plötzlich kalt ist und die Nahrungszufuhr gekappt wurde. Sobald sie warm eingepackt sind und Milch erhalten, ist die Welt wieder in Ordnung und die Babys vertrauen darauf, dass sich jemand um sie kümmert.
  • Kleinkinder in einer Spielegruppe sind auf die Erzieherinnen fixiert, weil sie darauf vertrauen, dass diese sich um sie kümmern bis sie wieder abgeholt werden.
  • Im Kindergarten haben manche Kinder schon ausreichend Selbstvertrauen durch ein liebevolles Zuhause, um sich gegenüber den anderen Kindern zu behaupten und ihren Platz zu finden. Andere Kinder sind unsicher und schüchtern, müssen sich erst orientieren, um Selbstvertrauen zu gewinnen.
  • In der Schule wird den Lehrern vertraut, den Kindern Dinge beizubringen.
  • In der Ausbildung und später im Beruf vertrauen wir dem Chef und führen Aufträge nach seiner Anweisung aus.
  • Im Alltag gibt es Familie, Freunde und Bekannte, denen wir vertrauen.

Es gibt noch weitere Personen, denen wir vertrauen wie z. B.:

  • dem Arzt, dass er unsere Krankheiten diagnostiziert und heilt.
  • dem Architekten, dass er beim Hausbau gut berät.
  • dem Elektriker, dass er so arbeitet, dass es keinen Kurzschluss gibt.
  • dem Kunden, dass er seine Rechnung bezahlt.
  • dem Geschäftsmann, dass er ein faires Geschäft mit uns abschließt.
  • dem Vertreter, dass er uns passende und günstige Versicherungen vermittelt.

Jeden Tag vertrauen wir beruflich und privat anderen Menschen und machen positive und negative Erfahrungen.

 

Anerkennung und Wertschätzung sind 2 wichtige Punkte, damit Selbstvertrauen entsteht und anderen Menschen Vertrauen geschenkt wird. Menschen mit genügend Selbstvertrauen vertrauen nicht blind, sondern informieren sich, haben ihre eigene Meinung und vertreten diese.

 

Was passiert nun, wenn ein Kind im Elternhaus nicht die Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Motivation erhält, die es braucht, um ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlangen, um anderen Menschen und sich selbst zu vertrauen?

  • Das Kind kann unsicher und schüchtern sein, passt sich an, um nicht aufzufallen und so Zustimmung zu finden.
  • Es sucht nach Bestätigung durch Dritte, indem es versucht, Dinge besonders gut zu machen, um ein Lob und Anerkennung zu erhalten (z. B. in der Schule, im Sport).
  • Oder das Kind macht extreme Dinge, um andere Kinder zu beeindrucken z. B. Mutprobe Regenwürmer essen oder im Geschäft etwas klauen.

Wenn die Bestätigung nur von außen kommt und kein Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen besteht, gibt es ein Problem, sobald die Bestätigung von Dritten wegfällt. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die Menschen helfen können.

 

Hier meine Antworten zu Maries Fragen:

 

Was genau bedeutet Vertrauen für dich? Welche Rolle spielt Vertrauen in deinem Leben/bei deiner Arbeit?

Zum Vertrauen gehören für mich Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Fairness, dass jemand persönliche Dinge für sich behält und nicht weiterträgt, nicht intrigiert, andere unterstützt und nicht ausnutzt. Vertrauen ist ein wichtiger Punkt beruflich und privat. Den Kontakt zu Menschen, denen ich nicht vertraue, versuche ich zu vermeiden. Bei Menschen, die nicht vertrauenswürdig sind, ist Vorsicht geboten.

 

Wie weit gehst du mit deinem Vertrauen? Glaubst du, dass wir immer und überall vertrauen können oder kennt dein Vertrauen Grenzen? Wenn ja, welche?

Diese Fragen können nicht pauschal beantwortet werden. Man kann nicht jedem Menschen vertrauen. Um jemanden Vertrauen zu schenken, muss man ihn/sie erst mal näher kennenlernen und positive Erfahrungen sammeln. Wenn das Vertrauen missbraucht oder man hintergangen wurde, schlägt das Vertrauen in Misstrauen um und es ist sehr schwierig, wieder eine Vertrauensbasis zu schaffen.

