Claudias praktischer Ratgeber zur Kommunikation

Journalismus, Content Marketing und PR

Wer kommuniziert über welche Kanäle?
Wie wird kommuniziert?

Kommunikation vom lateinischen communicatio = Mitteilung ist laut Wikipedia der Austausch oder die Übertragung von Informationen (Wissen, Erkenntnis oder Erfahrung). Privat und beruflich können wir persönlich, telefonisch, schriftlich oder digital miteinander kommunizieren, d. h. Wissen, Informationen weitergeben oder austauschen.

Im Journalismus, Marketing oder in Public Relations ist Kommunikation ein wichtiger Punkt, um Informationen zu erhalten und sie weiterzugeben.

 

Marc Ostermann von PR Desk - Content Marketing & Public Relations in Hagen hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu beantworten.

 

Was war als Junge Ihr Traumberuf?

 

Hahaha. Da gab es nicht einen, sondern viele: Feuerwehrmann, Polizist, Pilot und natürlich Journalist. Ich habe schon als Schüler Berichte und Kommentare geschrieben, die zurückblickend aber Gott sei Dank nicht veröffentlicht wurden…

Weshalb haben Sie sich dann für ein Magisterstudium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Film- und Fernsehwissenschaften, Politikwissenschaft entschieden?

 

Ich habe nach meinem Abitur begonnen, in einer Tageszeitungsredaktion als freier Mitarbeiter zu arbeiten. Spätestens nach meinem ersten Termin – einer Blutspende mitten im tiefsten Sommerloch – war für mich klar, dass ich nie wieder etwas anderes machen möchte als Schreiben. Ich glaube, ich kann nichts anderes – besser.

 

Da mich insbesondere der Journalismus und damit verbunden die Medienkommunikation sehr faszinierten, habe ich mein Studium auf dieses Interessensgebiet ausgerichtet. Und glauben Sie mir, das habe ich nicht bereut. Ich habe Seminare bei Chefredakteuren und Fernsehverantwortlichen besucht, in denen ich unheimlich viel für meine Arbeit gelernt habe. Und wer kann von sich schon behaupten, einer Legende wie Heribert Faßbender beim Besuch einer Vorlesung verzweifelt an der Hose herumgenestelt zu haben, weil der Sender des Mikros nicht halten wollte?

 

Sie waren Marketing Trainee und Pressesprecher bei der Dachgesellschaft der AFK Akademie Führung und Kommunikation und haben dort mehrere Kurse (z. B. Marketing-Crashkurs, PR-Arbeitsmethodik) besucht. Können Sie Ihre Tätigkeiten bei der Firma näher beschreiben?

 

Das Traineeship setzte sich aus verschiedenen Inhalten sowie Tätigkeiten zusammen – und war rückblickend äußerst wertvoll. Kleine Nebenbemerkung: Mit dem Engagement bei der AFK schloss sich ein Kreis. Denn die AFK wurde gegründet von Klaus Dörrbecker, dessen Buch zur Konzeptionstechnik wir in der Uni als Grundlage - etwas übertrieben ausgedrückt – auswendig lernen mussten. Ich sage nur „Rakete“. Die Insider wissen dann Bescheid. Wenn Sie in einem Institut mit diesem Renommee nach einem zweitägigen Assessment Center einen Vertrag bekommen, dann ballen Sie unter dem Tisch schon einmal die Siegerfaust.

An erster Stelle bei der AFK stand das Lernen. Ich kam aus dem Journalismus und machte jetzt PR für ein PR-Ausbildungsinstitut. Das erforderte natürlich erst einmal ein Umdenken und das Draufschaffen von wichtigem Handwerkszeug. Als Trainee nahm ich deshalb an so ziemlich jedem Seminar der Einrichtung teil, lernte das Konzeptionieren von PR-Kampagnen, das zielgruppenspezifische Schreiben, die Grundlagen des Marketings und wichtige Rhetoriktechniken.

