Claudias praktischer Ratgeber Unterschied Jungen und Mädchen

Der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen

Welches Spielzeug schenken Sie Jungen und Mädchen?
Gibt es typisches Spielzeug für Jungen und Mädchen?

Vor einigen Jahren habe ich das Buch Wir werden nicht als Mädchen geboren - wir werden dazu gemacht von Ursula Scheu gelesen, indem es darum geht, dass Weiblichkeit und auch Männlichkeit nicht angeboren sondern anerzogen sind.

 

Es gibt die Erb- und die Milieutheorie. Bei der Erbtheorie wird laut Wikipedia davon ausgegangen, dass die genetische bzw. stammesgeschichtliche Anlage die Entwicklung des Menschen prägt. Bei der Milieutheorie wird davon ausgegangen, dass Einflüsse und Erfahrungen aus der Umwelt die Entwicklung des Menschen prägt.

 

Jetzt mit Kindern beschäftigt mich dieses Thema wieder.

Fast alle Kinder machen eine ähnlich Entwicklung durch: Das erste Lächeln, Greifen, Drehen, die Bauchlage, das Robben, Krabbeln, Hochziehen, Laufen, Fremdeln, 1. Wort, Türme zum Umfallen bringen, Dinge bauen, in der Nase bohren, die Trotzphase, Pubertät. Es gibt lediglich zeitliche Unterschiede, wann ein Kind etwas neu kann. Manche Phasen wie z. B. das Fremdeln fallen weg oder sind stärker oder schwächer ausgeprägt.

 

Die Industrie trennt bei der Kleidung und Spielsachen ziemlich strikt in Jungen und Mädchen. Die klassische Farbe für Jungen ist blau und für Mädchen rosa. Schauen Sie sich mal einen Katalog für Kinderkleidung oder Spielwaren an, Sie werden sofort erkennen, wer die Zielgruppe ist. Die meisten Puppensachen mit Zubehör sind rosa. Wenn es Regenkleidung oder Schneeanzüge im Angebot gibt, ist es jedes Mal dasselbe Spiel. Die blaue Kleidung für Jungen ist ziemlich schnell vergriffen, weil manche Mütter auch für Mädchen lieber blaue Sachen kaufen, die rosafarbene Kleidung bleibt als Ladenhüter liegen.

 

Mein 1. Kind war ein Junge. Als Baby erhielt er Stofftiere und Dinge zum Greifen. Zum 1. Geburtstag erhielt er seinen 1. Bagger. Er zeigte von Anfang an eine große Begeisterung für jede Art von Fahrzeugen, die ein- und zweispurig aufgestellt wurden und sich in Kolonnen bewegten. Auf dem Spielplatz hatten die kleineren Kinder Spaß daran, Bauten zu zerstören, während die größeren Kinder gerne Burgen und andere Dinge bauten und sich ärgerten, wenn die kleineren Kinder die Bauten wieder zerstörten. Als mein Sohn sich auf dem Spielplatz jedes Mal die Puppe eines Mädchens auslieh und sie begeistert mitschleppte während wir dort waren, erhielt er eine eigene Puppe.

Zu dem Zeitpunkt verschickte ich regelmäßig Bilder und ein Kommentar war damals, warum auf so vielen Bildern eine Puppe sei, wo er doch ein Junge ist. Ich fand, dass dieser Kommentar zum alten und überholten Rollenbild gehörte, was Jungen und Mädchen bzw. Männer und Frauen tun und lassen und wie sie sein sollten. Dazu gehört, dass Frauen mütterlich, emotional und passiv sein und ein soziales Interesse zeigen sollen. Männer hingegen sollen dominant, stark und aktiv sein, dürfen nicht weinen. Ich habe bei der Auswahl des Spielzeugs immer geschaut, wo hat mein Sohn in der Spielegruppe oder bei Besuchen bei Freunden Interesse gezeigt, und dann solche Dinge gekauft.

