Claudias praktischer Ratgeber Blogparade zum Bloggen

Bloggen mit oder ohne eigenen Blog?

Eigenen Blog oder andere Plattformen nutzen
Wo soll man Artikel veröffentlichen?

Meike Leopold hat zu einer Blogparade Erfolgreich bloggen ohne eigenes Blog? #bloggenohneblog eingeladen. Eine gute Frage, mit der ich mich auch gern auseinandersetzen möchte. Dazu ist erst mal wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, Artikel zu veröffentlichen.

 

Variante 1

Ein eigener Blog kann recht schnell mit z. B. WordPress, Drupal, Joomla, Typo3, Google Blogger oder Tumblr erstellt werden.

 

Ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

  1. Reisen & Fotografie Thomas Jansen (WordPress)
  2. Online Reisebüro Peter Ehrlich (WordPress)
  3. Kinderbuchautorin & Illustratorin Sabine Hahn (Google Blogger)
  4. Handwerkernet Adi Barthenheier (Tumblr)
  5. PR & Content Marketing Andreas Quinkert (Medium)
  6. In der Liste mit Projekten von Alexander Liebrecht sind weitere CMS aufgeführt.

Variante 2

Wer keinen eigenen Blog erstellen möchte, hat z. B. folgende Möglichkeiten:

Der Vorteil eines eigenen Blogs liegt klar auf der Hand. Ich kann im Rahmen der technischen Möglichkeiten des jeweiligen Programms machen, was ich will. Auf der Plattform eines Anbieters muss ich mich an die dort geltenden Regeln für Veröffentlichungen halten und bin technisch und funktional eingeschränkt. Nachteil ist, dass ich mit eigenem Blog mehr Arbeit habe und u. U. auch Kosten, wenn die kostenlose Version nicht (mehr) die gewünschten Funktionen bietet.

 

Auf LinkedIn gibt es zwar einen Abschnitt mit Beiträgen (den veröffentlichten Artikeln) im Profil, aber nur chronologisch ohne Kategorien oder Suchfunktion. Auf XING Klartext werden chronologisch alle Artikel eines Autors aufgeführt oder es kann bei den Debatten (Artikeln) nach einem Stichwort gesucht werden. Hier ist noch ein Link mit weiteren Informationen über XING Klartext und ein Artikel von Lars Hahn zum Thema. Die Übersicht gefällt mir im Blog besser, da dort meist Kategorien, ein Archiv und eine Suchfunktion vorhanden sind. Aber für Blogger, die nur ab und zu schreiben und das ohne großen Aufwand tun möchten, ist XING Klartext oder LinkedIn Pulse eine Möglichkeit.

 

Facebook Notes ist meiner Meinung nach eher für Snack-Content geeignet, kurze Informationen, die schnell konsumiert werden.

 

Wenn man noch keinen Artikel geschrieben und veröffentlicht hat, ist es schwierig(er), einen Blog für einen Gastartikel zu finden. Die Chance, mit einem Gastartikel neue/mehr Leser und eine höhere Reichweite zu erhalten, darf nicht unterschätzt werden.

 

Aber gehen wir doch die oben erwähnten Blogs durch.

  1. Thomas bloggt privat und veröffentlicht Artikel mit Reiseberichten, gibt Tipps zum Reisen und Fotografieren, veranstaltet Fotowettbewerbe und Blogparaden. Diese Aktivitäten und der Erfolg damit sind in einem eigenen Blog besser umsetzbar.
  2. Mit einem Online Reisebüro ist es für Peter unabdingbar, im Internet präsent zu sein. Sein Blog ist sinnvollerweise in der Website integriert. Er schreibt über verschiedene Reiseziele und gibt Tipps zum Buchen von Reisen, zu Mietwagen und Flügen. Auch hier ist klar, dass ein eigener Blog erfolgreicher ist.
  3. Wenn ich Buchrezensionen schreibe, recherchiere ich vorab über den Autor. Meistens finde ich eine eigene Website. Manche Autoren wie Sabine haben zusätzlich einen Blog. Eine gute Idee, um im Gespräch zu bleiben.
  4. Ich kenne niemanden, der so gut vernetzt und so aktiv ist wie Adi Barthenheier. Für sein Branchenverzeichnis Handwerker.net hat er sogar 2 Blogs auf Tumblr und Google Blogger. Für jemanden, der genau weiß, was er will, gut organisiert und technisch versiert ist, kommt meiner Meinung nach nur ein eigener Blog in Frage.
  5. Medium ist eine schnelle und einfache Variante, um einen eigenen Blog zu erstellen. Mich stört allerdings, dass ich beim Kommentieren und Abonnieren ein Medium-Account erstellen muss.