Diese Inhalte setzte ich dann als Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung in die Praxis um. Ich arbeitete an der Konzeption zur Positionierung der AFK mit, schrieb Pressemitteilungen, Mailings, organisierte Veranstaltungen, schrieb Seminarunterlagen, arbeitete für externe Kunden und war redaktionell für den Blog des Unternehmens zuständig. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, ist es ziemlich anspruchsvoll, unter ihren Lehrern das Gelernte anzuwenden. Da gab es Bürotage, die alles andere als lustig waren, denn es wurde leidenschaftlich kritisiert und verbessert. Für die berufliche Entwicklung ist das optimal, aber man darf nicht allzu zart besaitet sein.

Am meisten Spaß machte mir aber mein Einsatz als Co-Trainer. Nachdem ich mich freigeschwommen hatte, durfte ich den Leiter der Akademie, Klaus Januschewski, als Trainer unterstützen. Insbesondere die Medientrainings in großen Unternehmen, in denen wir Krisenkommunikation unter realen Bedingungen (meist Katastrophenübungen) trainierten, sind echte Höhepunkte meiner beruflichen Biografie, an die ich sehr gerne zurückdenke. 

Was lernt man bei den Multimedia Marketing Kursen bei Comcave College, die Sie besucht haben?

 

Ganz ehrlich? Die Zukunft der Unternehmenskommunikation.

Es ist ja kein Geheimnis, dass sich die Kommunikation in den letzten Jahren stark verändert. Weg von der klassischen und medienvermittelten Kommunikation (die sie vorwiegend mit guter PR-Arbeit für ihr Unternehmen nutzen können) hin zu einem echten Dialog mit der Zielgruppe (z. B. in den sozialen Netzwerken).

Ich hatte das große Glück, fantastische Dozenten zu haben, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern täglich in ihrem jeweiligen Wissensgebiet praktisch tätig sind. Übrigens ist mir diese Kombination sehr wichtig, denn bei der AFK war das eine Grundvoraussetzung für die Trainertätigkeit, um eine praxisnahe Vermittlung der Inhalte zu gewährleisten.

Ich möchte Ihnen gerne ein Beispiel nennen: Onlinemarketing lernte ich bei Ralf Wenda, der in Dortmund eine Agentur betreibt, die Unternehmen bei der Kundengewinnung im Internet unterstützt und die Webseiten seiner Kunden „verkaufen“ lässt. Er hat schon hunderte Teilnehmer fit gemacht für das professionelle Onlinemarketing sowie erfolgreiches Social Media Marketing. Er ist – wenn Sie so wollen – schuld daran, dass auch ich meine Zukunft in der Onlinekommunikation sehe. Denn im Content Marketing verbinden sich das fundierte Onlinemarketing-Know-how mit redaktionellem Können und zielgruppenspezifischer Themenaufbereitung. Ich bin stolz, dass Ralf heute einer meiner Kooperationspartner ist. Denn wenn es einen Menschen gibt, der mich jemals fachlich um einen Quantensprung weitergebracht hat, dann ist es Ralf Wenda.

Was ist Ihre genaue Aktivität in der Studienstiftung des deutschen Volkes?

 

Ich war während meines Studiums Stipendiat dieses größten unabhängigen Begabtenförderungswerks der Bundesrepublik. Neben einer finanziellen Förderung stand dabei vor allem die fachliche Qualifizierung im Vordergrund.

Als Stipendiat haben Sie Vertrauensdozenten an Ihrer Universität, mit denen Sie sich regelmäßig über Ihre Studienausrichtung abstimmen können. Außerdem – und das ist der wahre Mehrwert – darf man an den berühmten Sommerakademien der Einrichtung teilnehmen. Dort beschäftigen sich Studenten mit (meist) ehemaligen Stipendiaten und heutigen Eliten des Wissenschafts- und Wirtschaftsbereich in lockerer Atmosphäre monothematisch mit den sie interessierenden Themen. Ich habe dort von Redakteuren vom Spiegel und der Tagesschau gelernt, wie Journalismus auf höchstem Niveau funktioniert.

Sie haben 15 Jahre als freier Journalist gearbeitet. Über welche Themen haben Sie Artikel geschrieben?

 

Meine „Heimatbasis“ war eine kleine Lokalredaktion, in der ich über alles berichtet habe, was innerhalb des Erscheinungsgebiets passiert. Das fing beim Klassiker, dem Kaninchenzuchtverein, an und hörte bei tödlichen Unfällen und Skandalen auf.