 

Mein 2. Kind war ein Mädchen und hat von Anfang an die Kleidung von ihrem Bruder getragen und dasselbe Spielzeug zur Verfügung gehabt. Natürlich wurden auch einige rosa Strampler geschenkt. Später auf dem Spielplatz habe ich mir oft anhören müssen, meine Tochter sähe nicht aus wie ein Mädchen. Sie spielte ähnlich wie der Bruder mit Autos und stellte diese auf. Ihr Interesse an Puppen war allerdings ganz anders. Während für den Bruder die Puppe eher wie ein Stofftier war, verhielt sich meine Tochter von Anfang an wie eine richtige Puppenmama und achtete darauf, dass ihre Puppen zu essen und zu trinken bekamen, es wurde für sie gekocht, die passende Kleidung rausgesucht, wenn eine Puppe mitgenommen wurde. Es gab auch Stimmen, ich solle meine Tochter mal nett herrichten (Kleid, Kette, Hütchen) und Mädchen könnten doch keine weißen Unterhemden tragen. Aber ich stand auf dem Standpunkt, so lange meine Tochter ohne zu murren die Kleidung von ihrem Bruder trägt, gab es keinen Grund spezielle Mädchenkleidung zu kaufen. Außerdem gab es noch einen praktischen Grund, mit Rock oder Kleid bleibt ein Mädchen beim Toben und Klettern gerne mal hängen. Im Kindergarten änderte sich das allerdings, angeregt durch die vielen "Prinzessinnen" wollte meine Tochter auch T-Shirts in Rosa und Lila und vor allem Kleider tragen. Da es auf Basaren günstig Kinderkleidung gibt, habe ich "neu" einige Mädchenklamotten gekauft und meine Tochter hatte eine Freude daran, sich chic zu machen. Warum sie länger vor dem Spiegel steht als ich, weiß ich nicht.

 

Im Kindergarten habe ich schon häufig beobachtet, dass Mädchen gerne sitzen und basteln, während Jungen lieber toben. Es gibt Unterschiede. Und jetzt kommen wir wieder zum Thema zurück. Warum hat sich meine Tochter anders entwickelt, obwohl sie dieselben Bedingungen wie ihr Bruder hatte? Warum hat sie andere Interessen? Gibt es doch ein genetisches Programm, das abläuft? Kürzlich hatte meine Tochter ein T-Shirt mit einem Motiv von Cars (einem bekannten Disney-Film mit Autos) im Kindergarten an und wurde ausgelacht, weil Cars etwas für Jungen sei. Sie wollte es dann prompt nicht mehr anziehen, obwohl sie Cars eigentlich mag. Wie kommen schon Kinder dazu, Dinge als für Jungen oder für Mädchen zu klassifizieren? Warum heißt es nicht einfach, das gefällt mir oder eben nicht? Werden Kinder von den Eltern und der Gesellschaft in ein Schema gepresst? Heißt dass, das sich Kinder anpassen, um nicht aufzufallen und dazu zu gehören? Es gehört viel Mut dazu für ein Kind, zu sagen, mir gefällt das und deshalb trage ich es oder mache ich das so. Dafür braucht ein Kind ein gesundes Selbstvertrauen. Als Mutter versuche ich, ein gutes Beispiel zu sein und meinen Kindern möglichst viel Freiraum in ihrer Entwicklung zu lassen, sie zu motivieren und zu loben, damit sie selbstbewusst werden, aber auch Grenzen zu setzen.

 

Fazit

Für mich steht fest, dass Männer und Frauen unterschiedlich denken. Jeder kennt die Geschichte, dass Männer nicht die Butter im Kühlschrank finden und Frauen nicht einparken können. Ein gewisser Anteil wird uns vererbt, aber es gibt in unserer Umwelt noch einige Faktoren, die dazukommen, wie Mann bzw. Frau sich entwickelt.

 

Was denken Sie über typisch Mann und typisch Frau?

Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Petra (Montag, 27 April 2015 17:42)

    Hallo Claudia,
    Ich habe ja Mädels und Jungs und bei den Großen war es tatsächlich so, das sich die Mädchen für Puppen,basteln usw interessiert haben, wogegen die Jungs lieber getobt haben und mit Autos spielen mochten, bei meinen Beiden Jüngsten sieht es allerdings anders aus, da ist mein Sohn eher "mädchenhaft" mag Puppen, Mit der Küche spielen usw und meine jüngste Tochter ist ein richtiger Wirbelwind, die Klettert, im Matsch nach Regenwürmern buddelt oder schimpft wie nen Bauarbeiter;) daher bin mittlerweile von "typisch Junge/Mädchen" dann doch etwas abgekommen.
    Lieben Gruß
    Petra

  • #2

    Claudia (Montag, 27 April 2015 17:52)

    Hallo Petra,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Typisch Junge oder Mädchen finde ich auch zu pauschal, da es immer Ausnahmen gibt. Die Kinder sollen doch einfach mit dem spielen, was ihnen Spaß macht.
    Viele Grüße
    Claudia