Einige Blogger besitzen mehrere Blogs, weil sie z. B. über unterschiedliche Themen schreiben.

Mischformen von Variante 1 und 2 gibt es auch. Manche haben einen eigenen Blog, veröffentlichen aber auch auf LinkedIn Pulse Artikel. Wegen Duplicate Content sollten natürlich nicht dieselben Artikel veröffentlicht werden.

Deshalb wird gerne auf LinkedIn Pulse ein kurzer Artikel mit einer Beschreibung eines Blogartikels veröffentlicht und zum kompletten Artikel im Blog verlinkt.

 

Wofür sich ein Blogger entscheidet hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wird privat oder beruflich gebloggt?
  • Wie häufig wird gebloggt?
  • Welches Ziel soll erreicht werden?
  • Wo hält sich die Zielgruppe auf?

Einem Unternehmen, das bloggen möchte, würde ich immer einen eigenen Corporate Blog empfehlen. Entweder in die Website integriert oder separat, wenn der Blog ein anderes Ziel verfolgt als die Website. Es bedarf in jedem Fall einer sehr guten Planung und Strategie für eine erfolgreiche Umsetzung.

 

Ein gutes Beispiel wie man auch ohne eigenen Blog erfolgreich sein kann ist Frau Dr. Cornelia Grüner.

Ob Blog, Website oder soziales Netzwerk, alle befinden sich optisch, technisch und funktionell in einem stetigen Wandel. Die sozialen Netzwerke versuchen, die Nutzer immer länger auf ihrer Seite zu halten, z. B. mit Buy-Buttons, die Online-Shops Konkurrenz machen, und ständigen Veränderungen und Neuerungen. Facebook bietet z. B. Publishern mit Instant Articles die Möglichkeit an, Artikel auf Facebook einzubinden. Deshalb glaube ich, dass die Blogfunktionen in den sozialen Netzwerken weiter optimiert werden. 

 

Fazit

Auch ohne eigenen Blog ist es möglich, erfolgreich zu sein. Die bloße Existenz eines eigenen Blogs ist kein Erfolgsgarant, da es vom Inhalt, der Qualität der Artikel, deren Promotion und der Persönlichkeit des Bloggers abhängt, ob das Bloggen erfolgreich ist oder nicht. Mit eigenem Blog sehe ich allerdings größeren Erfolg als ohne.

 

Was meinen Sie, ist es möglich, ohne eigenen Blog erfolgreich zu sein?

 

Ergänzung am 27.01.17

Frau Dr. Grüner hat mittlerweile auch einen eigenen Blog. Sie ist nach wie vor ein gutes Beispiel für diesen Artikel. Man kann ohne eigenen Blog auf anderen Plattformen starten und später immer noch selbst einen erstellen. Alles ist möglich beim Bloggen.

Kommentare: 16 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Hans (Montag, 25 Januar 2016 07:10)

    Hallo Claudia,
    wenn ich (aus welchen Gründen auch immer) kein eigenes Blog haben könnte, dann würde ich ein anderes Medium zum Schreiben nutzen. Da würde ich möglicherweise breit streuen. Gastartikel (wenn sie jem. würde haben wollen). Ich denke schon, dass man sich grundsätzlich auch ohne eigenen Blog einen guten Namen machen- und erfolgreich sein kann. Es ist aber sicher schwieriger, als mit eigenem Blog.
    LG Hans

  • #2

    Meike Leopold (Montag, 25 Januar 2016 07:31)

    Liebe Claudia, danke für deinen nützlichen Beitrag! Praxisbeispiele sind immer sehr hilfreich finde ich! :) lg, Meike

  • #3

    Tina Gallinaro (Montag, 25 Januar 2016 07:55)

