Claudias praktischer Ratgeber Blogparade zum Minimalismus

Minimalismus

Was brauchen Sie unbedingt?
Was brauchen wir wirklich und was nicht?

Sandra Hylla vom Blog ganzichselbst  hat zu einer Blogparade (den Link gibt es leider nicht mehr) Was bedeutet für dich Minimalismus? Wie wenig oder wie viel “darfst” du besitzen? eingeladen.

Minimalismus bedeutet,  ein einfaches Leben zu führen in Bezug auf unser Konsumverhalten, Besitztümer und Kontakte, möglichst wenig Dinge zu besitzen, bei allem den Sinn und die Notwendigkeit zu hinterfragen.

Im Gegensatz dazu steht der Materialismus, bei dem Besitztümer, Reichtum, der soziale Status und Prestige im Vordergrund stehen.

 

Für mich gehören zum Minimalismus auch das

  • Minimalprinzip: Mit möglichst wenig Mitteln mein Ziel erreichen.
  • Maximalprinzip: Mit gegebenen Mitteln möglichst viel erreichen.

Menschen, die sich für ein minimalistisches Leben entscheiden, krempeln oft ihr ganzes Leben um, trennen sich von Fernseher, Smartphone und anderen Gegenständen, stellen ihre Ernährung um, wechseln den Beruf.

 

Die ersten Erfahrungen mit Minimalismus macht man oft, wenn man mit seinem Partner zusammenzieht. Plötzlich sind viele Dinge doppelt vorhanden wie z. B. Möbel, Fernseher, Radio, Küchensachen und Versicherungen, so dass überlegt werden muss, was man braucht und was nicht. Hier kann man ganz einfach die Dinge, die besser sind, behalten und die anderen entsorgen. Bei Versicherungen kann man den Partner mit aufnehmen und die schlechtere Versicherung kündigen.

 

Wenn ein Kind unterwegs ist, Neuanschaffungen nötig sind und Platz geschaffen werden muss, stehen viele Besitztümer auf dem Prüfstand, werden aussortiert und verschenkt, verkauft, gespendet oder entsorgt.

 

Ich habe mich damals von diversen Sammlungen, Kleidung, Schuhen, Taschen, Büchern, CDs getrennt, um Platz zu schaffen. Ein ganzer Kleiderschrank wurde komplett leergeräumt und zum Kinderschrank umfunktioniert (siehe Bild). Manche Dinge wurden entrümpelt, weil sie für Babys oder Kleinkinder ungeeignet sind (z. B. eine Stehlampe, die umfallen kann). Je mobiler mein Kind wurde, desto höher wurden kleinere Dinge im Regal geräumt, bis sie ganz wegkamen. Dann habe ich sogar ein Buch geschrieben, was ich alles entrümpelt habe. Mit Kind verändern sich total die Prioritäten und die Einstellung, was man im Leben wirklich braucht. Bei der Frage, was wirklich notwendig ist, unterscheide ich in 3 Kategorien:

  1. Notwendig (z. B. ein Kochtopf)
  2. Ideeller Wert (kein Nutzen, aber eine schöne Erinnerung)
  3. Luxus (nicht notwendig und unnütz)

Beim Ausmisten bin ich mittlerweile ganz rigoros, wenn mich etwas ärgert, im Weg ist, nicht mehr benötigt wird, kommt es ziemlich schnell weg. Es ist ein gutes Gefühl, Platz zu schaffen. Allerdings nutzen meine Kinder den freien Platz ziemlich schnell, um dort zu spielen oder ihre Dinge unterzubringen. Dadurch lasse ich mich aber nicht entmutigen.

 

Bei mir wird regelmäßig durchgeschaut, was wegkann. Es gibt einen vorgegebenen Platz, z. B. der Schuhschrank, mehr Schuhe als dort reinpassen, werden nicht gekauft, sonst muss etwas weg.

Natürlich habe ich auch schon Dinge entsorgt und es später bereut, dafür achte ich bei Neuanschaffungen darauf, dass es praktisch ist oder mir eine Freude bereitet.

 

Gedanken darüber Was ich wirklich brauche habe ich mir schon mal im Rahmen eines Blogstöckchens gemacht. Die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind, kann man sowieso nicht kaufen.

