Blogartikel Interviews

Artikel mit Interviews zu diversen Themen.

Claudias praktischer Ratgeber zu Konflikten

Konflikte und Mediation

Wie Konflikte entstehen und gelöst werden können
Konflikte lösen oder davonlaufen/davonfliegen

Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht irgendwann beruflich oder privat einen Konflikt hatte oder hat. Das können Uneinigkeiten mit dem Partner, Freunden, Bekannten, Kollegen, Nachbarn oder Vorgesetzten sein. Manchmal findet man selbst eine Lösung, manchmal muss man sich helfen lassen. Durch die Blogparade "Konflikte als Chance" habe ich Christina Wenz kennengelernt. Sie ist Volljuristin und Mediatorin und hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zum Thema Konflikte zu beantworten.

 

Du hast in der Schule schon gerne Streits geschlichtet. Was war als Kind Dein Berufswunsch?

Ich habe vor einiger Zeit einen Aufsatz aus der Grundschule gefunden. Damals war mein Berufswunsch Pferdezüchterin, da ist mein Berufsweg doch in eine andere Richtung gelaufen ;-). Meine Begeisterung für Tiere ist aber über die Jahre hinweg geblieben. Daher ist auch - neben Mediation und Konfliktcoaching bei Streit in der Familie und am Arbeitsplatz - eines meiner Spezialgebiete die Mediation bei Streit rund ums Tier. 

 

Kannst Du etwas erzählen über Deine Arbeit als Geschäftsführerin Finanzen an der Universität Mainz, Leiterin der Rechtsabteilung und Datenschutzbeauftragte an der Universität Speyer und juristische Mitarbeiterin in einem Notariat?

Alle drei Tätigkeiten waren sehr unterschiedlich und alle haben mir Spaß gemacht! Vor allem die Arbeit im Notariat gefiel mir gut, weil ich dort - wie auch heute als Mediatorin - eine neutrale Beraterin war, die sich nicht auf die Seite einer Partei geschlagen hat. Rückblickend muss ich aber sagen, dass ich die Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit als Selbständige doch sehr genieße und auch die Tätigkeit als Mediatorin nicht mehr missen möchte. 

 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eine Weiterbildung zur Mediatorin zu machen?

Das war irgendwie eine Entwicklung, die sich über Jahre hinzog. Zwischenmenschliche und psychologische Themen haben mich schon immer sehr interessiert. Wenn ich etwas über Mediation hörte, hat mich das immer sehr gefesselt. In meiner Zeit als Angestellte war ich häufig mit Konflikten Dritter konfrontiert und fand es frustrierend, keine Methoden an der Hand zu haben, wirklich gut helfen zu können. Als ich dann an der Uni Mainz am Entwicklungsprogramm für Führungskräfte teilnehmen durfte und dort auch Seminare im Konfliktmanagement besuchte, wurde mein Wunsch, das Thema zu vertiefen, immer größer. Ja und schon nach dem ersten Mediationsseminar war ich völlig entflammt für die Methode und wusste ganz schnell, dass es das ist, was ich künftig machen möchte.  

 

Was ist Deine Definition für einen Konflikt?

Ich muss sagen, mit solchen Definitionen tue ich mir immer schwer ;-). Wenn man den Begriff googelt, kommen ja sehr viele unterschiedliche Definitionen, eine ganz persönliche habe ich eigentlich nicht. Ich finde immer, dass solche abstrakten Definitionen nicht weiterhelfen. Wichtiger finde ich das individuelle Gefühl des Einzelnen, also z. B. die Frage, ab wann empfinde ich eine Situation bzw. einen Streit als belastend? Oder auch die Frage, was kann ich tun, um mich aus der Situation zu befreien – Was man tun kann, um wieder entspannt zu sein, wieder miteinander gut umgehen zu können, nachts wieder schlafen zu können usw. Das ist mein Ziel - Ich möchte den Menschen helfen, sich selbst aus belastenden Streitsituationen zu befreien und so wieder zu mehr Wohlbefinden zu gelangen. 

 

Wie kann man einen Konflikt rechtzeitig erkennen und gegensteuern?

Das ist oft gar nicht so einfach: Manchmal geht es ganz schnell: Eben war noch alles gut und ehe man sich versieht, ist der Streit da, manchmal entwickelt sich ein Konflikt aber auch ganz langsam. Ich denke, einen Konflikt zu erkennen, ist nicht schwer, das Problem ist eher das Gegensteuern. Helfen kann hier z. B., dass man sich frühzeitig wirklich mal Zeit nimmt, miteinander zu sprechen und dem anderen auch wirklich zuzuhören. Signalisieren Sie dem Anderen Ihre Aufmerksamkeit am besten z. B. durch Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung und auch interessiertes Nachfragen. Hilfreich sind hierbei Fragen wie etwa „Warum genau ist Dir das denn so wichtig, warum hängt Dein Herz so sehr daran?“. So lässt sich erfahren, was wirklich hinter der festgefahrenen Position des anderen steckt. Wichtig ist andererseits auch, dem Anderen zu erklären, warum mir meine Sicht der Dinge so am Herzen liegt. Oft lassen sich schnell gute Lösungen finden, wenn ich weiß, warum dem Anderen sein Standpunkt so wichtig ist.

 

Kannst Du beschreiben, was eine Mediation ist und wie sie abläuft?

Eine Mediation ist ein Verfahren, bei dem der Mediator den Beteiligten hilft, für einen Streit eine gute und friedliche Lösung zu finden. Der Mediator unterstützt die Streitenden, herauszufinden, was ihnen in Bezug auf das strittige Thema wichtig ist, also welche Aspekte eine Lösung erfüllen muss, damit die Beteiligten gut damit leben können. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahren entscheidet kein Dritter den Streit, sondern der Mediator hilft Schritt für Schritt dabei, eine individuelle Lösung zu finden, die optimal zur Situation und den Beteiligten passt. 

 

Was ist die Elder Mediation?

Die Elder Mediation hilft dabei, Konflikte zu lösen, die mit dem Älterwerden zusammenhängen. Beispiele hierfür sind der Streit rund ums Erbe oder auch Konflikte zwischen Ehepartnern, die in der neuen Lebenssituation nach der Pensionierung entstehen können. Es kommen mittlerweile z. B. auch viele (erwachsene) Kinder zu mir in die Praxis, die über die Pflege der Eltern miteinander in Streit geraten sind. Ich merke hier einen richtigen Trend.  

 

Mediation wird von vielen belächelt, wie gehst Du damit um?

Hm, ich persönlich empfinde es gar nicht so, dass Mediation belächelt wird. Wenn ich den Leuten erzähle, was ich beruflich mache, finden viele das Thema sehr spannend und sagen: „Oh, das ist aber eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe!“. Das Problem, mit dem wir Mediatoren kämpfen, ist eher, dass viele Menschen sich nicht wirklich etwas unter dem Begriff „Mediation“ vorstellen können und dass noch nicht Jedermann die Mediation als gute Alternative zu Gerichtsverfahren im Bewusstsein hat.

 

Ist es von Vorteil oder Nachteil Juristin und Mediatorin zu sein?

Also ich persönlich empfinde es als sehr großen Vorteil, da es ja auch meistens um juristisch strittige Themen geht. Als Jurist weiß man dann einfach, welche Fallstricke es zu beachten gibt, wo z. B. die notarielle Beurkundung des Vertrages erforderlich ist, auf welche Rechte man von Gesetzes wegen nicht verzichten darf usw. Ich finde, juristische Kenntnisse geben in diesem Zusammenhang sehr große Sicherheit. Aber natürlich kann auch ein Psychologe oder jemand aus einer anderen Berufsgruppe ein sehr guter Mediator sein! Oft ergänzen sich Mediatoren aus verschiedenen Berufsgruppen auch sehr gut!

 

Welche Vorteile bietet eine Mediation gegenüber einem Streit vor Gericht?

Viele Mediatoren stellen gerne die Vorteile von Mediation gegenüber Gerichtsverfahren dar: Hier kann man z. B. nennen, dass Gerichtsverfahren meistens viel länger und teurer als Mediationsverfahren sind. Ich finde jedoch, dass beide Verfahren ihre Berechtigung haben und beide sinnvoll sein können – Es kommt immer auf die individuelle Situation an! Man sollte sich immer nach den eigenen Beweggründen fragen: Will ich, dass jemand für mich entscheidet (Richter), glaube ich, im Recht zu sein und will ich das unbedingt durchsetzen, egal wie das Verhältnis zum Anderen anschließend ausschaut, so sollte ich vor Gericht ziehen! Möchte ich das Verhältnis zum Anderen retten oder erhalten und möchte ich lieber selbst mit dem Gegenüber eine Lösung suchen, die optimal zu der Situation passt, so ist ein Mediationsverfahren der richtige Weg! 

 

Was kann man tun, wenn die „andere Seite“ nicht zu einem Gespräch bereit ist, um einen Konflikt zu lösen?

Ich erlebe das sehr oft: Jemand ruft bei mir an, da ihn ein Konflikt sehr belastet. Ich frage dann immer, ob das Gegenüber denn wohl mit zu einer Mediationssitzung kommen würde. Leider ist dies oft nicht der Fall, sodass ein Mediationsverfahren nicht in Frage kommt. Es gibt dann aber noch die Möglichkeit eines Konfliktcoachings. Hier schaue ich dann mit dem Einzelnen, was man tun kann, um die Situation zu verbessern. Ein Konfliktcoaching kann auch sehr gut telefonisch durchgeführt werden.

 

Die Grundvoraussetzung zur Lösung eines Konflikts ist das Zuhören, welche Tipps hast Du dazu?

Ein Tipp hierzu wäre z. B., dem Anderen die volle Aufmerksamkeit zu schenken - also Handy, TV usw. ausschalten - und durch zugewandte Körperhaltung, Blickkontakt und Nachfragen auch zu zeigen, dass ich den Worten wirklich folge. Das hört sich jetzt so selbstverständlich an, aber oft genug hören wir ja doch nur mit halbem Ohr zu.  

 

Viele wünschen sich, negative Gefühle wie Wut, Verletztheit oder Zorn unterdrücken zu können. Wie wichtig ist es, diese Gefühle zuzulassen?

Oft wollen wir die „negativen“ Gefühle nicht fühlen und uns am liebsten von ihnen befreien. 

Ich halte allerdings nicht viel davon, die Gefühle zu unterdrücken. Ich sehe sie vielmehr als hilfreiche Wegweiser, auf die wir schauen und oft auch hören sollten. Wenn wir die Gefühle unterdrücken, werden wir nur irgendwann noch heftiger damit konfrontiert.

 

Was ist der beste Weg für eine friedliche Scheidung? Wann empfiehlst Du eine Mediation? Vorab oder begleitend? Oder liegt Dir die Mediation so im Blut, dass Du in einer Scheidungssache sowieso vermittelst, um zu einer friedlichen Einigung zu kommen?

Ich empfehle im Rahmen einer Scheidung immer dann eine Mediation, wenn man bereit ist, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und eine friedliche Einigung zu finden. Insbesondere wenn Kinder mit betroffen sind, würde ich immer empfehlen, eine Mediation in Betracht zu ziehen. Eine Mediation ist auf jeden Fall vorab, also vor dem Gang zum Anwalt, sinnvoll. Wenn die wichtigsten Punkte in einer verbindlichen Mediationsvereinbarung geregelt sind, ist die Scheidung an sich dann nur noch eine reine Formsache.

 

Was sagst Du als Mediatorin zu den Feindseligkeiten im anonymen Internet?

Ich muss sagen, dass ich über solche Hasstiraden im Internet immer sehr erstaunt bin. Wie kommt es dazu, dass man auf einen Menschen, den man gar nicht kennt, einen solchen Hass aufbaut? Ich finde, man darf nie vergessen, dass hinter dem Account einer Privatperson, eines Promis oder eines Politikers, über den man sich äußert, ein Mensch steckt, der in jedem Fall einen respektvollen Umgang verdient hat. 

 

Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Ich möchte mich von Herzen bei Dir für das Interview bedanken. Es hat mir viel Spaß gemacht! Ich freue mich immer über Gelegenheiten, meinen Beruf den Menschen näher bringen zu können!

 

Vielen Dank Christina für Deine Antworten.

 

Ich denke, dass mit mehr Dankbarkeit für das, was wir haben, einige Konflikte ihre Bedeutung verlieren würden. Es lohnt sich auf alle Fälle, sich Gedanken darüber zu machen, wie Konflikte entstehen, welche schon bestehen und was wir tun können, um sie zu lösen.

 

Abschließend noch ein Zitat von Joachim Panten, das mir zum Thema Konflikte sehr gut gefällt "Ein Weg, einen Konflikt zu lösen, ist, ihn zusammen zu überwinden. Dann kann man ihn immer noch aus dem Weg räumen." 

 

Wie lösen Sie Konflikte?

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Claudias praktischer Ratgeber Interview mit mir

Interview mit mir im Blog El Instante

Interview im Blog El Instante
Lisa-Alexa Kopka hat mich interviewt

Lisa-Alexa Kopka vom Blog El Instante hat mich interviewt und Fragen gestellt über

  • Content,
  • Content Marketing,
  • Bloggen,
  • Zukunftsvisionen,
  • Persönliches,
  • Berufliches.

Hier geht es zum kompletten Interview. Viel Spaß beim Lesen.

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Claudias praktischer Ratgeber zum Marketing

Vom Markt zum Marketing

Wo kaufen Sie gerne auf dem Markt, im Geschäft oder online?
Die Entwicklung vom Markt zum Marketing

Früher gingen die Menschen auf den Markt, um Dinge zu kaufen, verkaufen oder zu tauschen. Der Verkäufer, der am lautesten schrie, hatte die Aufmerksamkeit der potentiellen Kunden und Käufer. Auch heute gibt es an bestimmten Tagen in bestimmten Stadtteilen einen Markt, wo vor allem Lebensmittel aus der Region verkauft werden. Der eine oder andere kennt vielleicht den Hamburger Fischmarkt, der mit seinen Marktschreiern auch auf Tour geht in verschiedene Städte. Mittlerweile hat sich der Markt mehr in die Geschäfte und vor allem ins Internet verschoben. Produkte und Dienstleistungen werden vermarktet und das Marketing ist digital geworden. Es wird online und offline Werbung gemacht, die oft so laut wirkt wie ein Marktschreier (lästige Pop-ups, Banner, Animationen, automatisch abspielende Videos, blinkende Werbung).

 

Jutta Beyer von 2BS - Beyer Business Solutions UG (haftungsbeschränkt) hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zum Thema Marketing zu beantworten.

 

Für alle, die jetzt keine Zeit zum Lesen haben, gibt es hier eine Audioversion zum Anhören.

 

Du hast an der University of Applied Sciences in Kempten Betriebswirtschaftslehre studiert und den Bachelor of Arts (BA) erworben. Kannst Du uns Näheres über Deine Abschlussarbeit im Bereich Unternehmensberatung/Marketing erzählen?