Der große Vorteil war, dass wir eine kleine Redaktion mit einer flachen Hierarchie waren und alles selbst machen mussten, was zur Produktion einer Tageszeitung eben anfällt – bis auf den Druck und das Verteilen natürlich. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Klamotten ich mir im Fotolabor beim Entwickeln unserer Bilder mit Chemikalien versaut habe. Als wir dann auf digitale Bildbearbeitung umgestellt haben, ist der Umsatz des heimischen Textil-Einzelhandels dramatisch eingebrochen…

Nachdem ich mir meine Sporen verdient hatte, durfte ich auch für den Hauptteil berichten. Ich hatte Bundesminister, Ministerpräsidenten und Fernsehstars vor der Kamera und dem Schreibblock. Das war eine spannende und extrem schöne Zeit. Leider geht es dem Journalismus heute aufgrund des Medienwandels nicht mehr so gut.

Was war der Grund, sich im Mai 2014 mit PR Desk - Content Marketing & Public Relations selbständig zu machen?

 

Ich war vor der Gründung sechs Jahre in unserem mittelständischen Familienbetrieb (Logistik, 20 Mitarbeiter) tätig. Ursprünglich sollte ich das Unternehmen nach dem Ausstieg meines Vaters weiterführen – und finanziell wäre das sicherlich auch eine kluge Entscheidung gewesen. Aber während meiner Zeit in der Spedition merkte ich immer deutlicher, dass das nicht mein Weg sein würde. Ich wollte wieder das machen, was ich am besten kann: Kommunikation.

Das klingt jetzt alles so locker-flockig. Aber natürlich war das eine extrem harte Entscheidung, denn Sie sehen dann dabei zu, wie das eigene Unternehmen verkauft wird und Mitarbeiter, die Ihnen über die Jahre ans Herz gewachsen sind, „alleine“ bzw. unter neuer Führung weitermachen.

Aber zurück zu Ihrer Frage. Es gab dann einen Punkt, an dem ich inne gehalten und mich gefragt habe: Was machst du jetzt mit deiner kuriosen Berufsbiografie? Ich wusste, ich kann sehr gut schreiben, habe eine fundierte PR-Ausbildung, kenne den Mittelstand sowie seine Probleme aus dem Effeff und bin fasziniert von den (neuen) Möglichkeiten der Onlinekommunikation. Tja, und dann machte Google mir auch noch das größte Geschenk überhaupt. Die Suchmaschine legt Wert auf aktuelle, hochwertige und Mehrwert liefernde Inhalte. Das war der endgültige Schubs in die richtige Richtung.

Denn aus dieser Melange an Erfahrungen und Ideen ergab sich der PR Desk fast zwangsläufig. Heute liefern meine Kooperationspartner und ich hochwertige Inhalte für die Unternehmenskommunikation von kleinen und mittelständischen Betrieben. Und das allerbeste daran ist: Meine Arbeit, unsere Kunden und meine fantastischen Kollegen lassen mich jeden Tag mit einem fröhlichen Pfeifen zur Arbeit fahren.

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten haben Content Marketing und Public Relations für Sie?

 

Kurz vorweg, denn das ist mir sehr wichtig: Content Marketing und Public Relations haben beide ihre Berechtigung als wichtige Kommunikationsinstrumente für Unternehmen.

Public Relations eignen sich noch immer perfekt, um mittels der Multiplikatoren in Fach- und Massenmedien Stakeholder zu erreichen. Allerdings hat die PR heute nicht mehr die Relevanz im Kommunikationsmix wie noch vor zehn Jahren.

Denn Unternehmen können heute recht einfach als Verleger ihrer eigenen Inhalte (beispielsweise im Rahmen eines Corporate Blog) auftreten und ihre potenziellen Kunden über zielgruppenspezifische Inhalte, die diese ansprechen und ihnen Mehrwert liefern, für ihre Marke, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung interessieren. So machen Unternehmen im Jahr 2015 Interessenten zu Kunden – und wenn sie dann noch richtig gut sind auch zu wichtigen Influencern.