 

Eine Welt des grenzenlosen Vertrauens – ist das möglich? Wäre es eine bessere Welt oder eine, in der die meisten nur ausgenutzt würden?

Ich denke, dass eine Welt des grenzenlosen Vertrauens schön wäre aber utopisch ist. Es wird immer Menschen geben, die nur ihren eigenen Vorteil sehen und andere Menschen benutzen.

 

Wie steht es mit deinem Vertrauen ins Leben an sich (oder in Gott, wenn du religiös bist)? Kennst du so etwas? Was hältst du davon, einfach so zu vertrauen, dass alles gut wird?

Ich vertraue darauf, dass es immer einen Weg gibt, man muss ihn nur finden. Jeder ist für sein Glück verantwortlich und muss etwas dafür tun.

 

Was bedeutet Vertrauen für Sie?

Kommentare: 8 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Hans (Montag, 26 Januar 2015 08:28)


    Hallo Claudia,

    wieder ein sehr guter Beitrag der viele Aspekte ums Thema Vertrauen anspricht.
    Ja, das ist so. Einmal verlorenes Vertrauen ist nur schwer wieder zu erlangen.
    Eine schöne Woche wünsche ich Dir
    HG Hans

  • #2

    Peter (Montag, 26 Januar 2015 08:55)

    Hallo Claudia,
    Vertrauen ist eine Brücke für eigene Unwissenheit. Wenn wir krank sind, vertrauen wir dem Arzt, das er uns hilft gesund zu werden, weil er studiert hat, uns gesundheitlich zu helfen. Da wir über Heilverfahren nicht Bescheid wissen, vertrauen wir dem Arzt. Liegt ein guter Arzt einmal oder auch mehrmals mit seiner Heilbehandlung daneben, wird ihm das Vertrauen entzogen. Da kann er noch so gut sein. Gleiches gilt auch für Selbstvertrauen. Nur hier ist man selbst die Person, der man vertraut oder auch nicht. Mit dem Wortgebilde "grenzenloses Vertrauen" bin ich vorsichtig. Heißt grenzenloses Vertrauen, das ich auch dann vertaue, wenn ich enttäuscht wurde? Ich sage lieber sie/er genießt höchstes Vertrauen.
    Viele Grüße
    Peter

  • #3

    Claudia (Montag, 26 Januar 2015 08:59)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich wünsche Dir auch eine schöne Woche.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #4

    Claudia (Montag, 26 Januar 2015 09:02)

    Hallo Peter,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Arzt ist ein gutes Beispiel, wie man in eigener Unwissenheit vertraut und bei fehlender Hilfe das Vertrauen wieder entzieht.
    Der Aspekt von Dir mit grenzenlosem und höchstem Vertrauen gefällt mir.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Frank (Montag, 02 Februar 2015 09:07)

    Hallo, Claudia,
    toller Beitrag zum Thema Vertrauen.
    Vielen Dank für deine Anregungen.
    HG
    Frank

  • #6

    Claudia (Montag, 02 Februar 2015 13:05)

    Hallo Frank,
    vielen Dank für das Kompliment. Werde mir Deinen Beitrag auch noch genauer anschauen.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Katja @ TGI-Partner.de (Mittwoch, 04 Februar 2015 17:22)

    Hallo Claudia,

    danke für deinen tollen Ratgeber - der vor allem sehr realistisch ist. Ich habe auch immer ein Problem damit, wenn über grenzenloses Vertrauen geschrieben wird - denn auch wenn man sich die Welt besser wünscht, wird es immer Menschen geben, die andere beschummeln wollen.

    Dieses Thema haben wir in unserem Beitrag zur Blogparade auch aufgegriffen - denn leider gibt es unter den Finanzberatern auch schwarze Schäfchen: http://blog.tgi-partner.de/wieviel-vertrauen-haben-sie-in-ihren-finanzberater/

    Liebe Grüße,
    Katja

  • #8

    Claudia (Mittwoch, 04 Februar 2015 17:36)

    Hallo Katja,
    vielen Dank für Deinen Kommentar und das Kompliment. Habe Euren Beitrag gelesen, Finanzberater ist ein heikles Thema, wo leider oft das Vertrauen missbraucht wird. Hätte gerne im Blog kommentiert, aber das scheint nicht möglich zu sein.
    Viele Grüße
    Claudia