Claudias praktischer Ratgeber Blogparade Kommunikation 2016

Kommunikationsstrategien 2016

Nicolas Scheidtweiler hat zu einer Blogparade Erwartungen an das Kommunikations-Jahr 2016 eingeladen.

 

2015 waren das meine Kommunikationsstrategien. Eins ist für mich sicher, das klassische Telefon wird als Kommunikationsmittel immer weniger verwendet und es wird immer mehr digital kommuniziert werden. Aber auch digital ist die Kommunikation für mich immer ein Gespräch, ein Dialog oder eine Diskussion. Sie kann auch eine Marketing- oder Verkaufsstrategie sein, um potentielle Kunden anzusprechen und zum Kauf zu animieren. 

 

Gehen wir doch ein paar Möglichkeiten für die Kommunikation durch.

 

Soziale Netzwerke

Über seine Kontakte in den sozialen Netzwerken erfährt man, was anderen gefällt, was diese gut oder schlecht finden. Viele Firmen sind mittlerweile mit einem Profil vertreten. Die sozialen Netzwerke werden auch als Suchmaschinen verwendet. Die Kommunikation wird sich deshalb immer mehr in die sozialen Netzwerke verschieben. Social Selling wird populärer werden. Die Buy-Buttons zeigen deutlich in diese Richtung. Es wird schwieriger, die Nutzer auf die Website zu lotsen. Dasselbe Problem haben auch Blogger, da mehr in den sozialen Netzwerken kommentiert und kommuniziert wird als im Blog. Vor allem Facebook und Twitter sind geeignet, um mit Kontakten, Kunden, Geschäftspartnern, usw. zu kommunizieren. Die Chat-Möglichkeit bei Facebook oder die Direktnachrichten auf Twitter (mittlerweile bis 10.000 Zeichen möglich) machen es einfach, mit seinen Kontakten zu kommunizieren.

Seit November 2014 hat Google+ ein neues Design und legt den Schwerpunkt auf Sammlungen und Communities. Wie immer gibt es Nutzer, die das gut finden und solche, die das vorherige Design vorziehen.

Bei den Google+ Communities findet sich für fast alle Interessen eine passende Gruppe, um Informationen auszutauschen und mit Gleichgesinnten zu kommunizieren. Ebenso in Gruppen auf LinkedIn oder Facebook.

Welches soziale Netzwerk sich am besten für die Kommunikation eignet, lässt sich pauschal nicht beantworten. Sowohl beruflich als auch privat hängt das davon ab, wo Freunde, Bekannte, Kunden, Geschäftspartner, etc. aktiv sind und was man erreichen möchte. Dafür empfehle ich eine Recherche vorab und einfach mal ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Meine Empfehlungen für die berufliche Kommunikation sind LinkedIn, Twitter und Google+. Facebook ist für mich eine private Kommunikationsplattform, aber eben deshalb ist dieses Netzwerk auch für Firmen interessant, weil sich dort Kunden und Entscheider aufhalten.

 

Social Media Kampagnen

Fast jedes soziale Netzwerk bietet die Möglichkeit, Kampagnen zu starten, um die Follower zu einer Interaktion oder einem Dialog zu bewegen. Ob nun ein Gewinnspiel oder Quiz, eine Umfrage oder Schnitzeljagd, der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Sehr originell finde ich, das Verschwinden der Bilder auf Snapchat zum Vorteil für die Kampagne zu nutzen.

 

Website und/oder Blog

Da man bei den sozialen Netzwerken von Dritten abhängig ist, nie weiß, wie lange und in welcher Form sie existieren werden (Beispiel Google+), ist für mich die eigene Website und/oder ein eigener Blog das Kommunikationsmittel, das jedes Unternehmen, das im Internet gefunden werden will, haben sollte, um frei zu entscheiden, was und wie mit der Zielgruppe kommuniziert werden soll. Dabei ist die Authentizität der Website bzw. des Blogs von großer Bedeutung. Der Besucher muss so angesprochen werden, dass er sich wohlfühlt und gerne verweilt und ein authentisches Bild erhält.