Gemeinsam entfalten Content Marketing und Public Relations ein wirkungsvolles Grundrauschen im Aufmerksamkeits-Crescendo. Ich wollte auf keines der beiden Kommunikationsinstrumente verzichten. Deshalb hat der PR Desk als zweiten Vornamen auch „Content Marketing und Public Relations“ bekommen. Hahaha.

Welche Kenntnisse halten Sie für wichtig, um in den Bereichen Journalismus, Marketing oder Public Relations zu arbeiten?

 

Schwierige Frage! Ich befürchte, ich kann Ihnen darauf nur eine sehr oberflächliche Antwort geben, da ich sonst den Rahmen noch mehr sprengen würde, als ich das sowieso schon tue.

Die Gemeinsamkeit dieser drei Bereiche ist, Menschen zu informieren und zu interessieren. Dafür müssen die Praktiker dieser Bereiche wissen, wo sich ihre Zielgruppe befindet, was sie denkt und welche Informationen sie benötigt. Somit sind konzeptionelle wie strategische Kenntnisse wichtig, um erfolgreich in dem jeweiligen Bereich arbeiten zu können.

Aber wie bereits angemerkt: das ist eine recht oberflächliche Betrachtung.

Welche Eigenschaften sollten Menschen haben, die in diesen 3 Bereichen arbeiten?

  • Menschenkenntnis, um die Rezipienten oder die Zielgruppe mit relevanten Botschaften zu erreichen,
  • Neugierde, verbunden mit ganz viel Enthusiasmus für das jeweilige Thema oder Produkt,
  • Kreativität, um die Themen oder Produkte entsprechend in Szene zu setzen,
  • Ausdauer, denn in allen Bereichen erreicht man die gesteckten Ziele nicht mit einem einfachen Fingerschnipp (leider!).

Was zeichnet einen guten Text aus, abgesehen davon, dass er ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler sein sollte?

 

Das ist eine sehr schöne Frage, da sie eine gewisse Wertschätzung impliziert, die ich vor allem im Marketing häufig vermisse. Deshalb vielen Dank dafür.

Die Antwort ist ganz einfach. Ein guter Text muss sein Ziel erreichen!

 

Schließlich kann ein guter Text

  • informieren,
  • unterhalten,
  • verkaufen,
  • emotionalisieren,
  • zur Diskussion anregen,
  • zur Interaktion auffordern,
  • ein Problem lösen.

Bevor ich einen Text schreibe, muss ich also ganz genau wissen, welches Ziel der Text erreichen und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Darauf lassen sich dann die konkreten Inhalte, das Format und der jeweilige Kanal abstimmen. Deshalb ist übrigens ein ausführliches Texterbriefing so wichtig. Je mehr Informationen ein Texter hat, desto besser wird das Ergebnis.

Überspringt man aber diese grundlegenden Überlegungen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein Text die Zielgruppe nicht anspricht, erreicht oder interessiert. Und das hilft weder dem Leser, noch dem Autor und schon gar nicht dem Auftraggeber.

Da ich davon ausgehe, dass wir hier über Webtexte sprechen, die im Rahmen der Online-Kommunikation veröffentlicht werden sollen, muss der Text selbstverständlich auch für die Suchmaschinen optimiert sein. Deshalb sind auch diesbezüglich umfangreiche Überlegungen noch vor dem Tippen des ersten Buchstabens wichtig. Denn die Suchmaschinen indexieren textbasiert und sind heute in der Lage, hochwertige Inhalte von lieblos mit Keywords zugemüllten Texthaufen zu unterscheiden. Ein Texter, der kein SEO-Know-how hat, wird an diesem Punkt scheitern. Denn sein „Produkt“ wird vor dem Hintergrund der großen Konkurrenz nicht entsprechend in den Suchmaschinen ranken können.

Was ist für Sie ein guter Inhalt? Welchen Mehrwert muss er bieten?

 

Diese Frage schließt direkt an die vorige an. Ein guter Inhalt muss sein Ziel erreichen und die Fragen der Rezipienten beantworten. Dann liefern wir Mehrwert.

Gerade im Content Marketing sprechen wir sehr häufig über Mehrwert, mit dem man potenzielle Kunden für ein Unternehmen, eine Marke, eine Dienstleistung oder ein Produkt interessieren kann.

