Claudias praktischer Ratgeber Blogparade Content Marketing

Noch eine Definition von Content Marketing

Was verstehen Sie unter Content Marketing?
Wie wird Inhalt vermarktet?

Robert Weller hat zu einer Blogparade Was ist Content Marketing? PR? Inbound Marketing? Eine Metadisziplin? eingeladen. Meine Definition von Content Marketing habe ich letztes Jahr bereits in der Blogparade von Hanser Update und Michael Firnkes beschrieben. Aber jetzt ist ein neuer Ansatz gewünscht. Nachfolgend meine Gedanken. Zuerst möchte ich aber auf die Definition verschiedener Begriffe eingehen.


Marketing

Marketing ist die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, um Kunden zum Kauf zu animieren.

 

Content Marketing

Beim Content Marketing (content = Inhalt) sollen die Kunden informiert, beraten oder unterhalten werden, um sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.

 

Inbound Marketing

Beim Inbound Marketing (inbound = eingehend) geht es darum, von Kunden gefunden zu werden, indem relevante Inhalte und Mehrwert geboten werden (z. B. Blogartikel, Whitepaper).

 

Outbound Marketing

Beim Outbound Marketing (outbound = ausgehend) geht es darum, Kunden durch z. B. Postwurfsendungen, Radio- oder Fernsehwerbung, Flyer, usw. zu erreichen.


Echtzeit Marketing

Beim Realtime Marketing bzw. Echtzeit Marketing wird zeitnah auf aktuelle Geschehnisse reagiert. Bekanntes Beispiel ist die Werbung der Keksfirma Oreo beim Stromausfall während des Super Bowls 2013. D. h. die Gunst der Stunde für eine passende Werbung nutzen.

 

Influencer Marketing

Beim Influencer Marketing (to influence = beeinflussen) werden Personen mit hohem Bekanntheitsgrad für das Marketing eingesetzt. Dies ist eine zweischneidige Sache. Verliert der Influencer (z. B. ein Star, Sportler, etc.) durch negative Schlagzeilen (z. B. Affären, Drogenskandale, Doping) an Sympathie, kann sich das negativ auf das beworbene Produkt auswirken. Oft werden dann Verträge gekündigt. Umgekehrt kann ein Influencer sich schaden, wenn er für ein Produkt Werbung macht, das in negative Schlagzeilen gerät. Ein Influencer ist heute auch oft ein Blogger, der Artikel über ein Produkt oder eine Dienstleistung schreibt, dazu auch kostenlose Proben erhält.

 

Werbung

Mit Werbung wird versucht, Informationen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, um Kunden für Produkte und Dienstleistungen zu erreichen.

 

Public Relations

Public Relations oder PR ist die Öffentlichkeitsarbeit zur internen und externen Kommunikation.


Branding

Beim Branding (= Markenbildung) geht es darum, eine Marke aufzubauen und einzusetzen, um sich als Unternehmen einen Namen zu machen, ein gutes Image, einen guten Ruf aufzubauen.

 

Corporate Identity

Die Corporate Identity (Identität der Firma) umfasst alle Merkmale, die eine Firma kennzeichnen und von anderen unterscheiden. D. h. die Firma muss bei allen Werbemaßnahmen durch das Logo, spezielles Design und Farbauswahl wieder erkennbar sein.

 