 

Videos

Laut einer Umfrage würden 51 % in 2016 gerne mehr mit YouTube experimentieren. Ein Video ist eine sehr visuelle Art der Kommunikation, um eine Firma, einen Menschen, eine Dienstleistung oder ein Produkt vorzustellen. Ein professionell gemachter Imagefilm löst Emotionen aus, schafft Vertrauen und kommuniziert direkt mit dem Betrachter, veranlasst uns, etwas zu kaufen.

 

Lifestreaming

Da ein professionelles Video recht aufwendig und teuer ist, wird Lifestreaming weiter an Bedeutung gewinnen. Mit Periscope oder Meerkat ist es recht einfach möglich, eine aktuelle Entwicklung, ein Event oder Ähnliches live zu übertragen. Die Livestreams können direkt mit den Followern auf Twitter geteilt und kommentiert werden. Bei Meerkat kann das Konto auch mit Facebook verknüpft werden. Eine Echtzeitübertragung kann geschickt genutzt werden, um direkt mit potentiellen Kunden zu kommunizieren. Deshalb denke ich, dass diese Kommunikationsform technisch erweitert und mehr genutzt werden wird.

 

Messenger

Statt zu telefonieren, E-Mails oder SMS zu senden wird vermehrt über Messenger kommuniziert werden. Ob nun über die Messenger-App von Facebook oder WhatsApp, 2014 von Facebook übernommen, mittlerweile wird lieber eine Nachricht geschrieben als gesprochen.

 

Life-Chat-Support

Auf Websites, besonders wenn etwas verkauft werden soll oder ein Online-Shop vorhanden ist, sieht man immer häufiger die Möglichkeit für einen Life-Chat-Support. Dabei erscheint auf der Website nach einer bestimmten Zeit, meistens unten rechts, ein Fenster mit der Frage, ob Hilfe benötigt wird. In der Regel müssen der Name, E-Mail oder Telefonnummer und die Frage eingegeben werden. Eine sehr gute Möglichkeit, einen Besucher auf der Website zu halten und direkt Fragen zu beantworten. Das entsprechende Unternehmen muss natürlich auch eine zeitnahe Beantwortung der Fragen sicherstellen. Der Life-Chat-Support ist eine moderne Form der Kommunikation, die meiner Meinung nach immer mehr genutzt werden wird. Über Google Hangout gibt es ebenso eine Chat-Funktion wie auf Facebook, die allerdings eher zum chatten als für Support genutzt wird.

 

Storytelling

Die Diskussionen um Adblocker haben es ganz klar gezeigt, die Menschen wollen nicht plump angesprochen werden "kauf mich, ich bin das Beste". Werbung muss gut verpackt sein. Mit Storytelling oder Storyscaping wird versucht, in Form einer ansprechenden Geschichte eine Verbindung zwischen dem Verbraucher und der Marke herzustellen, um eine Botschaft zu kommunizieren. Diese Marketing-Technik wird sicher weiter ausgefeilt werden.

 

Influencer-Marketing

Beim Influencer-Marketing kommuniziert ein Prominenter, Blogger oder Networker mit hohem Bekanntheitsgrad und hoher Reichweite eine Botschaft über eine Marke. Wenn wir diesem Influencer (Beeinflusser oder Meinungsmacher) vertrauen, überträgt sich das auf das Produkt oder die Dienstleistung. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Die Schwierigkeit besteht darin, den passenden Influencer zu finden. Ein weiteres Problem besteht darin, wenn das Produkt nicht das hält, was es bzw. der Influencer verspricht, überträgt sich das auch negativ auf den Influencer. Im weitesten Sinn sind auch Bewertungen Influencer, denn sie veranlassen uns, ein Produkt zu kaufen oder eben nicht zu kaufen. Generell ist es nicht immer einfach, eine Bewertung, egal ob sie von einem Familienangehörigen, Bekannten, Unbekannten oder einem Influencer gemacht wurde, zu bewerten und die richtige Kaufentscheidung zu treffen, da in der Kommunikation menschliche Faktoren, Assoziationen und Manipulationen zu unterschiedlichen Ergebnissen beim Empfänger/der Zielgruppe führen können. Simples Beispiel ist das Spiel Stille Post.