Um entsprechenden Mehrwert liefern zu können, ist es unabdingbar, sich in seine Zielgruppe – am besten über die Definition von Personas – hinein zu versetzen. Dann wird man relativ schnell bemerken, dass Inhalte, die Mehrwert liefern sollen, vor allem eines transportieren müssen: Nutzen.
Denn ein potenzieller Kunde - egal ob im B2C oder im B2B - fragt sich immer: Welchen Nutzen habe ich davon, welche Vorteile bringt mir das angebotene Produkt ganz persönlich. Das kennen Sie sicherlich aus Ihrem eigenen Suchverhalten. Sie fragen sich:

  • Lösen das Produkt oder die Dienstleistung mein Problem?
  • Inwiefern macht das Angebot mein Leben einfacher oder bequemer?
  • Welchen Nutzwert hat das Angebot für mich? (Und etwas abstrakter:) Befriedigt es meine emotionalen Bedürfnisse?

Übrigens ist das exakt die Schwäche vieler Webseitentexte. Nehmen Sie sich mal die Zeit und surfen Sie auf beliebige Unternehmenswebseiten. Dabei ist es egal, ob Sie auf der Präsenz einer kleinen oder aber großen, international agierenden Firma landen. Sie werden immer wieder eine Menge an (technischen) Features finden, die ein angebotenes Produkt beinhaltet. Diese Informationen interessieren den Kunden aber erst in einem zweiten oder dritten Schritt.

Ich möchte Ihnen das mal an einem ganz banalen Beispiel erklären: Wir bieten als Dienstleistung Content Marketing. Da könnte ich jetzt auf unserer Webseite schreiben, dass Content Marketing ein sehr erfolgreiches Kommunikationsinstrument ist und erklären, wie es in der Kommunikationsstruktur eines Unternehmens verankert sein muss, wie der Prozess der Implementierung abläuft, welche organisatorischen Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, welche Formate es gibt, wie diese Formate aufgebaut sein müssen und so weiter. Aber das interessiert den potenziellen Kunden an dieser Stelle nicht. Er fragt sich, welche Vorteile liefert mir Content Marketing konkret für mein Business?

Deshalb wechseln wir die Perspektive, sprechen nicht von uns und unserem Produkt, sondern von ihm und seinen Vorteilen.

Wenn Du, lieber Kunde, Content Marketing betreibst,

  • entwickelst du mittels deiner Inhalte Autorität und positionierst dich als Experte deiner Branche,
  • steigerst du die Markenbekanntheit,
  • stärkst du deine Webseite und unterstützt durch die hochwertigen Inhalte die Suchmaschinenoptimierung,
  • generierst du Leads,
  • kannst du den Absatz deiner Produkte und Dienstleistungen steigern.

Das zeigt dem potenziellen Kunden den Nutzen eines Produkts auf und liefert ihm Mehrwert, da dieser Text die Fragen beantwortet, die er sich zu diesem Zeitpunkt stellt. So schafft man Vertrauen, denn der User fühlt sich individuell angesprochen und ernst genommen.


Was muss eine gute Website unbedingt haben, um Besucher auf der Website zu halten?

Jetzt kann ich mich mal ganz entspannt zurücklehnen, denn das beantworten zu einem großen Teil schon die vorigen Fragen: Inhalte (nicht nur Texte!), die zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle nutzwertige Informationen liefern, die zielgruppenspezifisch aufbereitet sind und deshalb den User in diesem Augenblick interessieren.

Der PR Desk ist ja eine Kooperation. Ich arbeite mit Webdesignern zusammen, die diese Inhalte entsprechend in Szene setzen und visuell ansprechend präsentieren. Denn neben der Usability einer Seite ist auch das Design ein wichtiger Faktor, um User auf der Webseite zu halten. Gefällt denen nicht, was sie sehen oder finden sie nicht, was sie suchen, dann sind sie schneller weg, als ein Webmaster das Wort „Absprungrate“ sagen kann…

Welche Tipps haben Sie zur Leadgenerierung?

Leadgenerierung, also die Wandlung eines anonymen Users in einen qualifizierten Interessenten, der einem Unternehmen seine Kontaktdaten überlässt, ist ein zentrales Element im Content Marketing. Leadgenerierung hat - meiner Meinung nach - viel mit Vertrauen und Respekt zu tun.