    Hallo Claudia, mit eigenen Blog ist man Herr über seine Gedanken und Meinungen. Die Blogs von Google (Blogger) kann man zwar so aufpimpen, dass man fast nicht mehr erkennen kann, das es ein kostenloser Blog ist. Aber was ist, wenn Google irgendwann mal auf die Idee kommt, diese Blogs abzuschalten? Dann ist alles weg. Wie wir ja wissen, sind Google´s Wege unergründlich und oftmals nur schwer nachvollziehbar. :-(
    Klar, Medium und Co. bieten eine neue hervorragende Möglichkeit, dennoch stehe ich diesen Dingen eher skeptisch gegenüber.
    und verlasse ich mich nur auf mein eigenes CMS System.
    LG Tina

  • #4

    Alex L (Montag, 25 Januar 2016 13:08)

    Hallo Claudia,
    erstmals vielen Dank für die Verlinkung zu meinen Projekten und ich sehe es so! Das eigene Blog ist in vielerlei Hinsicht um ein vielfaches besser, als in Facebook Notizen zu bloggen. Dafür ist es wirklich ungeeignet.

    Im Falle eines eigenen Blogs kann man schon viel mehr machen und hat diese Möglichkeiten, die man gerne doch ausnutzen kann. Im Falle eines selbsgehosteten Blogs hat man noch mehr Möglichkeiten.

    Ich bereue es aber dennoch nicht, dass ich bei Jimdo, uCoz und Blogspot bin, denn so sammele ich wertvolle Erfahrungen. Diese Erfahrungen kann ich mit meiner Stammleserschaft teilen und womöglich Feedback bekommen.

    Recht hast du, dass ein Blog kein Garant für den Blog-Erfolg ist. Blogging ist eine harte Arbeit, ganz gleich ob diese Spass macht oder nicht. Man muss an allen Enden arbeiten, um erfolgreich zu sein.

  • #5

    Claudia (Montag, 25 Januar 2016 13:37)

    Hallo Hans,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Wahrscheinlich würde ich auch ohne eigenen Blog schreiben, aber mit gefällt es mir schon besser. Sehe ich wie Du, es ist möglich, ohne eigenen Blog erfolgreich zu sein, aber schwieriger.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #6

    Claudia (Montag, 25 Januar 2016 13:50)

    Liebe Meike,

    vielen Dank für Deinen Kommentar und die Inspiration, mir zu diesem Thema Gedanken zu machen. Ich fand ein paar Beispielblogs auch anschaulicher.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #7

    Claudia (Montag, 25 Januar 2016 13:52)

    Hallo Tina,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Stimmt, das ist ein wichtiger Grund, einen eigenen Blog zu haben, weil man nie weiß, wie lange es die Anbieter gibt. Mit eigenem Blog ist man sein eigener Herr.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #8

    Claudia (Montag, 25 Januar 2016 13:55)

    Hallo Alex,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Der eigene Blog hat definitiv Vorteile. Das hat mich beeindruckt an Deiner Projektliste, wie viele CMS Du schon getestet hast und Deine Erfahrungen immer teilst.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #9

    Peter Ehrlich (Montag, 25 Januar 2016 20:38)

    Hallo Claudia,

    vielen Dank für die Erwähnung in Deinem Blogbeitrag. Da hast Du Dir wieder ein schwieriges Thema vorgenommen. Ich denke man sollte erst einmal über Folgendes nachdenken

    - Über was berichtet werden soll
    - Von wem und für wem soll geschrieben werden: B2B, B2C oder C2C.
    - Präzisiere Deine Zielgruppe
    - Welche Zielgruppe kann Dir bei der Verbreitung Deiner Artikel unterstützen
    - Letztendlich steht die Frage: Wo hole ich meine Zielgruppe ab?

    Jetzt schaut man noch, welche Medien diese Bedingungen erfüllen.
    Ich glaube, dann hat man eine gute Chance, zu entscheiden, ob man künftig mit oder ohne Blog bloggen wird.

    Viele Grüße
    Peter

  • #10

    Claudia (Dienstag, 26 Januar 2016 06:03)

    Hallo Peter,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da stimme ich Dir zu, zuerst muss man über die von Dir erwähnten Punkte nachdenken und dann die passende Plattform dafür suchen.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #11

    Dr. Cornelia Grüner (Dienstag, 26 Januar 2016 15:38)

    Hallo Claudia,

    erst mal herzlichen Dank für die freundliche Erwähnung meiner bisherigen Blog-Versuche ohne eigenen Blog. Ich finde es viel einfacher, ohne eigenen Blog erfolgreich zu bloggen, zumindest für jemand wie mich, der keine Ahnung von CMS-Systemen und anderer Technik hat und aus Zeitgründen Wochen braucht, um einen Beitrag zu erstellen.

