Claudias praktischer Ratgeber zur Mitarbeitermotivation

Mitarbeitermotivation

Was motiviert Mitarbeiter?
Wie können Mitarbeiter motiviert werden?

Im 19. Jahrhundert mussten die Menschen 6 Tage die Woche 12 bis 16 Stunden arbeiten. Menschen, die nicht mehr arbeiten konnten oder erkrankten, wurden einfach durch andere ersetzt. Es gab keine Absicherung für kranke oder alte Menschen. Das Geld vieler Arbeiter reichte nicht und die Kinder mussten mitarbeiten.

Nur wenige Arbeitgeber taten etwas, um die Lebensverhältnisse ihrer Arbeiter zu verbessern. Mit der Industrialisierung entstanden Arbeiterbewegungen, die sich dafür einsetzten, die Bedingungen für Arbeiter zu verbessern, dann Gewerkschaften, denen sich Arbeitnehmer anschließen konnten, um bessere Bedingungen zu erreichen.

Mittlerweile sind die meisten Dinge in der Arbeitswelt geregelt, es gibt feste Arbeitszeiten, Kranken- und Arbeitslosengeld und Rente. Der Mindestlohn ist nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema. Ein trauriges Kapitel, wenn Menschen Vollzeit arbeiten oder sogar mehrere Jobs haben und es finanziell trotzdem nicht reicht.

Außerdem geht es um Themen wie Mobbing, Burnout, Führungsprinzipien und Mitarbeitermotivation.

Da stellt sich die Frage, was bei der Arbeit motiviert.

  • Eine geregelte Arbeitszeit mit Feierabend ohne ständige Erreichbarkeit.
  • Der ideale Chef gehört natürlich dazu.
  • Eine Arbeit, die den Qualifikationen entspricht und Spaß macht.
  • Nette Kollegen, mit denen man im Team arbeiten kann.
  • Ein gutes Betriebsklima in der Firma.
  • Wertschätzung und Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte.
  • Ein adäquates Gehalt, das den Qualifikationen entspricht und zum Leben reicht.

Geld allein macht nicht glücklich. Da kann das Gehalt noch so hoch sein, wenn man nur seine Zeit absitzt und sehnsüchtig auf den Feierabend, das Wochenende, den Urlaub wartet, macht es keinen Spaß überhaupt zur Arbeit zu gehen. Nehmen wir mal an, dass die Rahmenbedingungen bei der Arbeit passen, was motiviert oder demotiviert uns bei der Arbeit?

  • Neue Lehrlinge, Praktikanten, Mitarbeiter fangen oft mit Begeisterung ihre Arbeit an, registrieren Dinge, die langjährige Mitarbeiter nicht sehen, haben Ideen, machen Verbesserungs- und Änderungsvorschläge, eigentlich eine Chance für jedes Unternehmen, Arbeitsweisen, Produkte und Service zu optimieren. Aber oft wird diese Initiative und Begeisterung im Keim erstickt und der Mitarbeiter dadurch frustriert, wenn alles beim Alten bleiben soll, weil es ja schließlich immer schon so war.
  • Manche Vorgesetzte machen lieber alles selbst, delegieren nur ungern, wenn doch, gibt es strenge Vorgaben und Kontrollen. Dabei würde oft die Vorgabe eines Ziels und das Abstecken der Kompetenzen reichen, um die Umsetzung komplett den Mitarbeitern zu überlassen.
  • Wenn nur Leistungsdruck ausgeübt und die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes ausgenutzt wird, hohe, eventuell nicht erreichbare, Ziele gesetzt werden, Erfolge nicht gewürdigt werden, weil das Ergebnis angeblich nicht gut genug oder das Ziel noch nicht erreicht wurde, ist das sehr demotivierend für die Arbeit. Ein Chef, der nie zufrieden ist, hat auch keine zufriedenen Mitarbeiter.
  • Es ist ebenfalls sehr demotivierend, wenn Aufgabenbereiche und Kompetenzen nicht klar definiert sind, so dass unklar ist, wer was wann machen soll, Arbeiten eventuell sogar doppelt oder womöglich gar nicht gemacht werden.
  • Fort- und Weiterbildung ist ebenso ein wichtiges Thema. Firmen, die ihre Mitarbeiter in dieser Hinsicht fördern, sorgen für kompetente und zufriedene Mitarbeiter.
  • Vertrauen in die Fähigkeiten des Mitarbeiters kann durch die Übertragung von neuen Aufgaben, Kompetenzen und selbständiges arbeiten lassen gezeigt werden.
  • Wertschätzung und Anerkennung der Arbeit in Worten kann mehr Wert sein als eine Gehaltserhöhung.
  • Große Firmen haben eine Kantine, einen Ruheraum, ein Fitness-Studio oder einen Kindergarten und sorgen so für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Frauen wird es mit einer firmeninternen Kinderbetreuung einfacher gemacht, nach der Babypause in den Beruf zurückzukehren, was auch ein Vorteil für den Arbeitgeber ist, der wertvolle Mitarbeiterinnen so halten kann.
  • Flache Hierarchien. Der direkte Weg ist in der Regel der kürzeste. Wenn Informationen über mehrere Mitarbeiter oder Abteilungen ans Ziel kommen, geht es oft wie beim Stille Post spielen zu, die Information kommt verfälscht an.
  • Teamgeist in der Firma ist ebenfalls ein wichtiger Punkt.

Idealerweise werden Mitarbeiter gemäß ihren Fähigkeiten eingesetzt, weder unter- noch überfordert, vorhandene Fähigkeiten werden genutzt und gefördert, die Gelegenheit geboten, bei Interesse fehlende Fähigkeiten zu erlernen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Mitarbeiter zu motivieren. Geld in Mitarbeiter zu investieren zahlt sich immer aus. Wertschätzung und Anerkennung des Menschen und der Arbeit ist der wichtigste Punkt.

 

Was motiviert Sie bei der Arbeit?

Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ronny (Montag, 29 Februar 2016 16:19)

    Hey Claudia,

    ich muss sagen, dein Blog ist toll. Du fasst das echt kurz und vor allem praktisch zusammen.
    Vielleicht lässt sich Deine Liste noch mit Transparenz als extra Punkt ergänzen. Nicht immer können Mitarbeiter Entscheidungen nachvollziehen und sind deswegen frustriert. Obwohl es vielleicht keinen Grund gibt das zu sein.

    LG

  • #2

    Claudia Dieterle (Montag, 29 Februar 2016 18:31)

    Hallo Ronny,

    vielen Dank für den Kommentar. Stimmt, Transparenz ist auch ein wichtiger Punkt. Wenn die Aufgabenbereiche und Kompetenzen klar definiert sind und mit flachen Hierarchien gearbeitet wird, steigert das sich die Transparenz.

    Viele Grüße
    Claudia