 

Fazit

Für mich bedeutet Minimalismus, nicht auf das zu schauen, was andere haben und mich dem Konsumzwang zu unterwerfen, sondern zu überlegen, was ich selbst brauche und möchte. Dinge, die ich nicht (mehr) brauche, kommen weg, was mir eine Freude bereitet, darf bleiben.

 

Was bedeutet Minimalismus für Sie?

Kommentare: 10 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Hans (Mittwoch, 28 Januar 2015 09:28)


    Hallo Claudia,
    kann und will ich unbedingt bestätigen. Ich kenne ja glücklicher Weise keinen Neid oder so, daher gucke auch ich nicht nach dem, was andere haben, sondern, was ich brauche. Und wenn es einem das Leben etwas glücklicher gestaltet, ist es ja auch irgendwie "brauchen". ;-) Schöner Beitrag. Wie gewohnt.
    Lieben Gruß Hans

  • #2

    Claudia (Mittwoch, 28 Januar 2015 10:34)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar und das Kompliment. Das stimmt, Dinge, die das Leben glücklicher machen, mögen Luxus sein, aber man braucht sie auch.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Ann-Bettina (Mittwoch, 28 Januar 2015 10:48)

    Hallo Claudia,
    wenn du das wirklich so konsequent durchziehst, finde ich das toll. Ich selber bin da nicht so gut drin. Ich hebe schon viel auf, von dem ich danke, dass man es vielleicht noch gebrauchen könnte.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 28 Januar 2015 10:53)

    Hallo Ann-Bettina,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Beim Ausmisten bin ich tatsächlich ziemlich konsequent. Aber beim Einkaufen habe ich manchmal auch "Rückfälle" und kaufe Dinge, die ich eigentlich nicht brauche, aber mir eine Freude bereiten.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Ede-Peter (Mittwoch, 28 Januar 2015 13:44)

    Hallo Claudia,
    ich möchte gerne zwei Sätze von dir zitieren:
    "Für mich bedeutet Minimalismus, nicht auf das zu schauen, was andere haben und mich dem Konsumzwang zu unterwerfen, sondern zu überlegen, was ich selbst brauche und möchte." und in einer Kommentar Antwort
    "... Dinge, die das Leben glücklicher machen, mögen Luxus sein, aber man braucht sie auch."

    Diese Sätze geben im groben genau das wieder, was ich unter Minimalismus verstehen würde, würde ich mir Gedanken darüber machen.
    Da ich aber nur eine kleine Rente habe und zusätzlich noch "Hilfe zum Lebensunterhalt" erhalte, kann und kommt für mich nichts anderes in Frage wie der Minimalismus :))

    Im zweiten Satz möchte ich dir ein klein wenig widersprechen, da ich es nicht unbedingten als Luxus ansehe, Dinge zu besitzen, die mir Freude bereiten. Jeder Mensch (behaupte ich einfach mal so) braucht Dinge die ihm Freude bereiten, doch ob sie unbedingt Luxus sind, möchte ich jedoch bezweifeln. Voraussetzung ist natürlich (das es eben kein Luxus ist), dass diese Besitztümer im Rahmen meiner Möglichkeiten "angeschafft" werden bzw. in meinen Besitz gelangt sind.

    Dein Artikel hat mir gut gefallen - vielen Dank dafür.
    LG
    Ede

  • #6

    Claudia (Mittwoch, 28 Januar 2015 14:39)

    Hallo Ede,
    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Die 3 Kategorien sind meine Einteilung beim Ausmisten. Wie im Fazit erwähnt, dürfen Dinge, die mir Freude bereiten, aber vielleicht keinen Nutzen haben, bleiben. Das Wort Luxus hat vielleicht eine negative Assoziation, da man dabei eher an sehr reiche Leute denkt, die sich alles leisten können. Ich sehe das genauso, jeder Mensch sollte Dinge haben, die ihm Freude bereiten, und wenn ich mir etwas kaufe, was ich mir nicht leisten kann, ist das Luxus.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Peter (Mittwoch, 28 Januar 2015 21:22)