Meine Bachelorarbeit schrieb ich praxisnah in einem Unternehmen im Bereich Marketing im Rahmen meines Schwerpunktes Unternehmensentwicklung und –beratung. Sie hatte den Titel „Stärkung der Kundenbindung mit SRD – eine empirische Exploration für SycoTec“. SRD ist eine Abkürzung für Success Resource Deployment, eine Methode in der Unternehmensentwicklung. Es ging darum, herauszufinden, was es für kunden-/marktorientierte externe Erfolgsfaktoren gibt und welche internen Ressourcen nötig sind, damit diese Erfolgsfaktoren optimal beeinflusst werden können. Dann habe ich die Erfolgsfaktoren und Ressourcen analysiert (anhand von Datenauswertungen sowie Kundenbefragungen) und Maßnahmen zur Optimierung entwickelt.

 

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Erfolgsfaktor könnte „Vertrauen“ sein. Eine dafür benötigte Ressource die Website, da hier viele vertrauensbildende Maßnahmen stattfinden können wie beispielsweise eine klare Kommunikation der Unternehmenswerte und Einblicke ins Unternehmen mit Fotos oder sogar Videos, Einbinden von Arbeitsproben und Kundenstimmen und so weiter. 

 

Du bist im Projektmanagement qualifiziert. Welche Tipps hast Du für Projekte?

Das stimmt, ich habe das Basis-Zertifikat der GPM (Gesellschaft für Projektmanagement) gemacht, ist allerdings schon ein paar Jahre her ;-). Tipps… Hm, sich genug Zeit nehmen, um im Vorfeld eine durchdachte und realistische Planung zu erstellen, überschaubare Arbeitspakete schnüren und regelmäßig den Stand der Dinge kontrollieren. 

 

Auch wichtig finde ich zu überlegen, wer die Stakeholder sind. Als Stakeholder werden alle Personen oder Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise vom Projekt betroffen sind oder ein Interesse daran haben. Das heißt, man sollte sich im Vorfeld überlegen, wer die Stakeholder sind, diese klassifizieren, überlegen, wie man diese Personen oder Gruppen miteinbeziehen (und ggf. besänftigen) kann und dann den Verlauf beobachten. Als Beispiel: Stakeholder sind oft Geschäftsleitung, Betriebsrat, Kunden etc. Beim Bau eines Freizeitparks in schönem und naturbelassenem Gelände könnten aber zum Beispiel auch Naturschützer Stakeholder sein, die versuchen, das Projekt zu verhindern. 

 

Du hast im Vertrieb und Marketing gearbeitet. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten siehst Du in diesen beiden Bereichen und wie können sie sich optimal ergänzen?

Oh, ein heikles Thema, das öfter für Diskussionen sorgt ;-) Das hängt natürlich sehr von der jeweiligen Unternehmensstruktur und –größe ab. Ich sehe gar nicht mehr so viele Unterschiede, sondern hauptsächlich Gemeinsamkeiten. Marketing ist für mich das große Rahmengerüst, dem Vertrieb alleinig zugeordnet sehe ich eigentlich nur die Aufgaben, die direkt im Zuge des Auftragsmanagements anfallen. Akquise- und After-Sales-Maßnahmen sehe ich bei beiden Bereichen. Das Bild von Akquise, wie ein Vertriebsmitarbeiter am Telefon hängt und händeringend nach Adressen sucht, ist veraltet (auch wenn es schon noch hier und da so praktiziert wird). Akquise kann genauso stattfinden über Website, Blog, Online-Marketing und Social-Media-Aktivitäten der Unternehmen. Genauso sehe ich den After-Sales-Bereich bei Marketing und Vertrieb, Kunden kommunizieren auch über die sozialen Medien, stellen Fragen, wünschen Support, bewerten, loben oder beschweren sich und so weiter. Auch Kundenbindung findet unter anderem online statt. Ich halte in einem Unternehmen mit getrennten Marketing- und Vertriebsabteilungen einerseits eine klare Zuordnung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten für wichtig und andererseits eben eine enge Zusammenarbeit.

 

Was war der Grund, Dich im März 2014 als Marketing- und Social-Media-Beraterin mit 2BS - Beyer Business Solutions UG (haftungsbeschränkt) selbständig zu machen?

Da gab es mehrere Gründe. Am Selbständig-Sein schätze ich vor allem die Unabhängigkeit und Flexibilität meiner Arbeitszeiten. Das ermöglicht mir, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Konkreter Auslöser war die Geburt meines Kleinsten im September 2013. Da meine anderen Kinder schon älter sind, brachte das kleine Nesthäkchen wieder eine größere Umstellung mit sich ;-) Mein Mann ist auch Gesellschafter unserer kleinen Firma. Er ist Informatiker und Fotograf, und wir haben festgestellt, dass das eine tolle Kombination ist. Doch auch ohne den kleinen Nachzügler hätte ich mich vermutlich früher oder später selbständig gemacht, da mir diese Art zu arbeiten liegt und ich das sehr gerne mache.

 

Du hast 2 YouTube-Kanäle und erstellst Tutorials. Mit welchem Programm erstellst Du diese und wie ist das Feedback dazu?

Ich habe angefangen, allerdings sind es noch nicht so viele. Bisher habe ich den kostenlosen Microsoft Expression Encoder verwendet. An diesem Programm gefällt mir, dass auch das Bild des Sprechenden eingeblendet werden kann. Allerdings stößt man hier bei schwierigeren Sachen leicht an die Grenzen, mir musste auch mein Mann schon öfter aushelfen. Mein Mann erstellt professionell Videos, aber die Profi-Programme waren mir zu komplex für den Anfang. Wobei es mit Sicherheit einige Funktionen des Programms gibt, die ich einfach noch nicht kenne. Für den Einstieg und für einfache Screencasts kann ich auf jeden Fall empfehlen, es auszuprobieren. Mittlerweile habe ich zu Camtasia gewechselt, eine kostenpflichtige Version, aber dafür mit mehr Funktionen. 

Hier noch die Links der Kanäle: 2BS - Beyer Business Solutions und Contentkiste.

 

Kannst Du uns etwas über Deinen im März 2015 neu erstellten Blog „Contentkiste“ (Marketing und Content für Websites) erzählen?

Ich hatte angefangen, einen Firmenblog für unsere 2bsolutions zu schreiben, aber ich wollte einen Blog „für mich alleine“, in dem ich persönlicher schreiben kann. Ich habe zu Beginn recht allgemein über Blogging, Content und Social Media geschrieben, aber mittlerweile habe ich mich auf Marketing für Websites spezialisiert. Ich schreibe für selbständige Dienstleister und Online-Unternehmer/innen darüber, wie sie sich und ihr Angebot klar und authentisch auf der Website präsentieren und die passenden Wunschkunden anziehen können. Das ist das Thema, das mir am meisten am Herzen liegt. Oft komme ich auf Websites, die austauschbar sind, wo keine Persönlichkeit dahinter spürbar ist. Oder stoße auf Menschen, die unglücklich mit ihrer Website sind, weil sie gar nicht das aussagt, was den Unternehmern eigentlich wichtig ist und an wen sich das Angebot richtet. Ich muss gestehen, auf meiner Contentkiste ist im Moment selbst noch etwas Chaos, da ich mitten in der Umstrukturierungsphase bin – und durch die Kinder die Zeit für eigene Projekte schon mal hintenangestellt wird.

 

Was für Tipps gibst Du in Deiner im Mai 2015 gegründeten Facebook-Gruppe „Websites und Marketing für Selbständige“?

Die Facebook-Gruppe dient zum Austausch rund ums Thema Marketing mit Schwerpunkt Inhalte für Websites. Es kommen aber auch öfter Fragen zu WordPress. 

 

Welchen Stellenwert schreibst Du Social Media und den sozialen Netzwerken im Marketing zu?

Social Media schreibe ich generell einen hohen Stellenwert zu, je nach Unternehmen und Situation ist es mehr oder weniger im Gesamtmarketing integriert, bei kleineren Unternehmen aber öfter noch gar nicht. Viele verkennen das Potenzial, das in Social Media liegt und sehen es als "Spielerei“ an, da es meist nicht auf direktem Weg zu Verkäufen führt. Doch in meinen Augen ist es ein ganz wichtiges Instrument zur Kundenbindung, um in Dialog mit seiner Zielgruppe zu sein und sich als Personen- oder Unternehmensmarke zu positionieren und auf diesem Wege potenzielle Kunden zu erreichen (wenn es passt auch über bezahlte Werbung).

 

Welche Tipps hast Du für kundenorientiertes Marketing?

Sich in die Situation des Kunden hineinzuversetzen und aus seiner Perspektive zu denken und zu fühlen. Und zwar frühzeitig, bereits vor dem Erstellen eines Produktes oder Angebots. Nur wenn die Probleme und Wünsche der Kunden bekannt sind, kann man sie beheben bzw. erfüllen. Je breiter man aufgestellt ist, desto schwieriger wird das. Deshalb macht es Sinn, sich enger zu positionieren und auf bestimmte Kernthemen (im Idealfall eins ;-)) zu spezialisieren. Ich empfehle auch, ein Wunschkundenprofil zu erstellen. Wie genau das gemacht werden soll, da gehen die Meinungen auseinander. Ich finde, da muss jeder für sich selbst so herangehen, wie es sich für ihn stimmig anfühlt. Für die gesamte Kommunikation ist es sinnvoll, sich vorzustellen, dass man sich an diese eine Person richtet.

Kundenorientierung sollte sich in allen Prozessen widerspiegeln. Ich verstehe unter Kundenorientierung auch, sich auf gleicher Augenhöhe mit den Kunden zu sehen und diesen mit Wertschätzung, Authentizität und Verständnis entgegenzutreten.

 

Welchen Firmen würdest Du einen Blog empfehlen?

Das ist schwierig so allgemein zu beantworten, da es jeweils auf die individuelle Situation ankommt. Es ist vielleicht leichter, von der entgegengesetzten Richtung heranzugehen: Ein Blog macht wenig Sinn für Firmen, die nicht das notwendige Verständnis dafür aufbringen. Dass in einen Blog Zeit (und damit auch Geld) investiert werden muss und das nicht einfach so nebenher läuft. Die zuständigen Mitarbeiter müssen eingelernt werden, denn wenn ein Blog „nur mal so“ aufgesetzt wird und keinen professionellen Eindruck macht, schadet er eher als dass er nützt. Professionell heißt nicht, dass es gleich ein Riesen-Blog werden muss. Nein, im Kleinen anzufangen reicht oft völlig aus, aber das was man macht, sollte eben (zumindest im Business-Bereich) gut gemacht werden.

 

Welche Tipps hast Du für guten Inhalt beim Content Marketing?

Puh, da ich schon bei knapp 1500 Wörtern bin versuche ich, mich kurz zu fassen ;-) Den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Stefan Merath hat in seinem Buch "Die Kunst seine Kunden zu lieben: Neurostrategie für Unternehmer" gesagt, Kundennutzen (nicht Umsatz) müsste der Zweck eines Unternehmens sein – der Umsatz kommt dann von alleine. Diese Haltung finde ich passend und sie sagt eigentlich alles aus. Guter Inhalt muss also nutzbringend für die Zielgruppe sein und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort platziert werden. 

 

Wie schätzt Du die Gewichtung zwischen Inbound Marketing und Outbound Marketing ein?

Die Konsumenten sind zunehmend von aufdringlicher Push-Werbung des Outbound-Marketings genervt, deshalb wird sich die Gewichtung auch weiterhin zugunsten des Inbound Marketings verschieben. Hier stehen die Kunden und ihre Interessen im Mittelpunkt.

 

Welche Erfahrungen hast Du mit Echtzeit-Marketing?

Nicht sehr viele. Ich bin zwar auf der Livestreaming-Plattform Periscope vertreten aber nutze es bis jetzt (außer Test-Scopes) nicht fürs Marketing, schaue aber öfters Scopes an. Neulich war ich auf blab.me bei einem Livestream dabei, hier können bis zu 4 Personen gleichzeitig mitmachen und man muss sich nicht anmelden – auch interessant. 

Es ist schon spannend, wie größere Unternehmen Echtzeit-Marketing betreiben, zum Beispiel Sixt macht das sehr gut finde ich.

 

Welche Bedeutung hat die Corporate Identity Deiner Meinung nach beim Marketing?

Eine ganz, ganz große Bedeutung. Denn die CI, die Unternehmenspersönlichkeit, die Werte, für die ein Unternehmen steht, macht ein Unternehmen einzigartig. Und zum Beispiel durch das Corporate Design, das einen Teil der Corporate Identity darstellt, steigert das Unternehmen seinen Wiedererkennungswert und es spielt eine bedeutende Rolle für den Markenaufbau.

 

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten siehst Du bei Marketing und Public Relations?

Marketing und Public Relations nähern sich meiner Meinung nach immer mehr an. Moderne PR beschäftigt sich abgesehen von der Erstellung hochwertiger Textinhalte und Storytelling auch mit Kommunikation über Social Media und Imagepflege. Auch Influencer Marketing wird immer häufiger praktiziert. Dies sind auch wichtige Aspekte im Content Marketing.

 

Was empfiehlst Du beim Branding?

Vor allem, nicht in diesem Bereich zu sparen ;-) Ich erlebe es häufig, dass hauptsächlich Selbständige nicht einsehen, sich ein Logo und ein Corporate Design professionell erstellen zu lassen. Doch das äußere Erscheinungsbild sagt einiges über das Unternehmen aus, und wirkt sich auch darauf aus, ob sich die Zielgruppe angesprochen und wohl fühlt. 

Wichtig finde ich Name, Logo, CI und vor allem CD, eine einheitliche Kommunikation und vor allem, die Besonderheiten des Unternehmens herauszuarbeiten. Was macht das Unternehmen einzigartig? In welchen Punkten kann das Unternehmen besonders gut helfen und warum? Wofür steht das Unternehmen? 

 

Die Positionierung der Marke sollte gut überlegt sein. Auch emotionale Aspekte spielen hier eine Rolle. Markentreue entsteht nur, wenn sich die Zielgruppe wohl und ernst genommen fühlt und Vertrauen aufgebaut hat.

 

Bei Einzelpersonen, also beim Personal Branding, muss man sich bewusst sein, dass man privat und geschäftlich nie ganz trennen kann. Auch Dinge in Social Media, die auf dem Privatprofil gepostet werden, wirken sich auf die Eigenmarke aus. 

 

Vorteilhaft ist, wenn man sich sogenannte "Kernaussagen“ überlegt, und diese immer wieder verbreitet. Oder immer gleiche Gruß- und Abschiedsformeln verwendet. Ich schreibe zum Beispiel schon seit meinem ersten Newsletter zum Schluss „Bis bald und leg‘ los“. 

 

Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Ja, vielen herzlichen Dank liebe Claudia für dieses Interview, es hat mich sehr gefreut!

 

Ich bedanke mich ebenso für die interessanten und informativen Antworten.

 

Was finden Sie beim Marketing besonders wichtig?

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Claudias praktischer Ratgeber zu Social Media

Social Media - Die moderne Kommunikation

Wie beurteilen Sie das Verhalten in den sozialen Netzwerken?
Die Sozialen Medien und ihre soziale Seite

Social Media (= soziale Medien) sind laut Wikipedia alle Medien (Plattformen), die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen.


Dabei geht es auf der einen Seite um die Kommunikation und auf der anderen Seite um die Erstellung, Bearbeitung und den Austausch von Inhalten.