 

Echtzeit-Marketing

Beim Echtzeit-Marketing reagieren Marken auf aktuelle Ereignisse in Echtzeit, also zeitnah. Besonders bekannt sind dabei die Beißattacke des Fußballers Luis Suarez und die Reaktionen von Snickers oder Sixt und der Stromausfall beim Superbowl 2013 und die Reaktion von Oreo. Dabei werden aktuelle Ereignisse in neuer Form mit Bezug auf die Marke kommuniziert und erreichen eine sehr hohe Reichweite. Da im Internet Informationen sehr schnell gefunden und verbreitet werden können, wird diese Form der Kommunikation an Beliebtheit gewinnen.

 

Virtuelle Arbeitswelt

Auch in der Arbeitswelt hat sich die Kommunikation drastisch verändert und wird noch digitaler werden. Angefangen bei der Bewerbung, die mittlerweile meist digital übermittelt wird, dem 1. Gespräch, das oft nicht mehr persönlich sondern virtuell stattfindet, bis zur Arbeit mit Kollegen und Geschäftspartnern im Homeoffice oder Ausland. Gespräche oder Konferenzen finden z. B. über Skype oder Google Hangout statt. Für Events oder Meetings wird z. B. GoToMeeting oder edudip verwendet. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob virtuelle Teams  effizient arbeiten, welche technischen und menschlichen Anforderungen notwendig sind, um eine produktive Arbeit unter Menschen, die räumlich getrennt sind und sich nicht persönlich kennen, zu ermöglichen. Bei der ganzen Technik darf der Mensch nicht vergessen werden. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber (Unternehmen) müssen darauf achten, was sie im Internet kommunizieren, da beide Seiten sich im Internet bei der Stellensuche und der Stellenbesetzung informieren.

 

Hashtags

In der Kommunikation in den sozialen Netzwerken werden immer mehr Hashtags verwendet werden. Ein Beispiel ist das Hashtag #toolparade der aktuellen Blogparade von ZIELBAR. Ein Hashtag ist ideal geeignet, um Informationen oder Daten zu einem bestimmten Thema zu sammeln oder zu recherchieren und ist deshalb ein gutes Werkzeug für die Kommunikation.

 

Fazit

Wie eingangs erwähnt wird die Kommunikation in 2016 immer mehr von offline zu online gehen. Wenn man bedenkt, was alles für Daten über jeden Einzelnen von uns im Internet vorhanden sind durch die Nutzung von Suchmaschinen oder kostenloser Online-Dienste, wo immer mit den eigenen Daten bezahlt wird, dann wird klar, wie es durch die Analyse unseres Nutzerverhaltens möglich ist, ein Profil von uns zu erstellen, so dass die Werbung immer zielgenauer wird und genau das kommuniziert, was wir über uns preisgegeben haben.

 

Was erwarten Sie von der Kommunikation in 2016?

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Peter Ehrlich (Montag, 11 Januar 2016 09:33)