    Hallo Claudia,
    Minimalismus sehe ich etwas anders. Er unterliegt vor allem gesellschaftlichen Zwängen. Die kann man zwar minimieren aber nicht gänzlich abschaffen. Deswegen würde ich deine Kategorien etwas ändern:
    1. und 2. bleibt
    3. Luxus: Ja, in Abhängigkeit von wirklichen Bedürfnissen (materiell und ideell)
    4. Gesellschaftlich notwendige Dinge (z.B. Ein Banker brauch einen luxuriösen Anzug)
    Ein Luxusgegenstand ist mein 7 Jahre altes Handy. Ich leiste mir damit den Luxus, nicht erreichbar zu sein. Ich bestimme selbst, wann ich erreichbar bin! Das funktioniert.
    Im Endeffekt heißt Minimalismus für mich sinnvolles minimieren von gesellschaftlichen Zwängen. Das tue ich indem ich mich immer wieder frage: Was brauche ich wirklich? Die Antworten verändern sich jedes Mal. Ich stelle immer wieder fest, das ich verschiedenes nicht mehr brauche, weil sich meine Situation geändert hat.
    Viele Grüße
    Peter

  • #8

    Claudia (Donnerstag, 29 Januar 2015 06:53)

    Hallo Peter,
    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Da stimme ich Dir zu, wir unterliegen allen gesellschaftlichen Zwängen.
    Meine Kategorien belasse ich für mich so. Denn bei 3. Luxus habe ich die Einschränkung gemacht, dass ich es behalte, wenn es mir eine Freude macht.
    Deine Kategorie 4 fällt bei mir unter 1. Ein Banker braucht für die Arbeit einen Anzug, also ist es kein Luxus sondern notwendig wie der Kochtopf.
    Die Frage, was ich wirklich brauche, stelle ich mir auch regelmäßig und meine Antworten ändern sich auch. Da ich kein Smartphone besitze, bin ich übrigens auch nicht immer erreichbar.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #9

    Samira (Donnerstag, 14 April 2016 11:27)

    Hallo Claudia,
    ich suche immer wieder nach hilfreichen Tipps dazu, wie man am besten von Dingen loslassen kann, von denen man glaub, sie besitzen zu müssen. Letzten Endes erkenne ich immer wieder, dass das, was wir WIRKLICH brauchen, eigentlich sehr wenig ist. Deswegen muss man aber nicht gleich nichts besitzen. Wie du so schön sagst: es ist wichtig, Dinge zu behalten, die einem Freude bereiten. Man kann sich auf der anderen Seite aber auch einreden, dass einem alle Dinge Freude bereiten, die man besitzt, denn sonst hätte man sie ja längst weggeschmissen oder -gegeben.
    Ich denke, es hilft, sich regelmäßig die Zeit zu nehmen und radikal auszumisten. Denn was gibt es schöneres, als wieder Platz für neue Dinge zu haben?
    Ich bin letztens meine Büchersammlung angegangen - und glaub mir, es ist wirklich eine Sammlung. Habe sie über Ankaufseiten im Internet (momox, rebuy etc.) verkauft (Tipp an alle: Über www.bonavendi.de kann man Preise vergleichen und sich den höchsten Preis, der einem geboten wird, anzeigen lassen - vielleicht hilft es dem ein oder anderen weiter ;) ). Dabei konnte ich noch etwas Geld dafür bekommen und fühle mich gut dabei, zu Hause etwas verändert zu haben. Jetzt ist wieder mehr Platz für das Spielzeug meiner Kleinen! Und es ist so schön, zu sehen, wie sie sich mit darüber freuen, dass wir mehr Platz zum Atmen und für Neues haben.
    Damit will ich nur sagen: Danke für Deinen Beitrag - ich werde mir Dein Buch demnächst vornehmen, denke ich! Es tut gut, von anderen zu hören, wie sie mit dem Thema Ausmisten umgehen.
    Viele liebe Grüße,
    Samira

  • #10

    Claudia (Donnerstag, 14 April 2016 14:49)

    Hallo Samira,

    vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Dass alles, was jemand besitzt, Freude macht, ist eher unwahrscheinlich und wahrscheinlich nur eine Ausrede, nicht ausmisten zu müssen. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Kinder sich immer über viel Platz freuen. Nur ist nach dem Ausmisten der frei gewordene Platz gleich wieder in Beschlag genommen, weil sich Kinder gerne ausbreiten. Über Momox habe ich auch schon Bücher und CDs verkauft.
    Ich finde, dass man beim Ausmisten in der richtigen Stimmung sein muss, dann geht mehr weg. Wünsche weiterhin viel Erfolg beim Entrümpeln und Entsorgen.

    Viele Grüße
    Claudia