 

Es gibt verschiedene Plattformen, wo Inhalte bereitgestellt werden können wie z. B.:

  • Eine Website,
  • ein Blog,
  • soziale Netzwerke.

Außerdem gibt es verschiedene Formen, wie der Inhalt bereitgestellt werden kann wie z. B.:

  • Textform,
  • Grafik oder Infografik,
  • Podcast oder Video.

Social Media ist die moderne Art der Kommunikation und des Informationsaustauschs.

 

Tina Gallinaro von Social Media Betreuung " Extrawerbung " hat sich bereit erklärt, einige Fragen zum Thema zu beantworten.


Mit Deiner 2010 gegründeten Firma Social Media Betreuung " Extrawerbung " bietest Du Social Media Marketing, Beratung und Betreuung, Bildbearbeitung und PR Texte an. Kannst Du uns dazu ein paar Details geben?

Ja, hier arbeite ich mit mehreren Partnern zusammen, denn alles aus einer Hand anbieten kann ich nicht, weil ich ein Ein-Mann-Unternehmen bin. In dem Fall ein Ein-Frau-Unternehmen. Wenn Unternehmen sich bei mir melden und Social Media Beratung und/oder Social Media Betreuung benötigen, kommt es immer darauf an, ob der Unternehmer die lästige Pflicht einfach nur abgeben möchte, oder es wirklich aus Zeitgründen nicht schafft, regelmäßig präsent zu sein.


Im letzteren Fall stehe ich unterstützend zur Seite und biete Unternehmen die Möglichkeit, per „Learning by Doing“ das Wissen aus erster Hand zu erfahren. Das heißt im Klartext, dass der jeweilige Unternehmer über alles, was mit den sozialen Netzwerken zu tun hat, von mir geschult wird, um die richtigen Schritte zu unternehmen.


Weil Texte ein wichtiger Bestandteil sind, um überhaupt gesehen zu werden, gebe ich diese Arbeit an meine Partner ab, denn an dieser Stelle müssen Profis ran. Da ich viel Wert auf Professionalität lege, suche ich mir meine Partner, was PR-Texte und Texte angeht, natürlich peinlich genau aus. Denn es gibt nichts Schlimmeres als den Kunden halbherzige Dinge anzudrehen. Hier arbeite ich in erster Linie mit Janett Reimann von Textschöpfung zusammen, habe aber auch empfehlenswerte Freelancer, denen ich hin und wieder einen Auftrag vermitteln kann. 


Da ich diese empfehlenswerten Freelancer auf einer eigens dazu erstellen Webseite verzeichnet habe, können potentielle Kunden sofort mit ihnen Kontakt aufnehmen, ohne dass ich dazu ins Spiel komme. Das klappt super und ich bin sehr froh, dass ich mich für diese Möglichkeit entschieden habe. 


Ebenso kann ich auf Social Media Dienstleister auf einen Blick verweisen, wenn meine Kapazitäten ausgeschöpft sind, um einen Auftrag anzunehmen, oder wenn es "einfach nicht passt"!  Bei einem Auftrag muss man sich ja mit dem jeweiligen Unternehmer identifizieren können. Kommt beispielsweise eine Anfrage für Mode oder Kosmetik rein, muss ich an dieser Stelle passen.  Das Thema interessiert mich einfach nicht. Ich weiß, sehr untypisch für eine Frau  :-), aber man sollte ja auch mit Herzblut bei der Sache sein. 


Du bietest auch professionelle Bildbearbeitung an. Was ist bei der Auswahl und Bearbeitung eines Bildes wichtig?

Hier kommt wieder meine enge Partnerin Bärbel Loy von loy webdesign aus Gütersloh ins Spiel. Sie ist nicht nur eine absolute Expertin in Sachen Website-Erstellung, sondern beschäftigt sich auch mit professioneller Bildbearbeitung. Denn wie wir alle wissen, gibt es für den ersten Eindruck keine zweite Chance. 


Natürlich kann ich auch einiges selbst machen, wenn es um die Postings in den sozialen Netzwerken geht. Da habe ich meine Lieblingstools, mit denen man richtig zaubern kann. Für die Social Web News beispielsweise arbeite ich mit dem  Tool Ribbet und optimiere die Bilder hinterher noch mit JPEGmini.


Welche Empfehlungen hast Du für die Erstellung von professionellen PR-Texten?

Wie schon oben erwähnt, erledigen das meine Partner, an die ich diese Aufgabe gerne weitergebe. Für meine eigenen Blogbeiträge benötige ich keinen Texter, höchstens ab und an mal jemanden, der drüber schaut, ob ich mal wieder irgendwo ein Komma vergessen habe. Denn das ist offen gestanden eine Schwäche von mir.


Wie wichtig findest Du Corporate Blogs für Unternehmen?

Ein Corporate Blog ist immens wichtig für Unternehmen, die sich in ihrer Branche als Experte positionieren wollen. Denn nur so bekommen Kontakte einen näheren Einblick und fassen schneller Vertrauen zum Produkt oder zu einer Dienstleistung. Da ein Blog auch als Kommunikationskanal genutzt werden kann, ist es für Unternehmen eine weitere sehr gute Chance, auf Fragen oder Feedback einzugehen.


Natürlich kann sich nicht jedes Unternehmen mit dem Thema Blog auseinandersetzen. Viele wissen gar nicht, was sie schreiben sollen. Aber im Unternehmeralltag ist immer was los, niemand sitzt den ganzen Tag unter einem großen schwarzen Karton und erlebt nichts! 


Viele haben dann auch Angst. Bei der Gastronomie erlebe ich es oft, dass Gastwirte sagen: "Wenn ich auf meinem Blog ein Rezept veröffentliche, dann kommen keine Gäste mehr zu mir!"


Ich finde diese Angst ist wirklich unbegründet, denn dann würden alle Restaurants schwarze Zahlen schreiben. Ein sehr schönes Beispiel dazu ist Ludger Freese, mit seinem Beiträgen auf Essen kommen! lockt er die Besucher regelrecht zu sich und ich finde, das macht er richtig gut.


Was hältst Du für eine Präsenz im Web für unbedingt notwendig?

So authentisch und so natürlich wie möglich ist wohl die erste Grundvoraussetzung. Denn wie ich schon in Cheat Sheet - ein kleiner Facebook Spickzettel erwähnt habe, kommt es bei den Statusmeldungen, die jemand teilt, nicht nur darauf an, wie sie geteilt wurden, sondern auch, wer sie geteilt hat. Ein Pseudonym erweckt definitiv  kein Vertrauen!


Du hast Umzüge Meurer bei der Erstellung ihrer Facebook Seite geholfen und sie unterstützt. Welche Informationen benötigst Du, um ein Profil zu erstellen und wie schulst Du die Firma, um ihr Profil selbst zu pflegen?

Um eine Fanseite ins Leben zu rufen und sie mit den nötigen Informationen auszustatten, benötige ich oftmals nicht mehr als ein Telefon und den passenden Unternehmer am Ende der Leitung. Ich stelle den Unternehmern keine Fanseite hin und sag dann "Mach mal!", sondern das erfolgt in enger Zusammenarbeit. 


Somit weiß der Unternehmer sofort,  welche Informationen an welcher Stelle eingetragen werden müssen, hier lege ich besonderen Fokus auf das Impressum, denn ein fehlendes Impressum kann teuer werden! 

Und weil für die Fanseite auch ein Headerbild und ein Logo wichtig sind, hat der Unternehmer diese Bilder meist auch direkt auf seinem Rechner, die er unter meiner Anleitung gezielt hochladen kann. Existieren keine Bilder, können diese als Übergangszeit auch bei ClipDealer gekauft werden. Hier sollte aber auf die Social Media Lizenz geachtet werden! 


Meist kommt zeitgleich von mir noch eine Einweisung, wie man sich mit einer Fanseite bewegen kann, worauf man achten sollte und kleinere Tipps und Tricks, wie man beispielsweise mit dem Privatprofil als Fanseite umzwitscht und damit dann "spazieren gehen" kann. 


Für wen eignet sich der Kurznachrichtendienst Twitter?

Twitter eignet sich für alle, die den schnellen Austausch lieben. Hier erfährt man in Echtzeit, was alles im Internet passiert. 


Vor allem sollte man sich im Klaren darüber sein, dass hinter jedem Twitter Account ein Mensch sitzt. Von daher sollten automatisierte Postings nicht zur Regel werden, denn sonst kann man nicht zeitgleich auf Fragen und Kommentare reagieren. Ich habe sehr viele Reaktionen beim Microblogging-Dienst, wenn ich wichtige und relevante News verbreite. 


Und wie für jedes soziale Netzwerk gilt - regelmäßig präsent sein! 


Welchen Firmen empfiehlst Du eine Google+ Seite oder einen Google My Business Eintrag?

Im Prinzip ist diese Frage sehr leicht zu beantworten: Jeder, der eine Webseite hat und mit der Öffentlichkeit arbeitet, sollte auch mit einem Google My Business Eintrag dort vertreten sein.

 

Denn:

Wenn User im Internet etwas suchen, dann googeln sie danach. Meist zeigt Google als erstes die Bewertungen an, die ein Unternehmer erhalten hat. Das zeugt von Vertrauen und weckt das Interesse eines potentiellen Kunden. Ich bekomme regelmäßig Anrufe, wo sich mein Anrufer mit "Ich habe Sie bei Google gefunden" meldet.


Hier verspielen aber leider viele Unternehmer wertvolle Chancen, denn oftmals besitzen sie schon eine Google+ Seite, wissen aber nichts von ihrem Glück. Schön zu beobachten ist dieses, wenn man das Impressum einer jeweiligen Website kopiert und Google danach suchen lässt. Wenn man dann auf "Maps" klickt, ist oftmals schon eine G+ Seite vorhanden. Klickt man weiter, hat diese G+ Seite schon etliche Aufrufe gehabt. 


Ob es nun Absicht von Google ist oder nicht, jedenfalls ist es ein eindeutiger Wink mit einem ganzen Gartenzaun, dass Unternehmer aktiv werden sollten. 


Mit den Beiträgen, die man bei Google+ erstellt, ist es das SEO zum Selbermachen, und mit hilfreichen Inhalten stärkt man sogar noch die eigene Sichtbarkeit bei Google und Co.


XING und LinkedIn werden vor allem für B2B-Firmen im deutschsprachigen bzw. internationalen Raum empfohlen. Welchen Kunden empfiehlst Du diese beiden Netzwerke und warum?

Oh ja, hier spalten sich meine Gefühle. Ich habe XING als Spamschleudermaschine kennengelernt und habe dann sehr enttäuscht vom Premium in den Basis Account gewechselt. 

Ob es mittlerweile besser geworden ist, kann ich nicht sagen, denn ich bin mehr auf LinkedIn unterwegs.


Jedenfalls sind beide Portale immens wichtig für Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen auf einer weiteren Ebene ausbauen möchten. 

Denn viele dort vorhandenen Kontakte sind NICHT auf Facebook und Twitter oder Google+ zu finden. 


Auf LinkedIn ist Dein Slogan „Holen sie Ihre Kunden in den sozialen Netzwerken ab, denn dort halten sie sich auf!“ Welche Tipps hast Du, um herauszufinden, in welchen sozialen Netzwerken sich die Kunden aufhalten?

Nicht nur auf LinkedIn wende ich meinen Slogan an, er gilt generell. Um herauszufinden, in welchen sozialen Netzwerken sich die Kunden aufhalten, gilt es als Erstes, mehr über die Interessen der einzelnen Kunden zu erfahren. 


Pinterest ist vor allem bei Online-Händlern für Mode, Accessoires, usw. beliebt. Wem würdest Du Pinterest empfehlen? Wie siehst Du Pinterest im Vergleich zu Instagram?

Pinterest empfehle ich jedem, der visuelle Inhalte verbreiten möchte. Mit Instagram werde ich noch nicht so ganz warm, da ich Instagram nur sporadisch nutze. 


Für wen sind about.me oder SlideShare geeignet?

About.me ist nahezu perfekt, wenn man beispielsweise wie bei Twitter nur einen Link zur Verfügung hat, um zu zeigen, wo man noch überall vertreten ist. Hier kann man sich wunderbar auslassen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.


SlideShare kann man sehr gut anwenden, wenn man mehrere PDF's anbieten und sie für die Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.


Gibt es noch weitere soziale Netzwerke, die Du empfehlen kannst?

Man sollte sich auch auf Nischen-Netzwerken umsehen. Dazu kann ich direkt den Artikel Soziale Netzwerke: Spannende Nischen Netzwerke, die Sie kennen sollten von Peter-Georg Lutsch von Digital-Media-Manager empfehlen. Hier kann es sehr gut sein, dass man auf seine Zielgruppe trifft. Man sollte generell auch mal ausweichen und nicht nur die bekanntesten Social Media Plattformen bedienen.


Welche Bedeutung gibst Du den sozialen Netzwerken in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung und das Ranking?

Hier lege ich den Fokus auf sehr hoch. Und jeder Nutzer hat es selbst in der Hand, sein eigenes SEO zu machen. Wer bloggt, kennt die kleinen Tricks, um sich seinen Platz in der Suchmaschine zu sichern und zu stärken.

Produziere hilfreiche Inhalte und stärke so die eigene Sichtbarkeit bei Google und Co. aus Warum Unternehmen bloggen und sich vernetzen sollten.


Welche Tipps hast Du für einen zielgruppenorientierten Kontaktaufbau im Social Web?

Es kommt immer auf die jeweilige Berufssparte an, mit der man sich selbst umgibt. Da Gruppenaktivität ein Teil der Marketing-Strategie ist, sollte man in relevanten Gruppen aktiv sein. Dort kann man interessante Leute kennenlernen, die ebenfalls wertvolle Beiträge posten. Hält man sich in den Gruppen nicht bedeckt und beteiligt sich aktiv an Diskussionen, werden die anderen Kontakte neugierig und schauen auch schon mal, wer man eigentlich ist. 

Dazu gehört auch, dass man keine Dauer-Werbepostings versendet, denn dann ist man in recht kurzer Zeit ein Ex-Mitglied. In Gruppen geht es um Austausch, Hilfestellungen und intensives Miteinander! Egomanen sind demnach out!


Was empfiehlst Du für die Kontaktpflege?

Kontaktpflege ist immens wichtig, dazu gehört auch, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Beiträge seiner Kontakte zu teilen. Social Media ist ein tägliches Geben und Nehmen. 

Auch ist es ratsam, mal den Kontakt mit seinen Kontakten zu suchen, sei es ein Telefonat oder ein Netzwerktreffen.

Somit hat man neben dem Bild auch eine Stimme dazu und  ordnet diesen Kontakt schon wieder ganz anders ein als jemanden, den man "nur" von Twitter her kennt.

In Warum viele Kontakte den Frühjahrsputz nicht "überleben” bin ich auf die verschiedenen Eigenarten einiger Kontakte eingegangen, deren Verhalten nicht nur unangenehm auffällt, sondern auch äußerst anstrengend ist. Lieber habe ich zum Beispiel nur eine Handvoll Kontakte als eine unübersichtliche Vielzahl derer, mit denen ich nicht interagieren kann.


Welche Besonderheiten hat das Gastronomie Marketing?