Die einzelnen Schritte

  • Bevor eine Firma überhaupt Marketing oder Werbung machen kann, muss eine Corporate Identity festgelegt werden. Das Firmenlogo, die Auswahl der Farben und das Design müssen bei allen Werbemaßnahmen übereinstimmen. D. h. ganz egal, ob Kunden einen Flyer, die Website oder ein Profil in sozialen Netzwerken sehen, sie müssen am Logo, Design und den Farben sofort die Firma wieder erkennen.
  • Beim Branding, der Markenbildung, müssen die unique selling points = Alleinstellungsmerkmale der Firma herausgearbeitet und klar definiert werden, wodurch sich die Firma von anderen Firmen unterscheidet und hervorhebt.
  • Bei der Öffentlichkeitsarbeit, PR, muss festgelegt werden, wer was kommunizieren darf und ein Krisenplan aufgestellt werden, wie zu reagieren ist, um z. B. zu verhindern, dass negative Kommentare in sozialen Netzwerken in einem Shitstorm (mir gefällt die Definition "Sturm der Entrüstung" im Duden) enden.
  • Meiner Meinung nach können Marketing und Werbung eines Produktes oder Dienstleistung nicht von der Firma getrennt werden. Wenn die Firma in negative Schlagzeilen gerät, z. B. die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter bei Amazon oder in Fabriken im Ausland mit fehlenden Sicherheitsstandards in der Bekleidungsindustrie, wirkt sich das auf die Verkaufszahlen aus. Firmen müssen auf ein gutes Image achten, weil sich Informationen, vor allem negative, rasend schnell durch das Internet verbreiten können.
  • Sobald diese Punkte geklärt sind, kann eine Firma sich Gedanken machen, welche Art von Werbung und Marketing für die Produkte und Dienstleistungen sinnvoll ist. Das hängt sehr stark von der Branche ab, was die Konkurrenz macht und vom Land.
  • Der nächste Punkt ist nun der Inhalt der Werbung. Welche Alleinstellungsmerkmale, Vorteile, welchen Nutzen haben die Produkte oder Dienstleistungen? Wodurch unterscheiden sie sich von der Konkurrenz und heben sich positiv hervor? Welche Relevanz (Bedeutung), welchen Mehrwert (z. B. Information oder Unterhaltung) haben das Produkt oder die Dienstleistungen für (potentielle) Kunden? Kunden sollen spontan den Eindruck gewinnen "das ist was für mich". Guter Inhalt muss personalisiert sein, um Kunden direkt und persönlich anzusprechen.
  • Jetzt kommt die Verpackung der Werbung, wie der Inhalt präsentiert wird. Das kann z. B. in Form einer Anzeige im Internet oder Fachzeitschriften, in einem Radio- oder Fernsehspot, in einem Video, in einer Infografik, in einem Webinar oder Podcast, in einem Blogartikel oder in einem Whitepaper sein. Der Inhalt kann auch zu einem späteren Zeitpunkt recycelt werden, indem z. B. der Blogartikel mit aktuellen Informationen neu veröffentlicht oder eine Infografik dazu erstellt und geteilt wird.
  • Inhalt, der im Internet geteilt wird, muss natürlich SEO optimiert sein.
  • Je nachdem welches Medium, welche Kanäle, sozialen Netzwerke zur Verbreitung des Inhalts verwendet werden, muss eventuell inhaltlich differenziert und angepasst werden.

In der Praxis gibt es meistens eine Marketing-Abteilung oder einen Social Media Manager oder Mitarbeiter müssen die anfallenden Arbeiten neben ihrer eigentlichen Arbeit erledigen oder es wird extern mit einer Agentur gearbeitet.

 

Fazit

Marketing und Werbung ist der Oberbegriff für alle Aktivitäten, die zum Ziel haben, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen und Kunden zu gewinnen bzw. zu halten. Darunter gibt es diverse Disziplinen, die aufeinander aufbauen bzw. miteinander verzahnt sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Content Marketing ist weder Inbound Marketing noch PR, sondern eine dieser Disziplinen. Aber Marketing und PR lassen sich nicht (mehr) voneinander trennen. Jede Art von Werbung und Marketingaktivitäten müssen aufeinander abgestimmt sein, Arbeiten koordiniert werden. Der Inhalt ist der wichtigste Punkt in Marketing und Werbung, deshalb ist Content Marketing zum Schlagwort geworden. Aber er muss zur rechten Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Form präsentiert werden.

Wer heute effizient Marketing und Werbung machen möchte, muss Content Marketing und PR vereinen und auch andere Marketing-Disziplinen beherrschen und gekonnt einsetzen.


