Claudias praktischer Ratgeber zum Bedürfnis nach Ruhe

Wie viel Ruhe braucht der Mensch?

Musik, Klingeltöne Handy, was hören Sie?
An welchem Ort findet man Ruhe?

Die Definition von Ruhe ist gar nicht so einfach. Im Allgemeinen wird sie mit der Abwesenheit von Lärm erklärt. "Der hat die Ruhe weg" sagt man, wenn jemand in jeder Situation gelassen reagiert. Wenn es zu laut ist, spricht man von Ruhestörung. Wir ruhen uns aus, wenn wir schlafen. Die letzte Ruhe ist der Tod. Jeder von uns hat ein individuelles Bedürfnis nach Ruhe. Aber fangen wir von Anfang an.

  • Bei der Geburt schreien die meisten Babys, in der Regel ein Zeichen dafür, dass sie gesund zur Welt gekommen sind. Für die Eltern ist es dann vorbei mit der gewohnten Ruhe.
  • Wenn ein Baby Hunger oder die Windel voll hat, schreit es, damit Mutter oder Vater den Hunger stillen bzw. die Windel wechseln.
  • Manche Babys brauchen vollkommene Ruhe, um schlafen zu können, andere stört ein gewisser Geräuschpegel nicht.
  • Ein Kleinkind schreit, wenn ihm etwas nicht passt. In der Trotzphase ist das besonders ausgeprägt und stellt die Geduld der Eltern auf eine harte Probe.
  • Die Eltern haben meistens nur dann Ruhe, wenn die Kinder schlafen oder bei Freunden oder Verwandten sind.
  • Es gibt introvertierte Kinder, die gerne lesen, basteln und kreativ tätig und eher ruhig sind.
  • Es gibt extrovertierte Kinder, die lieber toben, Sport machen und etwas unternehmen und eher laut sind.
  • Und natürlich gibt es viele Mischformen.
  • Es gibt junge und auch alte Menschen, die ohne Unterbrechung immer reden. Da wünscht man sich manchmal einen Ausschalter.
  • Manche Menschen schreien, wenn sie sich verletzen, sie erschreckt werden und in anderen Situationen.
  • Es gibt Menschen, die Ruhe schätzen, und es gibt Menschen, die gerne Leute um sich haben und für die Ruhe Langeweile bedeutet.
  • Wenn wir streiten, verlieren wir oft unsere Ruhe und schreien, Kinder kreischen, Mädchen können das besonders schrill und unangenehm für die Ohren.
  • Kranke Menschen benötigen oft mehr Ruhe als gesunde. Nicht umsonst sind Kurkliniken oft in ländlichen Gegenden.

2 Erlebnisse fallen mir zum Thema Ruhe ein:

  • In einem Hochhaus wohnte ein nettes älteres Ehepaar neben mir. Als es auszog und ich nach dem Grund fragte, erklärten mir die beiden, es sei laut. Wenn ich in ihrem Alter wäre, würde ich das verstehen. Zu dem Zeitpunkt verstand ich die Aussage tatsächlich noch nicht, mittlerweile schon.
  • Als ich Kinder hatte und in einem Geschäft nach einem Geschenk suchte, machte die Verkäuferin die Bemerkung, das Geschenk (ich hatte eine elektronische Tischkinderorgel in der Hand) sei laut, das würden nur Tanten und Onkel schenken, aber keine Eltern, die dann jeden Tag den Lärm aushalten müssen.

Wir werden täglich mit sehr vielen Geräuschen konfrontiert. Das sind vor allem der Straßenlärm und technische Geräte. Ob nun Waschmaschine, Trockner, Fernseher, CD-Player laufen, es ist in der Regel nie absolute Ruhe.

Kinder legen bei Spielzeug Wert auf Funktionen und Geräusche. Puppen oder Stofftiere können mittlerweile sprechen. Es gibt GameBoys, die mit ihren ständigen Tönen die Anwesenden ganz schön nerven können.

Viele sind über Smartphone fast immer erreichbar und stellen sich diverse Klingeltöne ein.