Mit Gastronomie Marketing hat jeder Gastronom täglich immer wieder neu die Chance, seine Gäste ins Restaurant zu locken. Aber hier gelten auch wieder verschiedene Faktoren. Wenn es "intern" zwischen Service-Personal und Chef knallt und das die Gäste zu spüren bekommen, kann man in den sozialen Netzwerken nicht Friede, Freude, Eierkuchen spielen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Allenfalls wäre dies ein Fall für die Kochprofis :-).

Auch ist es immens wichtig, dass "echte" Bilder vom jeweiligen Mittagessen oder ein Gericht von der Speisekarte via Facebook, Twitter und Co. gepostet werden. Was ich damit sagen will, ist, dass der Gast exakt das gleiche Essen auf seinem Teller haben möchte, was er zuvor visuell in den sozialen Netzwerken gesehen hat.


Gekaufte Stock-Photos haben in dem Sinne beim Gastronomie-Marketing nichts zu suchen. Auch müssen keine aufwendigen Food-Bilder gemacht werden, um den Appetit der Gäste anzuregen. 


Welche Tools eignen sich für Content Marketing?

Die passenden Tools gibt es in Content Marketing Tools 2015.


Was wird benötigt für die Erstellung einer Social Media Strategie?

Hier verlinke ich einfach mal auf die Slide-Share Präsentation von Andre Jontza.


Was ist für eine erfolgreiche Social Media Betreuung erforderlich?

In erster Linie die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und dessen Bereitwilligkeit, überhaupt in Social Media aktiv zu sein. 


Ein Social Media Manager kommuniziert nach außen. Wie wichtig ist dabei die interne Kommunikation, um dies effizient zu tun?

Dies ist ebenfalls immens wichtig, denn man kann nichts nach außen tragen, was innen nicht klappt. 


Wann empfiehlst Du eine interne und wann eine externe Lösung für einen Social Media Manager?

Diese Frage habe ich in Professionelle Social Media Unterstützung gesucht beantwortet.


Mit welchen Social Media Tools arbeitest Du bzw. welche kannst Du empfehlen?

Die Antwort gibt es in Tipps und Tools, um den Social Media Alltag zu meistern!


Welche Tipps hast Du für das Social Media Marketing?

Tipps für Social Media Marketing gibt es in 101 Tipps und Tools für das Social Media Marketing.


Was hältst Du von Webinaren, Podcasts, Videos und Infografiken? Wie geeignet sind sie beim Social Media Marketing?

Videos sind visuelle Anreger, um zu zeigen, wie es beispielsweise im Unternehmen aussieht. Man kann die Mitarbeiter zeigen, Eindrücke aus dem Unternehmeralltag und mal eben kleinere Gebrauchsanleitungen erstellen so wie ich es beispielweise in Tool-Tipp für Twitter: Followerverwaltung mit Crowdfire gemacht habe. Bevor man einen ellenlangen Beitrag schreibt und Gefahr läuft, dass die Leser schreiend das Weite suchen :-), besser Erklärvideos erstellen.


Webinare finde ich megaklasse, selbst biete ich (noch) keine an. Ich bewundere an dieser Stelle Sandra Holze von Likes Media. Ihre Webinare sind immer sehr verständlich und sehr gut besucht. Da bin ich auch des Öfteren mal dabei und lerne immer wieder dazu.


Mit Infografiken sollte man vorsichtig sein, denn allein schon bei der Auswahl der Farben kann man viel falsch machen. Dazu soll eine Infografik die wichtigsten Punkte ansprechen, was man mit einem Beitrag erzählen möchte. Infolgedessen ist eine Infografik die Einladung zum Besuch der Website. 


Podcasts sind absolut genial. Man lauscht der Stimme während man weiter surft. Ebenso können die Podcasts auch mal eben auf dem Weg zur Arbeit gehört werden. 


Was sind Deine Tipps, um erfolgreich im Social Web zu sein?

Hier ist wieder das Mitmachen angesagt und dazu möchte ich auf den Beitrag Erfolg im Social Web – wie ist das möglich? verweisen. 


Du veröffentlichst jeden Freitag die „Die Social Web News“. Wie bist Du auf die Idee gekommen, das zu tun und nach welchen Kriterien suchst Du die Artikel aus?

Es war eine Spontangeburt wie man so schön sagt. Ich bin eines Morgens aufgestanden mit dem Gedanken, ich will es machen. Ich will einmal wöchentlich die sauguten Beiträge vorstellen, die mich die ganze Woche über stellenweise sehr begeistert haben. 


Die Kriterien dafür, dass ein Beitrag in den Social Web News erscheint, sind ganz simpel. Der Beitrag soll einen Mehrwert für alle Leser bieten, nicht zu viel Eigenwerbung enthalten und vor allem: Die Inhalte sollen den Lesern ins Hirn knallen, um es mit den Worten von Karl Kratz zu sagen. 


Ich bin da sehr wählerisch: Ich leite meine Leser niemals auf Landing Pages und lehne es auch strikt ab, gegen Bezahlung einen Beitrag zu veröffentlichen. Ich bilde mir ein, mit der wöchentlichen Auswahl immer voll ins Schwarze zu treffen, denn eins habe ich immer wieder dabei gemerkt: Was mich begeistert, begeistert auch andere. 


Da darf auch ab und an mal geschmunzelt, fassungslos mit dem Kopf geschüttelt und gestaunt werden :-) 


Du hast den Status „Proven Expert“. Kannst Du uns ein paar Details zu dieser Plattform für Bewertungen geben?

Die Bewertungsplattform Proven Expert ist eine Alternative für Yelp. Yelp hat, wohl für kaum einen verständlich, dieses merkwürdige Auswahlverfahren, was Bewertungen angeht. Bei Provent Expert bittet man seine Kunden, eine Bewertung zu hinterlassen und diese Bewertung schaltet der Nutzer selbst frei. 

Allerdings hat die Sache mit Proven Expert einen kleinen Haken. Möchte man mehr als 10 Bewertungen öffentlich machen, ist das Ganze kostenpflichtig.


Wie sozial sind Social Media und die sozialen Netzwerke Deiner Meinung nach?

Wenn man die Themen Politik, Religion  und andere dubiose Welt-Anschauungs-Beispiele einfach mal außen vor lässt und sich hier nicht auf Diskussionen einlässt, sind die sozialen Netzwerke sogar sehr sozial. Denn im Social Web prallen zu viele Ansichten aufeinander! Nach relativ kurzer Zeit steht immer fest "Wir sind einer Meinung, dass wir nicht einer Meinung sind! ;-)".


Ich habe immer noch den Aufruf #einBuchfuerKai in Erinnerung, wo man das Mitgefühl und die Bereitschaft, helfen zu wollen, regelrecht fühlen konnte.


Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Liebe Grüße an alle Freunde, Kontakte, Follower und Fans: You're simply the best :-).

 

Vielen Dank Tina für die sehr interessanten und informativen Antworten und nützlichen Links.

 

Welche Social Media Tipps haben Sie?

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Claudias praktischer Ratgeber zu besseren Suchergebnissen

Tipps und Tools für bessere Suchergebnisse

Was tun Sie für bessere Suchergebnisse?
Was zu tun ist, um möglichst gut gefunden zu werden

An Google kommt keiner vorbei. Die Suchmaschine Google hat wahrscheinlich fast jeder schon mehrfach benutzt. „Google das doch mal“ ist zum geflügelten Wort geworden, wenn jemand etwas wissen will. Das Wort „googeln“ ist sogar in den Duden aufgenommen worden. Um im Internet besser gefunden zu werden, gibt es einige nützliche Produkte von Google. Sandra Wöhlkens, Mitarbeiterin bei TILL.DE, die bei ihrer täglichen Arbeit viele Google-Produkte verwendet, hat sich bereit erklärt, ein paar Produkte vorzustellen und Tipps zu geben.


Die Website


Der wichtigste Punkt, um im Internet gefunden zu werden ist die Website. Bis diese bei der organischen Suche auf der 1. Seite erscheint, dauert es einige Zeit. Nachfolgend einige Tools und Dienste, die dabei helfen, die Website für die Suchmaschine zu optimieren:


Die Daten, die mit Google Analytics gemessen und ausgewertet werden sollten

Mit Google Analytics sollten hauptsächlich die Daten, die zu den Zielen passen, die man erreichen will, gemessen und ausgewertet werden. Wenn jemand einen Blog hat, möchte er, dass seine Beiträge gelesen werden. Da wäre die durchschnittliche Sitzungsdauer und der Vergleich von wiederkehrenden zu neuen Besuchern interessant. Wenn auf der Website jedoch Conversions (Kauf, Kontaktanfrage, etc.) erzielt werden sollen, sollten diese gemessen werden.


Welche Informationen man mit Google PageSpeed Insights erhält

Mit Google PageSpeed Insights kann die Geschwindigkeit gemessen werden, mit der eine Seite geladen wird und ob besonders auf mobilen Geräten noch Nachholbedarf besteht. Die Ladegeschwindigkeit ist wichtig, da die meisten Internetnutzer sich innerhalb von 10 Sekunden entscheiden, ob sie auf einer nützlichen Website sind oder nicht. Sollte die Seite bis dahin noch nicht geladen sein, verliert ein Großteil der Nutzer bereits die Geduld und springt ab.


Nützliche Tools und Analysen, die man über die Google Search Console (Google Webmaster Tools) erhält

Die Google Search Console gibt Daten und Erkenntnisse zur organischen Google Suche. Hier kann man zum Beispiel die Suchbegriffe einsehen, unter denen man bisher gut gefunden wird. Stehen dagegen wichtige Suchbegriffe auf niedrigen Positionen, kann mit strategischen Content Maßnahmen gegengesteuert werden.


Tipps für lokale Geschäfte, das Suchergebnis mit Google Maps Anzeigen oder einem Google My Business Eintrag zu optimieren

Die kostenlosen Produkte Google My Business und Maps zu verwenden kann nur jedem lokalen Unternehmen empfohlen werden. Mit einem einzigen My Business-Eintrag wird die Sichtbarkeit des Unternehmens auf allen Geräten in der organischen Suche, bei Maps und bei Google+ gefördert.


Bezahlte Werbung


Bis eine Website suchmaschinenoptimiert ist und organisch auf der 1. Seite gefunden wird, ist Google AdWords die schnelle aber kostenpflichtige Variante, damit eine Anzeige auf der 1. Seite erscheint.


Was bei Erstellung einer Kampagne beachtet werden sollte

Die Höhe des Budgets ist in der Regel die Kernfrage bei der Erstellung einer Kampagne. Das Budget hängt hauptsächlich vom möglichen Gewinn einer Kampagne ab. Man muss wissen, wie viel für eine Kampagne basierend auf dem potentiellen Gewinn ausgegeben werden kann. Zweitens muss man sich entscheiden, wer zur Zielgruppe gehört und mit welchen Produkten die Kunden angesprochen werden sollen. Schließlich sollte man die Werbung auf der richtigen Werbeplattform platzieren. Google AdWords stellt u. a. das Suchnetzwerk für Textanzeigen und das Displaynetzwerk für Banneranzeigen zur Verfügung. Google AdWords bietet zudem auch die Möglichkeit, Shoppinganzeigen oder auf YouTube Videoanzeigen zu schalten.

Tipp: Google Ad Grants ermöglicht es gemeinnützigen Organisationen, kostenlos AdWords Anzeigen zu schalten. 


Welche Vorteile der Google AdWords Editor für die Bearbeitung von Kampagnen bietet

Der größte Vorteil des Google AdWords Editors ist, dass man die eigenen Kampagnen offline steuern kann. Im Gegensatz dazu ist Google AdWords zur online Benutzung entwickelt worden. 

Der AdWords Editor ist ein empfehlenswertes Programm für diejenigen, die an mehreren Konten gleichzeitig und an umfangreichen Kampagnen arbeiten wollen.  


Wie man mit dem Google Keyword-Planer Ideen für Keywords sucht

Es gibt zwei wesentliche Funktionen beim Keyword-Planer: Neue Keyword-Ideen ermitteln und Informationen zu Suchvolumen und Trends sammeln. Je nach Produkt oder Dienstleistung, die angeboten werden soll, kann der Keyword-Planer mit einzelnen Stichworten oder auch einer URL gefüttert werden. Daraufhin werden für die Keywords Suchvolumen, die geschätzten Kosten sowie Alternativen zum Keyword generiert. 

Durch die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten (Standort, Sprache, auszuschließende Keywords, usw.) kann der Keyword-Planer sehr individuelle Prognosen erstellen.


Wie man mit dem Google URL Builder URLs Parameter hinzufügen kann, um die Klickergebnisse von Kampagnen besser zu messen

Der Google URL Builder fügt den URLs einer Marketing-Kampagne Parameter hinzu, die mit einem Datenanalyseprogramm wie Google Analytics ausgelesen werden können. Mit diesen Parametern kann die Leistung jeder einzelnen Kampagne spezifisch analysiert werden.

Dies funktioniert sogar für Offline Kampagnen. Die mit Parametern veränderte URL wird einfach in die Anzeige, zum Beispiel für ein Magazin, abgedruckt. Sobald jemand diese URL in seinen Browser eingibt, kann festgestellt werden, dass der potentielle Kunde die Anzeige in dem Magazin vorher gesehen hat. Dazu sollte jede veränderte URL spezifisch für jede Kampagne und jedes Medium erstellt werden.

Beim URL Builder gibt es insgesamt fünf Parameter: Kampagnenquelle, Kampagnenmedium, Kampagnenbegriff, Kampagnencontent und Kampagnenname. Davon sind Quelle, Medium und Name erforderliche Felder. 

Damit die veränderte URL nicht so lang wird und auch einfacher per Hand abgetippt werden kann, empfiehlt sich die Verwendung des Google URL Shorteners.


Zusatztipps


Welche wertvollen Informationen man mit Google Alerts erhalten kann

Bei Google Alerts kann man fortlaufend die neuesten Ergebnisse für bestimmte Themen erhalten. Mit hinterlegten Suchbegriffen zu den Themen erhält man automatisch eine E-Mail, sobald Google den Suchbegriff im Internet neu findet. Dadurch kann man neue Informationen und Web-Trends im Auge behalten. 


Wie man Ergebnisse zu einem Suchbegriff in Google Trends nutzen kann

Google Trends zeigt Tendenzen zu Suchbegriffen. Die Suchvolumen werden regional und zeitlich angezeigt, so dass Prognosen zum Interesse an bestimmten Themen oder Produkten erstellt werden können.

Einfach mal den Begriff „Geschenke“ ausprobieren! Mit Google Trends kann jeder direkt erkennen, dass die Anzahl für Geschenke-Suchanfragen zu Weihnachten zunimmt. Für Online-Shops ist zudem wichtig, ab wann der Anstieg der Suchanfragen losgeht.


Wie der Google Tag Manager hilft, Tags für eine Website zu erstellen, zu aktualisieren und zu analysieren

Der Google Tag Manger ist vor allem eine gute Nachricht für diejenigen, die begrenzte  IT Kenntnisse haben. Das Tool bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, zahlreiche Tags einer Webseite gemeinsam in einer Oberfläche zu verwalten ohne jedes Mal den Quellcode der Website zu verändern. Zu seinen wichtigsten Funktionen im Online Marketing gehört, dass mit dem Tag Manager die Codes für das Google AdWords Remarketing oder für das Eventtracking von Google Analytics gemeinsam verwaltet werden können. Es muss einmalig der Code für den Tag Manager auf der Website eingefügt werden. Die Einbindung weiterer Code-Schnipsel wird hierdurch überflüssig. 