Sie kennen das: Bevor Sie einem Unternehmen Ihre Mailadresse überlassen oder Ihre Telefonnummer übermitteln, überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie diesen Schritt gehen wollen. Sie möchten schließlich nicht mit Mails zugeballert und durch Anrufe gestört werden. Mal ganz davon abgesehen, dass das nur unprofessionelle Unternehmen wirklich praktizieren. Aber die Sorge ist trotzdem vorhanden.

Deshalb müssen Unternehmen gute Argumente liefern, um einen zunächst noch anonymen User davon zu überzeugen, seine Kontaktdaten zu übermitteln. Wenn Sie aber hochwertige Angebote, die Ihren Webseitenbesucher interessieren und die er jetzt unbedingt haben möchte, vorhalten, dann haben Sie schon einmal ganz gute Argumente.

Bieten Sie – quasi im Tausch gegen die Daten – qualitativ hochwertige Informationen, die der User in dieser Form nicht so schnell woanders findet.

Stellen Sie Whitepaper, Studien, eBooks oder Podcasts zur Verfügung. Laden Sie ihn zu einem kostenlosen Webinar ein oder bieten Sie ein umfassendes Video-Tutorial, das ein ganz spezifisches Problem löst.

Das schafft Vertrauen in Ihre Kompetenz, bindet den User an Ihr Unternehmen und lässt ihn positiv mit Ihrer Marke in Kontakt treten.  

Was ist beim Markenaufbau oder Aufbau einer Online-Reputation wichtig?

 

Authentizität.

Es gibt selbstverständlich noch einige andere Punkte, aber ohne einen authentischen Markenauftritt on- und offline funktioniert der Reputationsaufbau nicht.

Stimmen Botschaften und Inhalte nicht mit der Realität überein, gibt es Brüche, die man kommunikativ schlecht wieder schließen kann.

Deshalb empfehlen wir unseren Kunden aus kleinen und mittelständischen Unternehmen immer wieder: Seid authentisch, legt auch online allergrößten Wert auf persönlichen Kontakt, macht euch und euer Produkt nicht größer als ihr seid. Ihr habt genug Qualitäten. Kommuniziert diese im Rahmen einer durchdachten Kommunikationsstrategie, lernt aus Erfahrungen, messt (insbesondere) eure Onlineaktivitäten und verbessert auf Basis dieser Daten eure Kommunikationsanstrengungen.

Ein abschließendes Beispiel: Der PR Desk ist noch sehr jung. Er wird in diesem Monat ein Jahr alt. Deshalb ist gerade das Thema Markenaufbau ein Thema, mit dem wir uns regelmäßig beschäftigen. Sie werden von uns – außer in Onlineformularen, die keine andere Angabe zulassen – niemals lesen, dass wir eine PR-Agentur oder eine Content Marketing-Agentur sind.

Diese Bezeichnungen sind natürlich verlockend, denn viele potenzielle Kunden suchen danach, wenn sie nach Anbietern recherchieren. Das Wort Agentur vermittelt schließlich eine gewisse Größe, Manpower und Professionalität.

Aber ich möchte einem Interessenten beim ersten Besuch bei uns nicht erklären müssen, dass wir keine Agentur sind (auch wenn es bei uns so aussieht und man den Eindruck perfekt erwecken könnte). Wir sind eine Kooperation aus hochprofessionellen und spezialisierten Freiberuflern – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Kunde würde mir jegliches Vertrauen abhanden kommen, wenn ich feststellen müsste, dass ich schon zu Beginn des Kontakts mit einer Halbwahrheit konfrontiert wurde. 
 
Also: Authentisch bleiben, auf die eigenen Qualitäten setzen, Strategie entwickeln, messen, lernen und immer besser werden. Dann klappt es auch mit dem Reputations- und Markenaufbau!

Welche Inspirationsquellen nutzen Sie für kreative Ideen?

Hahaha. Gute Frage, kurze Antwort: Die besten Ideen habe ich unter der Dusche oder beim Joggen. Eins von beiden funktioniert bei mir immer.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?

Ja, unbedingt.