 

Nur wenige Menschen können absolute Ruhe genießen und sich vollkommen entspannen. Es ist nicht einfach, sich nicht zu bewegen, bewusst zu atmen und an nichts zu denken. Meistens schweifen unsere Gedanken in eine bestimmte Richtung, wenn wir versuchen, körperlich und geistig nichts zu tun.

Mittlerweile gibt es sogenannte Klostertage, um eine Auszeit zu nehmen, Stille zu genießen, zu sich selbst bzw. zur Ruhe zu kommen.

 

Es ist auch wichtig, Rücksicht auf das Bedürfnis anderer nach Ruhe zu nehmen. Eine laute Party mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden, wenn andere schlafen wollen, weil sie am nächsten Tag früh zur Arbeit müssen, ist nicht besonders rücksichtsvoll. Traurig ist allerdings, dass Kinder oft als "Lärmbelästigung" empfunden werden.


Tatsache ist, dass sich das Bedürfnis nach Ruhe im Laufe des Lebens verändert. Während ich früher, sobald ich zu Hause war, meist sofort Musik angemacht habe, genieße ich es heute mit Kindern, auch mal nichts zu hören.


Wie viel Ruhe brauchen Sie?

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Peter Ehrlich (Mittwoch, 05 August 2015 07:36)

    Hallo Claudia,
    Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich höre, dass Kinder lärm machen. Derweil sind es wir Erwachsene, die viel mehr belästigenden Lärm verursachen. Ich denke nur daran, wenn wir mit unseren Autos durch die Straßen fahren, 24 Stunden am Tag. Das ist Lärm 24 Stunden lang. Kein Mensch regt sich darüber auf. Aber gerade dieser Lärm macht krank.
    Viele Grüße
    Peter

  • #2

    Alex L (Mittwoch, 05 August 2015 07:53)

    Hallo Claudia,
    ich finde viel Ruhe auch gut und nehme meistens alles gelassen. In der Gegend herumschreien, wenn etwas einem nicht passt, bringt einfach nichts :-)

    Früher hörte ich Techno, heute höre ich nur leise das Radio. Mit der Zeit hat sich das Bedürfnis nach Ruhe bei mir verändert und was noch vor 10 Jahren galt, gilt heute nicht mehr. Ich finde, dass es bei jedem Menschen sehr unterschiedlich damit sein kann und auch ist.

    Vollkommene Ruhe brauche ich, wenn ich im Internet arbeite und da mache ich manchmal auch die Musik und/oder das TV aus, damit es still im Raum ist.

  • #3

    Claudia (Mittwoch, 05 August 2015 13:59)

    Hallo Peter,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da hast Du leider recht. Man regt sich mehr über "Kinderlärm" als über Straßenlärm auf, dabei ist der Straßenlärm viel lauter.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 05 August 2015 14:01)

    Hallo Alex,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Interessant über Deine Erfahrungen zu lesen betreffend Bedürfnis Ruhe. Der Musikgeschmack hat sich bei mir auch geändert über die Jahre.
    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Hans (Mittwoch, 05 August 2015 19:14)

    Hallo Claudia,
    ein interessantes Thema, dass mir seit einiger Zeit auch sehr zu schaffen macht. Ich bin ziemlich lärmempfindlich. Wobei ich spielende Kinder draußen natürlich tolerieren kann. Wenn ich etwas schreibe, habe ich gerne meine Ruhe. Leider macht mir aber seit einiger Zeit auch noch ein kleiner Mann im Ohr Ärger.
    Einfach mal irgendwo sitzen und die Gedanken mal laufen lassen, mal eine Weile nicht reden, nur still sein. Das ist ein wenig "chillen".
    HG Hans

  • #6

    Claudia (Mittwoch, 05 August 2015 19:23)

    Hallo Hans,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Wenn ich mich konzentrieren muss, habe ich auch gerne meine Ruhe. Wünsche Dir gute Besserung für Deinen kleinen Mann im Ohr.
    Viele Grüße
    Claudia