Wie sich Marketing, Suchmaschinenoptimierung und Google AdWords am sinnvollsten ergänzen

Die Bereiche des Online Marketings sind sehr wichtig im schnell wachsenden E-Business und funktionieren am besten, wenn sie gemeinsam und strategisch verwendet werden.

Die wichtigste Aufgabe des Online Marketings ist Traffic zu generieren, um Produkte und Dienstleistungen zu verbreiten und zu verkaufen. Hier spielt Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle, um eine gute Position und damit die höchste Aufmerksamkeit von Internetnutzern zu gewinnen. 

Es ist klar, dass die obersten Stellen die besten Positionen in der Suchergebnisliste sind. Um eine der ersten drei Positionen auf Google zu erhalten, benötigt man Google AdWords, weil Google diese ersten drei Plätze für Werbung reserviert.  

Einzelne Werbeformen wie E-Mail-Werbung, Targeting, Pixel-Werbung, Interstitials oder Couponing sollten jeweils spezifisch für das Produkt oder die Dienstleistung gewählt werden. Diese Werbeformen sind meist auf kurzfristige Ziele und abgesteckte Zeiträume ausgerichtet. Langfristige Ziele wie Markenbildung oder Markenbekanntheit sollten ebenfalls in die strategische Planung des Online Marketings mit aufgenommen werden.


Eine abschließende Frage: Welches Produkt, das es noch nicht gibt, würden Sie sich von Google wünschen?

Ein wichtiger Trend heutzutage sind die Sozialen Medien. Die Nutzerzahlen von Facebook wachsen immer weiter. Aber auch neue soziale Netzwerke werden immer beliebter. Um dieses Phänomen zu nutzen, brauchen Online Marketing Manager besseren Zugang zu Daten über die Sozialen Medien. Die wichtigen Leistungsdaten sind je nach Ziel des Unternehmens unterschiedlich. Leider sind diese Daten nicht für jedes soziale Netzwerk erhältlich bzw. nicht immer vergleichbar. Ich würde mich über ein Google-Produkt freuen mit dem einfach und übersichtlich die sozialen Medien für  die eigenen Ziele analysiert werden kann, gerne auch als Unterfunktion in Google Analytics.


Ich bedanke mich bei Sandra Wöhlkens für Zeit und Mühe, um unseren Lesern wertvolle Tipps und Tools für ein besseres Ergebnis im Internet zu zeigen.


Egal wie, jeder muss etwas tun, um auf der 1. Seite gefunden zu werden mit den Produkten oder Serviceleistungen, die er verkaufen will. Die Suchmaschinenoptimierung ist zeit- und arbeitsaufwändig und deshalb nicht kostenlos. Oft wird die Website optimiert und parallel Anzeigen geschaltet über Google AdWords oder auch in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook, Twitter oder Pinterest.

 

Was machen Sie für bessere Suchergebnisse und welche Tools verwenden Sie?

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Claudias praktischer Ratgeber Spezialgebiete einer Rechtsanwältin

Spezialgebiete einer Rechtsanwältin

Jeder Anwalt hat seine Spezialgebiete
Die Spezialgebiete von Frau Dr. Cornelia Grüner

Da das 1. Interview mit Frau Dr. Cornelia Grüner so viel Spaß gemacht hat, haben wir für BlogF ein 2. gemacht.

 

Beim 1. Interview gab es auch ein paar persönliche und allgemeine Fragen zum Thema Gerechtigkeit.

 

Beim 2. Interview gehen wir näher auf die Spezialisierung von Frau Dr. Grüner ein, nämlich Patienten-, Arzthaftungs- und Medizinrecht, Eheverträge, Familien- und Scheidungsrecht.

 

Hier geht es zum kompletten Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps.

 

Ergänzung am 08.12.16

 

Da der Artikel auf BlogF nicht mehr aufgerufen werden kann, hier das Interview mit den Fragen und Antworten:

 

Exklusiv-Interview auf BlogF Claudia Dieterle mit Frau Dr. Cornelia Grüner, Rechtsanwältin in Leipzig

 

Frau Dr. Grüner ist spezialisiert auf Patienten-, Arzthaftungs- und Medizinrecht, Eheverträge, Familien- und Scheidungsrecht.

Bei unserem ersten Interview hat sie auch ein paar persönliche und allgemeine Fragen zum Thema Gerechtigkeit beantwortet. Heute wollen wir ans „Eingemachte“ gehen und die Fachgebiete, auf die sie spezialisiert ist, näher beleuchten. Hier nun die Fragen:

 

Im Patientenrecht beraten Sie bei medizinisch-rechtlichen Fragen. Können Sie ein paar Beispiele nennen, was das für Fragen sind?

 

Mit dem Begriff Patientenrecht möchte ich vor allem klarstellen, dass ich Patienten rechtlich vertrete und nicht die Klinik. Denn ich habe in Gesprächen mit Rechtsuchenden festgestellt, dass gerade im Bereich ärztlicher Kunstfehler vom Anwalt eine klare Positionierung für eine der beiden Seiten erwartet wird. Für Patienten ist dies als vertrauensbildende Maßnahme wichtig, da sie nicht an einen Anwalt geraten wollen, der Patienten nur nebenbei vertritt und deren Belange nicht ausreichend beachtet.

 

Die möglichen Fragestellungen sind dabei vielfältig, obwohl diese meist mit Behandlungsfehlern in Zusammenhang stehen. Es geht aber auch oft um die Frage nicht ausreichender Aufklärung, den Anspruch auf Einsicht in die Krankenakte oder den Umfang der ärztlichen Schweigepflicht. Auch die Frage, ob man bei Unzufriedenheit mit der Behandlung überhaupt eine ärztliche Zweitmeinung einholen darf, fällt unter den Oberbegriff Patientenrecht.

 

Im Arzthaftungsrecht beraten Sie bei Kunstfehlern. Welche Beweise sind hier notwendig, was muss ein betroffener Patient beachten?

 

Bei ärztlichen Kunstfehlern muss der Patient grundsätzlich erst einmal beweisen, dass überhaupt ein Fehler vorliegt. Denn der Arzt haftet natürlich nicht für die Krankheit und auch nicht dafür, dass diese Erkrankung Schmerzen verursacht, sondern er haftet für den Behandlungsfehler. Darunter versteht man die Vornahme von Behandlungsmaßnahmen, die nicht dem Stand der ärztlichen Wissenschaft zum jeweiligen Zeitpunkt entsprochen haben. 

 

Wenn die Falschbehandlung nachgewiesen ist, dann muss der Patient außerdem beweisen, dass dieser Behandlungsfehler ursächlich für die Schmerzen und sonstigen negativen Folgen war. Denn es gibt auch fehlerhafte ärztliche Maßnahmen, die aufgrund glücklicher Umstände keine negativen Folgen nach sich ziehen. Und es gibt gesundheitliche Beeinträchtigungen, bei denen der Ursachenzusammenhang mit dem Ärztepfusch nicht nachgewiesen werden kann, weil die Folgeerkrankung auch mehrere andere, vom Arztfehler unabhängige, Ursachen haben kann. Allein der enge zeitliche Zusammenhang der negativen Folge mit der Falschbehandlung ist als Nachweis nicht ausreichend.

 

Zur sogenannten Beweislastumkehr kommt es erst dann, wenn der Kunstfehler so schwerwiegend war, dass er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf, weil so etwas einfach jeder Arzt wissen muss. Bei einem derartigen schweren Behandlungsfehler muss dann der Arzt nachweisen, dass sein Fehler gerade nicht ursächlich für den Schaden war. 

 

Meist sind es ja Schmerzen, die trotz Behandlung nicht enden wollen, durch die der Patient dann auf die Idee kommt, dass ein Arztfehler vorliegt. Ab diesem Moment sollte ein betroffener Patient alles ihm Mögliche unternehmen, um Beweise zu sichern und den Ablauf der Ereignisse in einem Gedächtnisprotokoll festzuhalten.

 

Ich kann zur Beweissicherung empfehlen,

  • Kalenderaufzeichnungen aufzuheben, 
  • möglichst zeitnah ein Gedächtnisprotokoll in Stichpunkten unter Angabe der Kalenderdaten zu fertigen,
  • Fotos vom Schaden zu machen (Wunde, Narbe etc.),
  • ggf. eine Zweitmeinung einzuholen, um das Behandlungsergebnis und evtl. erforderliche  weitere Behandlungsmaßnahmen mit dem Befundbericht eines anderen Arztes belegen zu können,
  • eine Kopie der Krankenakte zu beschaffen und 
  • Rechnungen für zusätzliche Aufwendungen zu sammeln.

Im Medizinrecht beraten Sie zu Rechten gegenüber der privaten Krankenversicherung. Welche Tipps haben Sie für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung?

 

Wenn jetzt von mir ein Hinweis erwartet wird, welche private Krankenversicherung am geeignetsten ist, dann kann ich da leider nicht weiterhelfen.

 

Sachlich kommen hier Streitigkeiten über Beitragsforderungen, Ansprüche auf Sachleistungen und Krankengeldzahlung oder Bewilligung von Reha-Kuren in Betracht. Auch der vorhin schon bei Patientenrecht genannte Anspruch auf Einholung einer Zweitmeinung gehört hierher.

 

Sie beraten vor der Eheschließung u. a. zu Eheverträgen. Welche Punkte sollten in einem Ehevertrag geregelt werden?

 

In der Regel wird der Ehevertrag vom Notar formuliert und im Entwurf zur Beratung bereits mitgebracht. Oder es geht in Vorbereitung des Erstgesprächs beim Notar darum, sich über den Regelungsbedarf klar zu werden. Welche Punkte dabei geregelt werden sollten, hängt ganz stark vom geplanten Ehemodell, der biologischen Möglichkeit von Änderungen der Planung und der wirtschaftlichen Situation ab. Dies hat z. B. Auswirkungen darauf, ob nur das jeweilige Anfangsvermögen festgeschrieben werden soll, eine modifizierte Zugewinngemeinschaft in Betracht kommt oder eine Gütertrennung  und welche Regelungen in Abhängigkeit von der Ehedauer für den nachehelichen Unterhalt getroffen werden sollen.

 

Man kann in einem Ehevertrag z. B. Regelungen über Unterhaltsbeschränkung und -verzicht aufnehmen, aber auch abweichend von der gesetzlichen Regelung höhere Verpflichtungen zur Unterhaltszahlung vereinbaren und güterrechtliche Ausgleichspflichten festlegen und dafür im Gegenzug auf den Versorgungsausgleich verzichten oder beispielsweise den Handwerksbetrieb vom Zugewinnausgleich ausnehmen. Wichtig ist dabei, die Übervorteilung einer Vertragspartei und damit die Unwirksamkeit des Vertrages zu vermeiden.

 

Im Familienrecht beraten Sie zu rechtlichen Fragen in der Familie. Was für Fälle sind das und was empfehlen Sie innerhalb der Familie schriftlich zu regeln, um Streit zu vermeiden (z. B. ein Testament)?

 

Zum Familienrecht gehören unabhängig von einer Scheidung Fragen zu Sorgerecht, Einrichtung der gemeinsamen elterlichen Sorge (so genanntes geteiltes Sorgerecht), Umgangsrecht, Kindesunterhalt, Elternunterhalt oder zum Unterhaltsanspruch der Mutter des nichtehelichen Kindes. Rechtliche Fragen in der Familie betreffen aber auch den Anspruch von Großeltern auf Umgang mit dem Enkelkind oder die Regelung finanzieller Folgen des Zusammenzuges einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft.

 

Spätere Streitigkeiten können teilweise durch ganz einfache schriftliche Regelungen oder praktische Maßnahmen vermieden werden. So ist es bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft beispielsweise sinnvoll, die Abbuchungsaufträge für laufende Zahlungen so zu verteilen, dass sie dem Verhältnis der beiderseitigen Einkünfte entsprechen und nicht einer alles bezahlt und der andere Vermögen bildet. Denn in diesem Fall gibt es keine Absicherung durch einen späteren Zugewinnausgleich.

 

Wenn schriftlich festgehalten wird, welches Anfangsvermögen jeweils am Tag der Eheschließung vorhanden war und dieses Schriftstück irgendwo gut aufgehoben wird, spart man sich später erhebliche Streitigkeiten und Nachweisprobleme. Noch einfacher wäre es, die Kontoauszüge vom Tag der Eheschließung gut aufzuheben, um später für den Fall der Fälle einen Nachweis zu haben.

 

Regelungen durch ein Testament machen Sinn, wenn von der gesetzlichen Erbfolge abgewichen werden soll (z. B. bei Vorhandensein vorehelicher Kinder), wenn bestimmte Gegenstände einer bestimmten Person zugedacht werden sollen, eine Firmennachfolge zu regeln ist oder wenn sich die Ehepartner durch ein sogenanntes Berliner Testament erst einmal gegenseitig absichern wollen.

 

Nachträgliche Ergänzung von Frau Dr. Grüner:

"Im Nachgang zu meinem Interview durch Frau Dieterle sei mir aus aktuellem Anlass eine kleine Ergänzung zu meinen Erläuterungen bzgl. eines Berliner Testamentes gestattet. Falls damit - was in der Regel der Fall ist - zu Lasten eines Abkömmlings und damit Pflichtteilsberechtigten von der gesetzlichen Erbfolge abgewichen werden soll, ist statt des Testamentes ein Erbvertrag zu empfehlen. Denn infolge der Alleinerbeneinsetzung des überlebenden Ehegatten werden die Abkömmlinge enterbt und können den Pflichtteilsanspruch geltend machen. Ein Pflichtteilsverzicht zur Verwirklichung des im Berliner Testament zum Ausdruck gebrachten letzten Willens kann nur durch einen Erbvertrag notariell gesichert werden."

 

Im Scheidungsrecht  beraten Sie zur Trennung und den Scheidungsfolgen. Mit Ehevertrag ist das sicher einfacher. Was empfehlen Sie für eine einfache und schnelle Scheidung?

 

Vereinfacht gesagt: sich möglichst wenig streiten. Oder anders herum, Einigungen erzielen, solange man sich noch einigen kann. Auch dafür ist schließlich das Trennungsjahr gedacht.

 

Ein langwieriger und unerfreulicher Streit über die Hausratsteilung kann beispielsweise ganz einfach dadurch vermieden werden, dass man nach der durch den Auszug eines Ehepartners erfolgten gegenständlichen Teilung der Haushaltsgegenstände ein gemeinsames Schriftstück aufsetzt mit dem Inhalt, dass jeder diejenigen Gegenstände zum Eigentum erhalten soll, die sich zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung in seinem Besitz befinden.

 

Häufig werden bei der Trennung auch Kontoguthaben geteilt in der gut gemeinten Annahme, dadurch einem späteren Streit um den Zugewinnausgleich vorzubeugen. Dann folgt manchmal das böse Erwachen, wenn einer das Geld für spätere Ausgaben zurücklegt , während der andere es nach der Trennung für den nächsten Urlaub verwendet und dann im Scheidungsverfahren Zugewinnausgleich fordert. Das kann durch einen Vertrag vermieden werden, in dem geregelt ist, dass das bei der Trennung ausgezahlte Geld auf den Zugewinnausgleich angerechnet werden soll.