    Da meine Beiträge und Gastartikel sehr breit verteilt sind, sehe ich es auch überhaupt nicht als Problem an, wenn es mal eine Plattform nicht mehr geben sollte, weil es dadurch unwahrscheinlich ist, dass es alle meine Artikel erwischt. Und der Vorteil bei Gastbeiträgen bei andern Blogs ist, dass es dann mindestens zwei Leute gibt (den Blogbetreiber und mich), die den Beitrag in sozialen Netzwerken verbreiten.

    Zusätzlich kann ich noch von meiner Webseite auf den Gastbeitrag verlinken und damit meine Webseite für den Leser interessanter machen. Das ist für mich praktikabler als ein phasenweise dahindümpelnder eigener Blog.

    Übrigens danke für den Hinweis auf die anderen Medien für das Bloggen ohne Blog, denn die kannte ich noch gar nicht.

    Viele Grüße
    Dr. Cornelia Grüner
    Rechtsanwältin

  • #12

    Claudia (Dienstag, 26 Januar 2016 16:18)

    Hallo Cornelia,

    vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Stimmt, wenn man nur ab und zu bloggt, ist das so die beste Lösung. Durch die Streuung der Artikel auf verschiedenen Plattformen ist das Risiko tatsächlich geringer, dass alles verloren geht. Das kann ich auch durch meine Interviews bestätigen, dass sie eine höhere Reichweite haben, weil sie von 2 Seiten geteilt werden.

    Viele Grüße
    Claudia Dieterle

  • #13

    Lars Hahn (Mittwoch, 27 Januar 2016 19:03)

    Danke Claudia!
    Das ist wirklich ein infomativer Beitrag zum Thema Bloggen ohne Blog. Insbesondere kannte ich viele Beispiele noch nicht. Danke dafür.
    Nur eine kleine Ergänzung: XING Klartext ist mitnichten eine Möglichkeit zum Bloggen ohne Blog. XING hat eine Content-Plattform geschaffen, bei der ein Redaktionsteam Autoren auswählt. Darüber und über die Ambivalenz dieses Ansatzes hatte ich mal geschrieben:
    http://systematischkaffeetrinken.de/2015/10/20/xing-klartext-content-tschuess-social-media/
    Nach einigen Monaten scheint es mir nun so zu sein, dass sie bei XING Autoren akquirieren, die gezielt für das Thema ausgesucht werden. Darunter sind Journalisten, Unternehmen, Wissenschaftler und Politiker, die nie bloggen würden.

    Man kann das also schwerlich als Alternative zu Medium, LinkedIn Pulse, Facebook Notes oder gar einem eigenen Blog sehen. Das ist allerdings wahrscheinlich auch gar nicht XINGs Intention, wo sie doch die Themen abgeschafft haben.

    Mein Fazit:
    1. selbst bloggen oder
    2. auf einer für alle offenen Plattform mit Reichweite, womit ich wieder bei Medium lande. ;-)

    Liebe Grüße!
    Lars

  • #14

    Claudia (Mittwoch, 27 Januar 2016 19:49)

    Hallo Lars,

    vielen Dank für den ausführlichen Kommentar und den Hinweis betreffend XING Klartext. Ich hatte das so verstanden, dass jedes XING-Mitglied veröffentlichen darf und das deshalb als Alternative ohne Blog aufgeführt. In diesem Fall ist es wohl nicht für jeden Blogger eine Alternative. Ich habe deshalb noch 2 Links in meinem Artikel ergänzt, den von XING selbst und den von Deinem Artikel.

    Viele Grüße
    Claudia

  • #15

    Adi Barthenheier (Montag, 08 Februar 2016 11:32)

    Hallo Claudia,

    vielen herzlichen Dank für die Wertschätzung in diesem Blogbeitrag.

    Auch ich kann nur jedem empfehlen, dass er seine Inhalte auch immer auf einem eigenem Blog hostet.

    Mit bestem Gruß
    Adi Barthenheier

  • #16

    Claudia (Montag, 08 Februar 2016 14:01)

    Hallo Adi,

    vielen Dank für den Kommentar. Ihre Aktivitäten beim Bloggen und Netzwerken sind einfach beeindruckend und vielfältig.

    Freundliche Grüße
    Claudia