    Hallo Claudia,
    ein guter Artikel, der zum Nachdenken anregt. Es ist egal, für welche Ziele man eine Kommunikationsstrategie braucht. Jeder wird seine Eigene erstellen müssen. Dabei ist wichtig, wem ich wo abhole. Hinzu kommt, was man mit der Kommunikation bezweckt. Im Verkauf beginnt das mit Interesse wecken und Informationen. Dafür sind die Sozialmediakanäle hervorragend geeignet. Während der Entscheidung ob hopp oder topp, ist ein individuelles Gespräch unabdingbar. Zumindest für viele Bereiche im Reiseverkauf. Während dieser Phase scheiden sich die Geister.
    Einmal sind es die Sofortisten, die einen schnellen Einkauf lieben. Über Smartphone o.ä. Können schnell direkt Hotels und Pauschalreisen gebucht werden. Wer mehr von seiner Reise verlangt, sucht eine vertrauensbildende Kommunikation. Das geht nur Face to Face oder per Telefon. Die Kommunikation teilt sich nach wie vor in eine sofortige schnelle Kommunikation und in eine vertrauensbildende Kommunikation.
    Smartphone und Sozialmedia sind zwar beliebt, die konservativen Kommunikationen nehmen aber immer noch einen hohen Stellenwert ein. Warum das so ist, das ist ein anderes Thema.
    Viele Grüße
    Peter

  • #2

    Claudia (Montag, 11 Januar 2016 13:58)

    Hallo Peter,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Das ist richtig, man kann nicht pauschal sagen, welche Kommunikationsstrategie die beste ist und die sozialen Netzwerke sind ideal geeignet, um Interesse zu wecken und Informationen zu geben. Aber ein individuelles Gespräch ist dann doch oft wichtig und notwendig, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Persönliche Gespräche (auch per Telefon) werden noch gewünscht. Aber die Anbahnung, der Weg bis dahin, ist meist digital. Da hast Du recht, vertrauensbildende Kommunikation ist ein anderes, sehr interessantes, Thema.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Stephan 黒 (Montag, 11 Januar 2016 18:55)

    Hallo Claudia,
    spannender Artikel, auch wenn ich denke, dass sich das Telefon weiterhin halten wird.
    (direkter Austausch per Sprache ist in manchen Situationen einfach am effizientesten).
    Besonders gut hat mir der Link zu dem Thema Social Media Kampagnen auf Snapchat gefallen, da ich Snapchat noch gar nicht so sehr im Blick hatte.
    Beste Grüße
    Stephan

  • #4

    Claudia (Montag, 11 Januar 2016 20:03)

    Hallo Stephan,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Das Telefonieren wird es schon weiterhin geben, aber weniger mit dem klassischen Telefon wie im Bild, sondern mehr mit dem Smartphone. Da hast Du natürlich recht, manche Dinge kann man besser mündlich klären. Die Kampagnen mit Snapchat fand ich auch sehr gut.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #5

    Alex L (Sonntag, 24 Januar 2016 13:13)

    Hallo Claudia,
    ich will doch schwer hoffen, dass Blogger nochmals aufwachen, denn man sollte lieber viel im Blog kommentieren, als es auf Facebook und Co. zu tun. Mir persönlich sind Blogkommentare viel lieber und bleiben auch auf meinem Blog dauerhaft. Es ist auch für das Blog besser.

    Nichts gegen Social Media, da ich es auch verwende, aber ich hoffe mal, dass der Trend nicht dahin geht, dass immer mehr Blogger nur in Social Media Kanälen miteinander kommunizieren. Wir sollten unsere Blogs nicht vergessen und dort versuchen, zum Kommentieren zu animieren.

    Das wäre so mein Anliegen für 2016 und natürlich will ich mich mit euch noch mehr vernetzen. SocialMedia läuft nicht weg und ich will darein nur so viel Zeit investieren, wie es möglich ist und nicht auf das Blogging und das Kommentieren woanders ganz verzichten.

  • #6

    Claudia (Sonntag, 24 Januar 2016 14:31)

    Hallo Alex,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da sprichst Du ein Problem an, das viele Blogger betrifft. Wenn ich einfach nur zeigen möchte, dass mir ein Artikel gefällt, mache ich das in den sozialen Netzwerken. Wenn ich etwas zum Artikel sagen möchte, mache ich das im Blog selbst. Ich finde es immer schade, wenn gute Kommentare in der Timeline in den sozialen Netzwerken untergehen und nicht im Blog sind. Deshalb habe ich auch schon gute Kommentare nach Rücksprache mit dem Kommentator in den Blog kopiert.

    Viele Grüße
    Claudia