 

Genauso kann ich nur empfehlen, bei mehreren im Eigentum zu je ein halb stehenden Grundstücken  sich vor Einreichung der Scheidung jeweils gegenseitig die Hälften zu übertragen, so dass jeder ein ganzes hat, um eine spätere Teilungsversteigerung zu verhindern.

 

Mittlerweile gibt es auch Online-Scheidungen. Können Sie den Unterschied zur „normalen“ Scheidung und die Vor- und Nachteile beschreiben?

 

Ja, klar, denn ich biete auch Online-Scheidungen an und nein, denn einen Unterschied gibt es eigentlich gar nicht.

 

Der Begriff Online-Scheidung klingt so nach Internetformular ausfüllen, Scheidungspapiere zustellen und das war's. Geworben wird normalerweise von den Anbieterportalen mit einfach, schnell, kostengünstig und Vertretung durch einen Anwalt vor Ort. Erst später merkt man unter Umständen, dass im Scheidungstermin  vor Gericht auch bei der Online-Scheidung beide Ehepartner anwesend sein müssen und dass ggf. für die Wahrnehmung des Termins bei einem weit entfernten Gerichtsort durch den Anbieter ein Anwalt vor Ort mit Untervollmacht zum Termin geschickt wird. Der kennt dann den Fall möglicherweise gar nicht, weil er die Unterlagen erst einige Minuten vor dem Gerichtstermin online erhalten hat.

 

Da hätte dann gleich ein ortsansässiger Anwalt beauftragt werden können, denn dieser führt die gesamte Kommunikation, wenn vom Mandanten gewünscht, auch online durch und die Kosten hängen nicht davon ab, ob es sich um die Online-Variante der Scheidung handelt oder nicht.

 

Vorteile der Online-Scheidung

 

Die notwendigen Angaben werden in ein Internetformular eingetippt, weshalb kein Erstberatungsgespräch beim Anwalt notwendig ist. Das spart den Zeitaufwand für die Beratung und die Reisekosten zum Anwaltstermin. Die Kosten für die Beratung selbst fallen bei einer Beauftragung zur Einreichung der Scheidung auch bei der "normalen" Scheidung nicht gesondert an, da sie auf die Verfahrenskosten ohnehin anzurechnen sind.

 

Damit ist die Online-Scheidung vor allem für die Leute interessant, die weit weg vom Anwalt wohnen oder extrem lange Arbeitszeiten haben, so dass sie normalerweise gar keine Möglichkeit hätten, einen Anwalt aufzusuchen.

 

Es ist teilweise emotional einfacher, ein Internetformular für die Scheidung auszufüllen, als darüber mit dem Anwalt zu reden.

 

Nachteile der Online-Scheidung

 

Die individuelle anwaltliche Beratung fällt weg und man kann nicht darüber reden. Dadurch ist die Online-Scheidung nur dann möglich, wenn es sich um eine einfache Angelegenheit handelt, bei der sich die Beteiligten einig sind und deswegen kein Beratungsbedarf besteht.

 

Man braucht eine funktionierende E-Mail-Adresse und eine Möglichkeit,  Dokumente einzuscannen und auszudrucken. Das ist im Übrigen auch bei der normalen Scheidung sinnvoll, wenn die weitere Kommunikation nicht per Post sondern per E-Mail ablaufen soll. 

 

Ich erlebe leider immer wieder, dass Mandanten gerne Papier sparen wollen und erklären, sie würden mindestens wöchentlich in ihr E-Mail-Fach schauen. Nach einem halben Jahr haben sie aber komplett vergessen, dass da noch ein Verfahren läuft. Wenn man dann nachfragt, wieso auf die E-Mail keine Reaktion kommt, erhält man die Antwort, dass E-Mails generell alle ungelesen gelöscht werden, weil es sich sowieso bloß um Werbung handelt. Hausgemachter Zeitverzug ist also bei beiden Varianten möglich.

 

Vielen Dank Frau Dr. Grüner für Ihre ausführlichen und informativen Antworten, die einen nützlichen Einblick in Ihre Fachgebiete und Tipps geben.

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Claudias praktischer Ratgeber zur Kommunikation

Journalismus, Content Marketing und PR

Wer kommuniziert über welche Kanäle?
Wie wird kommuniziert?

Kommunikation vom lateinischen communicatio = Mitteilung ist laut Wikipedia der Austausch oder die Übertragung von Informationen (Wissen, Erkenntnis oder Erfahrung). Privat und beruflich können wir persönlich, telefonisch, schriftlich oder digital miteinander kommunizieren, d. h. Wissen, Informationen weitergeben oder austauschen.

Im Journalismus, Marketing oder in Public Relations ist Kommunikation ein wichtiger Punkt, um Informationen zu erhalten und sie weiterzugeben.

 

Marc Ostermann von PR Desk - Content Marketing & Public Relations in Hagen hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu beantworten.

 

Was war als Junge Ihr Traumberuf?

 

Hahaha. Da gab es nicht einen, sondern viele: Feuerwehrmann, Polizist, Pilot und natürlich Journalist. Ich habe schon als Schüler Berichte und Kommentare geschrieben, die zurückblickend aber Gott sei Dank nicht veröffentlicht wurden…

Weshalb haben Sie sich dann für ein Magisterstudium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Film- und Fernsehwissenschaften, Politikwissenschaft entschieden?

 

Ich habe nach meinem Abitur begonnen, in einer Tageszeitungsredaktion als freier Mitarbeiter zu arbeiten. Spätestens nach meinem ersten Termin – einer Blutspende mitten im tiefsten Sommerloch – war für mich klar, dass ich nie wieder etwas anderes machen möchte als Schreiben. Ich glaube, ich kann nichts anderes – besser.

 

Da mich insbesondere der Journalismus und damit verbunden die Medienkommunikation sehr faszinierten, habe ich mein Studium auf dieses Interessensgebiet ausgerichtet. Und glauben Sie mir, das habe ich nicht bereut. Ich habe Seminare bei Chefredakteuren und Fernsehverantwortlichen besucht, in denen ich unheimlich viel für meine Arbeit gelernt habe. Und wer kann von sich schon behaupten, einer Legende wie Heribert Faßbender beim Besuch einer Vorlesung verzweifelt an der Hose herumgenestelt zu haben, weil der Sender des Mikros nicht halten wollte?

 

Sie waren Marketing Trainee und Pressesprecher bei der Dachgesellschaft der AFK Akademie Führung und Kommunikation und haben dort mehrere Kurse (z. B. Marketing-Crashkurs, PR-Arbeitsmethodik) besucht. Können Sie Ihre Tätigkeiten bei der Firma näher beschreiben?

 

Das Traineeship setzte sich aus verschiedenen Inhalten sowie Tätigkeiten zusammen – und war rückblickend äußerst wertvoll. Kleine Nebenbemerkung: Mit dem Engagement bei der AFK schloss sich ein Kreis. Denn die AFK wurde gegründet von Klaus Dörrbecker, dessen Buch zur Konzeptionstechnik wir in der Uni als Grundlage - etwas übertrieben ausgedrückt – auswendig lernen mussten. Ich sage nur „Rakete“. Die Insider wissen dann Bescheid. Wenn Sie in einem Institut mit diesem Renommee nach einem zweitägigen Assessment Center einen Vertrag bekommen, dann ballen Sie unter dem Tisch schon einmal die Siegerfaust.

An erster Stelle bei der AFK stand das Lernen. Ich kam aus dem Journalismus und machte jetzt PR für ein PR-Ausbildungsinstitut. Das erforderte natürlich erst einmal ein Umdenken und das Draufschaffen von wichtigem Handwerkszeug. Als Trainee nahm ich deshalb an so ziemlich jedem Seminar der Einrichtung teil, lernte das Konzeptionieren von PR-Kampagnen, das zielgruppenspezifische Schreiben, die Grundlagen des Marketings und wichtige Rhetoriktechniken.

Diese Inhalte setzte ich dann als Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung in die Praxis um. Ich arbeitete an der Konzeption zur Positionierung der AFK mit, schrieb Pressemitteilungen, Mailings, organisierte Veranstaltungen, schrieb Seminarunterlagen, arbeitete für externe Kunden und war redaktionell für den Blog des Unternehmens zuständig. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, ist es ziemlich anspruchsvoll, unter ihren Lehrern das Gelernte anzuwenden. Da gab es Bürotage, die alles andere als lustig waren, denn es wurde leidenschaftlich kritisiert und verbessert. Für die berufliche Entwicklung ist das optimal, aber man darf nicht allzu zart besaitet sein.

Am meisten Spaß machte mir aber mein Einsatz als Co-Trainer. Nachdem ich mich freigeschwommen hatte, durfte ich den Leiter der Akademie, Klaus Januschewski, als Trainer unterstützen. Insbesondere die Medientrainings in großen Unternehmen, in denen wir Krisenkommunikation unter realen Bedingungen (meist Katastrophenübungen) trainierten, sind echte Höhepunkte meiner beruflichen Biografie, an die ich sehr gerne zurückdenke. 

Was lernt man bei den Multimedia Marketing Kursen bei Comcave College, die Sie besucht haben?

 

Ganz ehrlich? Die Zukunft der Unternehmenskommunikation.

Es ist ja kein Geheimnis, dass sich die Kommunikation in den letzten Jahren stark verändert. Weg von der klassischen und medienvermittelten Kommunikation (die sie vorwiegend mit guter PR-Arbeit für ihr Unternehmen nutzen können) hin zu einem echten Dialog mit der Zielgruppe (z. B. in den sozialen Netzwerken).

Ich hatte das große Glück, fantastische Dozenten zu haben, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern täglich in ihrem jeweiligen Wissensgebiet praktisch tätig sind. Übrigens ist mir diese Kombination sehr wichtig, denn bei der AFK war das eine Grundvoraussetzung für die Trainertätigkeit, um eine praxisnahe Vermittlung der Inhalte zu gewährleisten.

Ich möchte Ihnen gerne ein Beispiel nennen: Onlinemarketing lernte ich bei Ralf Wenda, der in Dortmund eine Agentur betreibt, die Unternehmen bei der Kundengewinnung im Internet unterstützt und die Webseiten seiner Kunden „verkaufen“ lässt. Er hat schon hunderte Teilnehmer fit gemacht für das professionelle Onlinemarketing sowie erfolgreiches Social Media Marketing. Er ist – wenn Sie so wollen – schuld daran, dass auch ich meine Zukunft in der Onlinekommunikation sehe. Denn im Content Marketing verbinden sich das fundierte Onlinemarketing-Know-how mit redaktionellem Können und zielgruppenspezifischer Themenaufbereitung. Ich bin stolz, dass Ralf heute einer meiner Kooperationspartner ist. Denn wenn es einen Menschen gibt, der mich jemals fachlich um einen Quantensprung weitergebracht hat, dann ist es Ralf Wenda.

Was ist Ihre genaue Aktivität in der Studienstiftung des deutschen Volkes?

 

Ich war während meines Studiums Stipendiat dieses größten unabhängigen Begabtenförderungswerks der Bundesrepublik. Neben einer finanziellen Förderung stand dabei vor allem die fachliche Qualifizierung im Vordergrund.

Als Stipendiat haben Sie Vertrauensdozenten an Ihrer Universität, mit denen Sie sich regelmäßig über Ihre Studienausrichtung abstimmen können. Außerdem – und das ist der wahre Mehrwert – darf man an den berühmten Sommerakademien der Einrichtung teilnehmen. Dort beschäftigen sich Studenten mit (meist) ehemaligen Stipendiaten und heutigen Eliten des Wissenschafts- und Wirtschaftsbereich in lockerer Atmosphäre monothematisch mit den sie interessierenden Themen. Ich habe dort von Redakteuren vom Spiegel und der Tagesschau gelernt, wie Journalismus auf höchstem Niveau funktioniert.

Sie haben 15 Jahre als freier Journalist gearbeitet. Über welche Themen haben Sie Artikel geschrieben?

 

Meine „Heimatbasis“ war eine kleine Lokalredaktion, in der ich über alles berichtet habe, was innerhalb des Erscheinungsgebiets passiert. Das fing beim Klassiker, dem Kaninchenzuchtverein, an und hörte bei tödlichen Unfällen und Skandalen auf.

Der große Vorteil war, dass wir eine kleine Redaktion mit einer flachen Hierarchie waren und alles selbst machen mussten, was zur Produktion einer Tageszeitung eben anfällt – bis auf den Druck und das Verteilen natürlich. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Klamotten ich mir im Fotolabor beim Entwickeln unserer Bilder mit Chemikalien versaut habe. Als wir dann auf digitale Bildbearbeitung umgestellt haben, ist der Umsatz des heimischen Textil-Einzelhandels dramatisch eingebrochen…

Nachdem ich mir meine Sporen verdient hatte, durfte ich auch für den Hauptteil berichten. Ich hatte Bundesminister, Ministerpräsidenten und Fernsehstars vor der Kamera und dem Schreibblock. Das war eine spannende und extrem schöne Zeit. Leider geht es dem Journalismus heute aufgrund des Medienwandels nicht mehr so gut.

Was war der Grund, sich im Mai 2014 mit PR Desk - Content Marketing & Public Relations selbständig zu machen?

 

Ich war vor der Gründung sechs Jahre in unserem mittelständischen Familienbetrieb (Logistik, 20 Mitarbeiter) tätig. Ursprünglich sollte ich das Unternehmen nach dem Ausstieg meines Vaters weiterführen – und finanziell wäre das sicherlich auch eine kluge Entscheidung gewesen. Aber während meiner Zeit in der Spedition merkte ich immer deutlicher, dass das nicht mein Weg sein würde. Ich wollte wieder das machen, was ich am besten kann: Kommunikation.

Das klingt jetzt alles so locker-flockig. Aber natürlich war das eine extrem harte Entscheidung, denn Sie sehen dann dabei zu, wie das eigene Unternehmen verkauft wird und Mitarbeiter, die Ihnen über die Jahre ans Herz gewachsen sind, „alleine“ bzw. unter neuer Führung weitermachen.

Aber zurück zu Ihrer Frage. Es gab dann einen Punkt, an dem ich inne gehalten und mich gefragt habe: Was machst du jetzt mit deiner kuriosen Berufsbiografie? Ich wusste, ich kann sehr gut schreiben, habe eine fundierte PR-Ausbildung, kenne den Mittelstand sowie seine Probleme aus dem Effeff und bin fasziniert von den (neuen) Möglichkeiten der Onlinekommunikation. Tja, und dann machte Google mir auch noch das größte Geschenk überhaupt. Die Suchmaschine legt Wert auf aktuelle, hochwertige und Mehrwert liefernde Inhalte. Das war der endgültige Schubs in die richtige Richtung.

Denn aus dieser Melange an Erfahrungen und Ideen ergab sich der PR Desk fast zwangsläufig. Heute liefern meine Kooperationspartner und ich hochwertige Inhalte für die Unternehmenskommunikation von kleinen und mittelständischen Betrieben. Und das allerbeste daran ist: Meine Arbeit, unsere Kunden und meine fantastischen Kollegen lassen mich jeden Tag mit einem fröhlichen Pfeifen zur Arbeit fahren.