Aus einer gewissen Dankbarkeit heraus, möchte ich mal das Prinzip der Spiegel-Interviews umdrehen und an dieser Stelle den berühmten Satz aussprechen: Frau Dieterle, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Und ganz demütig möchte ich noch hinzufügen: Es tut mir sehr leid, dass die Antworten so lang geworden sind, aber ich konnte schon nur an der Oberfläche kratzen, deshalb ging es leider nicht viel kürzer. Tut mir sehr leid.

 

Ich bedanke mich auch für die ausführlichen und interessanten Antworten. Mir waren die Antworten nicht zu lang.

 

Frage an die Leser: Wie wichtig ist Kommunikation in Ihrem Beruf?

Inhaber von PR Desk - Content Marketing & Public Relations
Marc Ostermann


Der dynamische Marc Ostermann im Bild links.

 

Wenn Sie schauen wollen, wo und was er sonst noch kommuniziert:

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Dr. Cornelia Grüner (Mittwoch, 13 Mai 2015 09:53)

    Kommunikation ist in meinem Beruf als Rechtsanwältin enorm wichtig. Das fängt schon damit an, dass ich in der Erstberatung herausbekommen muss, was genau das Problem des Mandanten wirklich ist. Und bei Verhandlungen mit gegnerischen Haftpflichtversicherungen oder vor Gericht läuft ohne Kommunikation gar nichts.
    Zusätzlich muss ich dann noch im Internet rüberbringen, welche Fachgebiete ich bearbeite und dass ich mich mit der Thematik auch intensiv beschäftige.

  • #2

    Jutta Beyer (Mittwoch, 13 Mai 2015 10:53)

    Hallo,
    Kommunikation spielt in meinem Beruf eine große Rolle. Eigentlich ist sie meiner Meinung nach in fast allen Berufen unerlässlich, dann ohne Kommunikation/Dialog mit Zielgruppe, Stakeholdern, Kollegen und natürlich bestehenden Kunden, war wären wir da im Beruf? Nicht viel, und sicher nicht erfolgreich ;)
    Vielen Dank für das interessante Interview,
    Viele Grüße
    Jutta

  • #3

    Claudia Dieterle (Mittwoch, 13 Mai 2015 12:16)

    Hallo Frau Dr. Grüner,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Stimmt, bei Rechtsanwälten muss sehr viel kommuniziert werden, um erst mal das Problem zu erfassen und dann zu beraten, da es ja meist 2 Seiten gibt.
    Freundliche Grüße
    Claudia Dieterle

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 13 Mai 2015 12:17)

    Hallo Jutta,
    vielen Dank für den Kommentar. Stimmt, bei Deinem Beruf muss auch sehr viel kommuniziert werden. Kommunikation ist beruflich und privat ein äußerst wichtiger Punkt.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Steve Naumann (Freitag, 05 Juni 2015 15:34)

    Ein sehr schönes Interview. Ungewöhnlich lang. Dabei war es mir eine Freude, es zu lesen und dich, Marc Ostermann, mal etwas näher kennenzulernen. Mal abgesehen davon, ist da so viel Input, dass es Claudias Wortlaut "praktischer Ratgeber" mehr als gerecht wird. Man muss sich nur die Zeit nehmen, lesen und die Informationen für sich nutzen.

    Ohne Kommunikation läuft auch bei mir nichts. Beim Online-Marketing sowieso nicht. Aber selbst wenn ich mich in meine Leidenschaft Programmierung vertiefe, gibt es besonders bei kniffligen Sachen den Moment, dass man selbst in Foren keine fertige Antwort findet. Dann tauscht man sich auch mal über mehrere Beiträge aus, die sich schon mal über einige Tage hinweg ziehen können.

    Gibt es eigentlich einen Beruf, den man ohne Kommunikation ausüben kann?

  • #6

    Claudia (Freitag, 05 Juni 2015 18:04)

    Hallo Steve,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, das Interview ist lang, aber so informativ, dass man bis zum Schluss liest, und es passt gut in meinen "praktischen Ratgeber".
    Du hast Recht, es gibt wohl keinen Beruf, wo man nicht früher oder später kommunizieren muss.
    Und das Internet ist ideal geeignet, um sich z. B. in Foren auszutauschen und Hilfe zu holen.
    Viele Grüße
    Claudia