Meine Prognose

Der Inhalt, die Aussage die im Marketing mit Werbung gemacht werden soll, wird immer ein Kernpunkt bleiben, aber bei der Art und Weise, wie der Inhalt präsentiert wird, werden neue Techniken (Disziplinen) hinzukommen.

 

Und wie definieren Sie Content Marketing?

Kommentare: 8 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ben Harmanus (Mittwoch, 15 April 2015 09:43)

    Hallo Claudia,

    Marketing und PR lassen sich nicht mehr trennen. So sehe ich das auch. Die Grenzen verschwimmen und damit auch die Anforderungen an das Personal. Ein PRler als Head of Marketing? Wieso nicht? Wenn es im Herzen um Content geht, dann macht das Sinn. Und statt Werbetextern das Team um Journalisten erweitern - auch das macht Sinn. Es bleibt spannend.

    Liebe Grüße, Ben

  • #2

    Claudia (Mittwoch, 15 April 2015 11:01)

    Hallo Ben,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da sind wir uns einig. Bin übrigens durch Deinen Beitrag zur Blogparade auf die Idee gekommen, doch noch teilzunehmen.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Hans (Mittwoch, 15 April 2015 19:42)


    Hallo Claudia,
    ich fand diesen Beitrag informativ, leicht verständlich und sehr lehrreich.
    Insofern danke ich da herzlich.
    LG Hans

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 15 April 2015 20:24)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Freut mich sehr.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Jutta Beyer (Sonntag, 19 April 2015 14:04)

    Hallo Claudia,

    dass der Inhalt zur rechten Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Form präsentiert werden muss trifft es gut. Ich sehe es genauso wie du und Ben, dass Marketing und PR immer mehr zusammenwachsen :-)

    Viele Grüße
    Jutta

  • #6

    Claudia (Sonntag, 19 April 2015 16:12)

    Hallo Jutta,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da sind wir uns einig.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Alex L (Sonntag, 17 Juli 2016 08:07)

    Hallo Claudia,
    ich befasse mich auch mit dem Content Marketing und das resultiert in meine Blog-Posts auf zahlreichen Blogs. Immer mehr lese ich mir Artikel zu diesem Thema durch, weil ich dazu lernen möchte. In diesem Post von dir waren ja schon allerhand Informationen zum Content Marketing enthalten und manches wusste ich bis heute nicht. Ich bin ja auch erst einmal ein Hobby-Blogger ;)

    Für mich wird es wichtig, mehr Leser zu gewinnen, Inhalte mit Mehrwert anzubieten und versuchen, immer mehr auf meine Blogs aufmerksam zu machen. Dafür nutze ich unter anderem auch die Blog-Kommentare.

    In einem Unternehmen macht es sehr viel Arbeit, dieses Content Marketing und das ist einleuchtend, dass solche Mitarbeiter oder ein solches ganzes Team vorhanden sein müssen. Da kommt kein Unternehmen nämlich drumherum. Das ist ganz klar.

    Das ist tatsächlich so, dass sich negative Infos im Web rasant verbreiten und so kann auch ein Produkt ganz untergehen, wenn es extrem viel negativ bewertet wird. Da müssen die Firmen sehr darauf achten, dass es dazu nicht kommt. Im Internet ist eben auch freie Meinungsäusserung angesagt und jeder kann all das tun, um etwas zu bewerten.

    Und heute ist übrigens mein Feedback-Sonntag, an welchem ich diesen lesenswerten Post auf Wpzweinull.ch im späteren Blogpost verlinken werde. Solche Artikel empfehlen ich doch gerne weiter und wir können uns in dem Sinne etwas mehr vernetzen.

  • #8

    Claudia (Sonntag, 17 Juli 2016 08:30)

    Hallo Alex,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Interessant, dass Du bei Deinen Kommentierrunden auch ältere Artikel berücksichtigst. "Content Marketing" ist immer noch ein Schlagwort. Der Inhalt und der Mehrwert spielen eine große Rolle, aber es wird immer schwieriger, etwas Neues und Einzigartiges zu bieten, weil es einfach schon so viel gibt.

    Viele Grüße
    Claudia