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten haben Content Marketing und Public Relations für Sie?

 

Kurz vorweg, denn das ist mir sehr wichtig: Content Marketing und Public Relations haben beide ihre Berechtigung als wichtige Kommunikationsinstrumente für Unternehmen.

Public Relations eignen sich noch immer perfekt, um mittels der Multiplikatoren in Fach- und Massenmedien Stakeholder zu erreichen. Allerdings hat die PR heute nicht mehr die Relevanz im Kommunikationsmix wie noch vor zehn Jahren.

Denn Unternehmen können heute recht einfach als Verleger ihrer eigenen Inhalte (beispielsweise im Rahmen eines Corporate Blog) auftreten und ihre potenziellen Kunden über zielgruppenspezifische Inhalte, die diese ansprechen und ihnen Mehrwert liefern, für ihre Marke, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung interessieren. So machen Unternehmen im Jahr 2015 Interessenten zu Kunden – und wenn sie dann noch richtig gut sind auch zu wichtigen Influencern.

Gemeinsam entfalten Content Marketing und Public Relations ein wirkungsvolles Grundrauschen im Aufmerksamkeits-Crescendo. Ich wollte auf keines der beiden Kommunikationsinstrumente verzichten. Deshalb hat der PR Desk als zweiten Vornamen auch „Content Marketing und Public Relations“ bekommen. Hahaha.

Welche Kenntnisse halten Sie für wichtig, um in den Bereichen Journalismus, Marketing oder Public Relations zu arbeiten?

 

Schwierige Frage! Ich befürchte, ich kann Ihnen darauf nur eine sehr oberflächliche Antwort geben, da ich sonst den Rahmen noch mehr sprengen würde, als ich das sowieso schon tue.

Die Gemeinsamkeit dieser drei Bereiche ist, Menschen zu informieren und zu interessieren. Dafür müssen die Praktiker dieser Bereiche wissen, wo sich ihre Zielgruppe befindet, was sie denkt und welche Informationen sie benötigt. Somit sind konzeptionelle wie strategische Kenntnisse wichtig, um erfolgreich in dem jeweiligen Bereich arbeiten zu können.

Aber wie bereits angemerkt: das ist eine recht oberflächliche Betrachtung.

Welche Eigenschaften sollten Menschen haben, die in diesen 3 Bereichen arbeiten?

  • Menschenkenntnis, um die Rezipienten oder die Zielgruppe mit relevanten Botschaften zu erreichen,
  • Neugierde, verbunden mit ganz viel Enthusiasmus für das jeweilige Thema oder Produkt,
  • Kreativität, um die Themen oder Produkte entsprechend in Szene zu setzen,
  • Ausdauer, denn in allen Bereichen erreicht man die gesteckten Ziele nicht mit einem einfachen Fingerschnipp (leider!).

Was zeichnet einen guten Text aus, abgesehen davon, dass er ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler sein sollte?

 

Das ist eine sehr schöne Frage, da sie eine gewisse Wertschätzung impliziert, die ich vor allem im Marketing häufig vermisse. Deshalb vielen Dank dafür.

Die Antwort ist ganz einfach. Ein guter Text muss sein Ziel erreichen!

 

Schließlich kann ein guter Text

  • informieren,
  • unterhalten,
  • verkaufen,
  • emotionalisieren,
  • zur Diskussion anregen,
  • zur Interaktion auffordern,
  • ein Problem lösen.

Bevor ich einen Text schreibe, muss ich also ganz genau wissen, welches Ziel der Text erreichen und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Darauf lassen sich dann die konkreten Inhalte, das Format und der jeweilige Kanal abstimmen. Deshalb ist übrigens ein ausführliches Texterbriefing so wichtig. Je mehr Informationen ein Texter hat, desto besser wird das Ergebnis.

Überspringt man aber diese grundlegenden Überlegungen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein Text die Zielgruppe nicht anspricht, erreicht oder interessiert. Und das hilft weder dem Leser, noch dem Autor und schon gar nicht dem Auftraggeber.

Da ich davon ausgehe, dass wir hier über Webtexte sprechen, die im Rahmen der Online-Kommunikation veröffentlicht werden sollen, muss der Text selbstverständlich auch für die Suchmaschinen optimiert sein. Deshalb sind auch diesbezüglich umfangreiche Überlegungen noch vor dem Tippen des ersten Buchstabens wichtig. Denn die Suchmaschinen indexieren textbasiert und sind heute in der Lage, hochwertige Inhalte von lieblos mit Keywords zugemüllten Texthaufen zu unterscheiden. Ein Texter, der kein SEO-Know-how hat, wird an diesem Punkt scheitern. Denn sein „Produkt“ wird vor dem Hintergrund der großen Konkurrenz nicht entsprechend in den Suchmaschinen ranken können.

Was ist für Sie ein guter Inhalt? Welchen Mehrwert muss er bieten?

 

Diese Frage schließt direkt an die vorige an. Ein guter Inhalt muss sein Ziel erreichen und die Fragen der Rezipienten beantworten. Dann liefern wir Mehrwert.

Gerade im Content Marketing sprechen wir sehr häufig über Mehrwert, mit dem man potenzielle Kunden für ein Unternehmen, eine Marke, eine Dienstleistung oder ein Produkt interessieren kann.

Um entsprechenden Mehrwert liefern zu können, ist es unabdingbar, sich in seine Zielgruppe – am besten über die Definition von Personas – hinein zu versetzen. Dann wird man relativ schnell bemerken, dass Inhalte, die Mehrwert liefern sollen, vor allem eines transportieren müssen: Nutzen.
Denn ein potenzieller Kunde - egal ob im B2C oder im B2B - fragt sich immer: Welchen Nutzen habe ich davon, welche Vorteile bringt mir das angebotene Produkt ganz persönlich. Das kennen Sie sicherlich aus Ihrem eigenen Suchverhalten. Sie fragen sich:

  • Lösen das Produkt oder die Dienstleistung mein Problem?
  • Inwiefern macht das Angebot mein Leben einfacher oder bequemer?
  • Welchen Nutzwert hat das Angebot für mich? (Und etwas abstrakter:) Befriedigt es meine emotionalen Bedürfnisse?

Übrigens ist das exakt die Schwäche vieler Webseitentexte. Nehmen Sie sich mal die Zeit und surfen Sie auf beliebige Unternehmenswebseiten. Dabei ist es egal, ob Sie auf der Präsenz einer kleinen oder aber großen, international agierenden Firma landen. Sie werden immer wieder eine Menge an (technischen) Features finden, die ein angebotenes Produkt beinhaltet. Diese Informationen interessieren den Kunden aber erst in einem zweiten oder dritten Schritt.

Ich möchte Ihnen das mal an einem ganz banalen Beispiel erklären: Wir bieten als Dienstleistung Content Marketing. Da könnte ich jetzt auf unserer Webseite schreiben, dass Content Marketing ein sehr erfolgreiches Kommunikationsinstrument ist und erklären, wie es in der Kommunikationsstruktur eines Unternehmens verankert sein muss, wie der Prozess der Implementierung abläuft, welche organisatorischen Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, welche Formate es gibt, wie diese Formate aufgebaut sein müssen und so weiter. Aber das interessiert den potenziellen Kunden an dieser Stelle nicht. Er fragt sich, welche Vorteile liefert mir Content Marketing konkret für mein Business?

Deshalb wechseln wir die Perspektive, sprechen nicht von uns und unserem Produkt, sondern von ihm und seinen Vorteilen.

Wenn Du, lieber Kunde, Content Marketing betreibst,

  • entwickelst du mittels deiner Inhalte Autorität und positionierst dich als Experte deiner Branche,
  • steigerst du die Markenbekanntheit,
  • stärkst du deine Webseite und unterstützt durch die hochwertigen Inhalte die Suchmaschinenoptimierung,
  • generierst du Leads,
  • kannst du den Absatz deiner Produkte und Dienstleistungen steigern.

Das zeigt dem potenziellen Kunden den Nutzen eines Produkts auf und liefert ihm Mehrwert, da dieser Text die Fragen beantwortet, die er sich zu diesem Zeitpunkt stellt. So schafft man Vertrauen, denn der User fühlt sich individuell angesprochen und ernst genommen.


Was muss eine gute Website unbedingt haben, um Besucher auf der Website zu halten?

Jetzt kann ich mich mal ganz entspannt zurücklehnen, denn das beantworten zu einem großen Teil schon die vorigen Fragen: Inhalte (nicht nur Texte!), die zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle nutzwertige Informationen liefern, die zielgruppenspezifisch aufbereitet sind und deshalb den User in diesem Augenblick interessieren.

Der PR Desk ist ja eine Kooperation. Ich arbeite mit Webdesignern zusammen, die diese Inhalte entsprechend in Szene setzen und visuell ansprechend präsentieren. Denn neben der Usability einer Seite ist auch das Design ein wichtiger Faktor, um User auf der Webseite zu halten. Gefällt denen nicht, was sie sehen oder finden sie nicht, was sie suchen, dann sind sie schneller weg, als ein Webmaster das Wort „Absprungrate“ sagen kann…

Welche Tipps haben Sie zur Leadgenerierung?

Leadgenerierung, also die Wandlung eines anonymen Users in einen qualifizierten Interessenten, der einem Unternehmen seine Kontaktdaten überlässt, ist ein zentrales Element im Content Marketing. Leadgenerierung hat - meiner Meinung nach - viel mit Vertrauen und Respekt zu tun.

Sie kennen das: Bevor Sie einem Unternehmen Ihre Mailadresse überlassen oder Ihre Telefonnummer übermitteln, überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie diesen Schritt gehen wollen. Sie möchten schließlich nicht mit Mails zugeballert und durch Anrufe gestört werden. Mal ganz davon abgesehen, dass das nur unprofessionelle Unternehmen wirklich praktizieren. Aber die Sorge ist trotzdem vorhanden.

Deshalb müssen Unternehmen gute Argumente liefern, um einen zunächst noch anonymen User davon zu überzeugen, seine Kontaktdaten zu übermitteln. Wenn Sie aber hochwertige Angebote, die Ihren Webseitenbesucher interessieren und die er jetzt unbedingt haben möchte, vorhalten, dann haben Sie schon einmal ganz gute Argumente.

Bieten Sie – quasi im Tausch gegen die Daten – qualitativ hochwertige Informationen, die der User in dieser Form nicht so schnell woanders findet.

Stellen Sie Whitepaper, Studien, eBooks oder Podcasts zur Verfügung. Laden Sie ihn zu einem kostenlosen Webinar ein oder bieten Sie ein umfassendes Video-Tutorial, das ein ganz spezifisches Problem löst.

Das schafft Vertrauen in Ihre Kompetenz, bindet den User an Ihr Unternehmen und lässt ihn positiv mit Ihrer Marke in Kontakt treten.  

Was ist beim Markenaufbau oder Aufbau einer Online-Reputation wichtig?

 

Authentizität.

Es gibt selbstverständlich noch einige andere Punkte, aber ohne einen authentischen Markenauftritt on- und offline funktioniert der Reputationsaufbau nicht.

Stimmen Botschaften und Inhalte nicht mit der Realität überein, gibt es Brüche, die man kommunikativ schlecht wieder schließen kann.

Deshalb empfehlen wir unseren Kunden aus kleinen und mittelständischen Unternehmen immer wieder: Seid authentisch, legt auch online allergrößten Wert auf persönlichen Kontakt, macht euch und euer Produkt nicht größer als ihr seid. Ihr habt genug Qualitäten. Kommuniziert diese im Rahmen einer durchdachten Kommunikationsstrategie, lernt aus Erfahrungen, messt (insbesondere) eure Onlineaktivitäten und verbessert auf Basis dieser Daten eure Kommunikationsanstrengungen.

Ein abschließendes Beispiel: Der PR Desk ist noch sehr jung. Er wird in diesem Monat ein Jahr alt. Deshalb ist gerade das Thema Markenaufbau ein Thema, mit dem wir uns regelmäßig beschäftigen. Sie werden von uns – außer in Onlineformularen, die keine andere Angabe zulassen – niemals lesen, dass wir eine PR-Agentur oder eine Content Marketing-Agentur sind.

Diese Bezeichnungen sind natürlich verlockend, denn viele potenzielle Kunden suchen danach, wenn sie nach Anbietern recherchieren. Das Wort Agentur vermittelt schließlich eine gewisse Größe, Manpower und Professionalität.

Aber ich möchte einem Interessenten beim ersten Besuch bei uns nicht erklären müssen, dass wir keine Agentur sind (auch wenn es bei uns so aussieht und man den Eindruck perfekt erwecken könnte). Wir sind eine Kooperation aus hochprofessionellen und spezialisierten Freiberuflern – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Kunde würde mir jegliches Vertrauen abhanden kommen, wenn ich feststellen müsste, dass ich schon zu Beginn des Kontakts mit einer Halbwahrheit konfrontiert wurde. 
 
Also: Authentisch bleiben, auf die eigenen Qualitäten setzen, Strategie entwickeln, messen, lernen und immer besser werden. Dann klappt es auch mit dem Reputations- und Markenaufbau!

Welche Inspirationsquellen nutzen Sie für kreative Ideen?

Hahaha. Gute Frage, kurze Antwort: Die besten Ideen habe ich unter der Dusche oder beim Joggen. Eins von beiden funktioniert bei mir immer.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?

Ja, unbedingt.

Aus einer gewissen Dankbarkeit heraus, möchte ich mal das Prinzip der Spiegel-Interviews umdrehen und an dieser Stelle den berühmten Satz aussprechen: Frau Dieterle, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Und ganz demütig möchte ich noch hinzufügen: Es tut mir sehr leid, dass die Antworten so lang geworden sind, aber ich konnte schon nur an der Oberfläche kratzen, deshalb ging es leider nicht viel kürzer. Tut mir sehr leid.

 

Ich bedanke mich auch für die ausführlichen und interessanten Antworten. Mir waren die Antworten nicht zu lang.

 

Frage an die Leser: Wie wichtig ist Kommunikation in Ihrem Beruf?

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Claudias praktischer Ratgeber zur Gerechtigkeit

Fragen zur Gerechtigkeit

Laut Wikipedia bezeichnet Gerechtigkeit (griechisch: dikaiosýne, lateinisch: iustitia, englisch und französisch: justice) einen idealen Zustand des sozialen Miteinanders, in dem es einen angemessenen, unparteilichen und einforderbaren Ausgleich der Interessen und der Verteilung von Gütern und Chancen zwischen den beteiligten Personen oder Gruppen gibt.

 

Schon bei Kindern, besonders bei Geschwistern, fällt oft der Satz "das ist ungerecht", wenn ein Kind meint, das andere werde bevorzugt, habe eine größere Portion Kuchen erhalten, ein größeres Geschenk, usw.

Nach Gerichtsurteilen wird über das Strafmaß diskutiert, ob es angemessen ist oder nicht. Teilweise werden Sachschäden höher bestraft als Personenschäden. Opfer sind in der Beweispflicht. Es gibt Freisprüche aus Mangel an Beweisen, aber auch Menschen, die unschuldig im Gefängnis waren. Gerechtigkeit ist ein komplexes Thema, wo es oft sehr persönliche Vorstellungen gibt, was gerecht ist.

 

Die Rechtsanwältin Dr. Cornelia Grüner aus Leipzig hat sich bereit erklärt, ein paar Fragen zu beantworten.

 

Was war als Kind Ihr Berufswunsch?

Als Kind wollte ich Lehrerin werden oder Malerin oder Architektin.

Weshalb sind Sie Anwältin geworden?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte eine Nebentätigkeit in einer Anwaltskanzlei und nach 2 Wochen wusste ich, dass mir der Beruf gefällt und mein Chef wusste es anscheinend auch, denn er bot mir eine Festeinstellung an mit der Maßgabe, die Zulassung zur Anwaltschaft zu beantragen.

Wie ist es zu Ihrer Spezialisierung als Anwältin zu Online-Scheidungen, Scheidungsrecht, Familienrecht, Arzthaftungsrecht, Medizinrecht und Arbeitsrecht gekommen?
Die Spezialisierung hat sich über mehrere Jahre entwickelt. Anfänglich ist man ja für verschiedene Rechtsgebiete offen und Anwältinnen entwickeln häufig eine besondere Nähe zum Familienrecht und zum Arbeitsrecht. Das Arzthaftungsrecht kam erst später hinzu durch eine Mandantin, die ich in der Scheidung hatte und die mich fragte, ob ich ihr auch bei der Formulierung eines Schreibens zur Erläuterung eines Behandlungsfehlers gegenüber der Landesärztekammer helfen könnte.
Bei dem einen Schreiben blieb es nicht und im Verlauf der Gutachtenprüfung und des anschließenden Schriftwechsels mit der gegnerischen Versicherung kamen immer mehr Mandanten, nach dem Motto: "Sie machen doch auch Medizinrecht?".
Bei unserem ersten Internetauftritt hatte ich dann schon eine Unterseite zum Thema Arzthaftung. Inzwischen sind daraus bei meiner jetzigen Webseite insgesamt 3 Unterseiten geworden, weil die Durchsetzung der Patientenrechte bei ärztlichen Kunstfehlern in meiner Tätigkeit immer mehr Raum eingenommen hat.
Offensichtlich merkt man meinem Auftreten im Internet an, dass ich mich überwiegend mit Scheidung und Arzthaftung beschäftige. Entsprechend ist jedenfalls die Gewichtung des Mandantenaufkommens.

Was genau ist eine Online-Scheidung und wie ist Ihre Meinung dazu?
Auch das Thema Online-Scheidung basiert auf Anfragen von Mandanten, die wissen wollten, ob ich so etwas auch anbiete. Dem lag die Vorstellung der Leute zu Grunde, nur online die Scheidungspapiere auszufüllen und dem Ex Partner bei der Scheidung gar nicht mehr in die Augen schauen zu müssen. Genau das ist die Online-Scheidung jedoch nicht.
Im Zusammenhang mit der Erstellung der ersten Webseite, damals noch firmierend unter Rechtsanwälte am Adler, hatte ich mir selber erst einmal angeschaut, was die anderen so anbieten.
Bei der Online-Scheidung (nur möglich bei einfachen unstreitigen Scheidungen ohne Beratungsbedarf) wird ein Internetformular ausgefüllt, die gesamte Kommunikation läuft online bzw. wenn Originalunterlagen eingereicht werden müssen, per Post und zum Schluss ist die Anwesenheit beider Parteien im Scheidungstermin vor Gericht erforderlich.
Die normale Scheidung ist im Grunde genommen nichts anderes. Es gibt einen Beratungstermin, in dem die gleichen Informationen wie im Internetformular abgefragt werden und danach läuft auf Wunsch die gesamte Kommunikation online und zum Schluss kommt die Scheidungsverhandlung vor Gericht.
Damit war für mich klar, dass ich das auch anbiete. Die meisten Anbieter von Online-Scheidungen werben damit, dass die Scheidung online kostengünstiger möglich sei. Die angepriesenen Einsparungsmöglichkeiten haben aber mit der Frage online oder nicht online überhaupt nichts zu tun, denn das Beratungsgespräch verursacht ohnehin keine Extrakosten. Deshalb biete ich zur Online-Scheidung ein kostenloses Beratungsgespräch an, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Leute irgendwann doch Beratungsbedarf haben. Ein aufmerksamer Betrachter wird jetzt gemerkt haben, dass das genauso Anwalts- PR ist, wie das Bewerben der Online-Scheidung als schnelle und billige Variante einer Scheidung.
Ich halte das Online-Formular für eine gute Möglichkeit für diejenigen, deren Arbeitszeiten so liegen, dass sie kaum eine reale Möglichkeit haben, einen Anwalt zur Beratung aufzusuchen. Dadurch kann Zeitaufwand eingespart werden sowie die Fahrtkosten zum Beratungsgespräch. Insoweit ist die Online-Scheidung auch besonders für diejenigen geeignet, die weit weg vom zuständigen Gericht wohnen und einen Anwalt vor Ort beauftragen möchten.

Worauf beruht die Spezialisierung eines Anwalts, Erfahrung oder Fortbildung in den aufgeführten Gebieten?
Ganz klar auf beidem. Durch das Sammeln von Erfahrung kommt es zur Spezialisierung und auch zur Fortbildung in den aufgeführten Gebieten, denn ohne Fortbildung geht es nicht, das zeigt die Erfahrung. Dabei sehe ich allerdings Fortbildung nicht unbedingt im Besuch von Seminaren, sondern in der Notwendigkeit, Veröffentlichungen über aktuelle Entwicklungen zu lesen und in die eigene Tätigkeit zu integrieren.

Wie kann man beurteilen, ob ein Anwalt gut ist oder nicht?
Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da unter Umständen selbst die Empfehlung aus der eigenen Verwandtschaft, sich auf Freundlichkeit, Genauigkeit und Erreichbarkeit bezog, für das gewünschte Fachgebiet aber möglicherweise nicht weiterhilft. Die Erfahrung aus dem Bekanntenkreis kann einen gänzlich anders gelagerten  Fall betroffen haben, so dass nicht zwangsläufig sichergestellt ist, dass der vermeintlich gute Anwalt auch für den eigenen Fall gut geeignet ist. In so einem Fall wird ein guter Anwalt an einen auf das Fachgebiet spezialisierten Kollegen verweisen.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass der Anwalt sich mit dem jeweiligen Fachgebiet auch wirklich beschäftigt. Dies lässt sich im Normalfall der Webseite des Anwalts entnehmen. Wenn die dort aufgeführte Anzahl der Fachgebiete nicht zur Anzahl der Anwälte passt, dann ist das ein Warnsignal, denn niemand kann 10 völlig verschiedene Fachgebiete gleichermaßen gut beherrschen. Teilweise gibt es auch schon Bewertungen im Internet zu dem jeweiligen Anwalt. In diesem Fall sollte man auf Zwischentöne hören, um festzustellen, auf welches Fachgebiet die Bewertung zutrifft, ob das also auf die eigene Rechtsfrage übertragbar ist.
Wichtig ist auch die Kostentransparenz, denn ein guter Anwalt wird auf Nachfrage gleich bei der telefonischen Terminvereinbarung eine Erklärung darüber abgeben können, was eine Erstberatung kostet. Die Kosten der Vertretung können manchmal nicht sofort eingeschätzt werden, da sie vom Gegenstandswert abhängen und dafür wiederum nähere Angaben zum Sachverhalt notwendig sind. Dann spricht es für die Seriosität des Anwalts, wenn das von seinem Büro auch so dargestellt wird.

Was halten Sie von dem Spruch „Verträge schließt man, solange man sich verträgt“?
Dieser Spruch enthält sehr viel Wahrheit, denn beispielsweise Eheverträge enthalten meist sehr sinnvolle Regelungen für den Fall der Trennung, zu denen die Parteien im Fall der Trennung nicht mehr fähig wären. Dabei besteht nur das Problem, dass viele Eheleute, wenn sie heiraten, den Gedanken an die finanziellen Folgen einer etwaigen Scheidung weit von sich weisen, da sie sich in dem Moment gar nicht vorstellen können, dass sie sich vielleicht irgendwann einmal nicht mehr lieben.
Nach meiner Erfahrung gibt es durchaus viele Trennungswillige, die sich über einen längeren Zeitraum auseinander gelebt haben und sich noch nach dem Entschluss zur Trennung soweit vertragen, dass sie in der Lage sind, Scheidungsfolgenvereinbarungen abzuschließen. Manchmal geht es auch nur um Teil-Vereinbarungen wie z. B. die Hausratsteilung,  die sich durch den Auszug eines Partners quasi von selbst ergeben und bei denen sich dann ein kurzer schriftlicher Vertrag empfiehlt, dass jedem der Hausrat zustehen soll, den er dann in seinem Besitz hat. Denn wenn man sich dann über irgendetwas endgültig gekracht hat, kann sogar daraus noch ein unnötiger Streit entstehen. Dann hätte man doch lieber einen Vertrag geschlossen, als man sich noch halbwegs vertragen hat.

Wie denken Sie über das Sprichwort „Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge“?
Mit diesem Spruch ist gemeint, dass die eigene Rechtsauffassung vor Gericht auch bewiesen werden muss und dass man durchaus Recht haben, aber sein Recht nicht durchsetzen kann, wenn der Beweis nicht gelingt. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn man einen Anwalt zur Seite hat, der weiß, welche Beweise notwendig sind und dementsprechend den Prozess vorbereitet. Leider gerät man öfter mal an Mandanten, die der Meinung sind, dass der Prozessgegner doch ganz genau weiß, wie die ganze Sache abgelaufen ist, und die glauben, dass das dann der Beweis wäre. In dem Fall kommt auf die Frage nach Beweismitteln die Antwort: „Der weiß das doch!" Wer so an den Rechtsstreit herangeht, der sollte mit diesem Sprichwort gewarnt sein.

Was hilft, um einen Kompromiss oder eine außergerichtliche Einigung zu erzielen?
Zunächst ist es wichtig, die Rechtslage zu kennen, um dem eigenen Mandanten das Gewinn- und Verlustrisiko zu erläutern, damit die Verhandlungsbasis festgelegt werden kann. Bei der Arzthaftung ist insbesondere die Risikobestimmung mitentscheidend für den Verhandlungserfolg. In familienrechtlichen Streitigkeiten, wenn z. B. eine Umgangsregelung ausgehandelt werden soll, ist auch eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen in die Gemütslage des eigenen Mandanten wie auch Verständnis für die Position der Gegenpartei erforderlich, um einen belastbaren Kompromiss zu erzielen, mit dem alle Beteiligten einschließlich der Kinder leben können.

Wie ist Ihre Meinung zu Mediatoren und Ombudsmännern?
Bei völlig festgefahrenen Vorstellungen beider Parteien sind gute Mediatoren äußerst hilfreich. Dabei ist es meines Erachtens wichtig, dass der Mediator möglichst auch über eine psychologische Zusatzqualifikation verfügt. Denn ich habe schon erlebt, dass Anwälte als Mediatoren auftreten, die gerade nicht ausgleichend auf beide Parteien einwirken, was sie im Rahmen einer Mediation eigentlich müssten.
Zu Ombudsmännern kann ich nichts sagen, da ich noch mit keinem zu tun hatte.

In welchen sozialen Netzwerken sind Sie aktiv und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Ich bin bei XING, Facebook und Google+. XING ist besonders geeignet, wenn man einen Mitarbeiter sucht oder sich selbst beruflich verändern möchte. Auf Facebook habe ich nur einen kleinen Privat-Account, weil ich das schon immer eher als privates Netzwerk betrachtet habe. Ich habe mir da verschiedene Anwalts-Seiten angeschaut und den Eindruck gewonnen, dass die dort alle eher wenig Vertrauen erweckend wirken, was möglicherweise an der vielen Werbung liegt.
Am aktivsten bin ich auf Google+, da ich dort privat unterwegs bin und meine Kanzleiseite als Informationsseite betreibe. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, denn dadurch, dass immer jeweils der neueste öffentlich geteilte Beitrag bei der Firmenseite angezeigt wird und diese auch besonders gut auf dem Smartphone bei der Suche nach der Adresse funktioniert, hat sich meine aktive Betätigung in diesem Netzwerk sehr positiv auf die Auffindbarkeit der Kanzlei ausgewirkt. Ich kann auf der mit meiner Webseite verbundenen Google+-Seite mit vertretbarem Zeitaufwand und für jeden öffentlich sichtbar Beiträge zu meinen Fachgebieten unterbringen, die den Rahmen meiner  Webseite sprengen würden.

Wie kam es zu Ihrem ersten Gastartikel?

Die Entstehung des Artikels "Leben Sie auch in Scheidung, weil die Zwangsvollstreckung droht?" (den Link gibt es leider nicht mehr) ist eine längere Geschichte, die zeigt, dass sich bei sozialen Netzwerken nie vorher sagen lässt, woraus sich eine Zusammenarbeit entwickelt.
Ich war bei Google+ auf meiner Privatseite auf einen Artikel aus dem Zwangsversteigerungsratgeber gestoßen, den Jan Brendel geteilt hatte und den ich sehr allgemeinverständlich und gut beschrieben fand. Diesen Post habe ich weiter geteilt und mit einer entsprechenden eigenen Anmerkung versehen.
Meinen Beitrag hatte wiederum Nicole Meurer, Chefin von Umzüge Meurer, gesehen und dem Jan Brendel mitgeteilt, dass sie den Beitrag auf meiner Seite gefunden hat, verbunden mit der netten Erklärung: "so geht netzwerken".  Dadurch bekam ich das in den Benachrichtigungen angezeigt und da es kurz vor Weihnachten war, habe ich beiden ein frohes Fest gewünscht.
2 Monate später bekam ich dann eine E-Mail von Herrn Brendel mit der Erläuterung, dass er sich meine Internetseite angesehen hat, die angebotene Online-Scheidung faszinierend findet und der Anfrage, ob ich vielleicht Zeit und Lust hätte, für seinen Blog einen Gastbeitrag über die emotionale Seite einer Scheidung zu schreiben. Diesen Ansatz fand ich wiederum sehr spannend.
Mittlerweile ist ein 2. Gastartikel Accounts im Web von Paaren nach der Trennung – was ist dabei zu beachten? gefolgt.

Könnten Sie sich weitere Gastartikel oder einen eigenen Blog vorstellen?
Weitere Gastartikel auf jeden Fall, denn der 1. Beitrag hat ja bereits einen weiteren nach sich gezogen.
Dieses Thema ist auch so eine Idee, auf die ich von alleine sicher nicht gekommen wäre. Inzwischen kann ich einschätzen, dass auch dieser Beitrag auf deutlich mehr Interesse gestoßen ist, als sich selber für möglich gehalten hätte.
Bei einem eigenen Blog sehe ich das Problem, dass das im Gegensatz zu Gastbeiträgen oder Beiträgen in sozialen Netzwerken zusätzlich zu meiner eigentlichen Arbeit zeitlich auf die Dauer nicht durchzuhalten ist.
Was ich mir aber vorstellen könnte, wäre ein fachgebietsübergreifender Corporate Blog über Patientenrecht, in dem Anwälte der bei diesem Thema tangierten Fachgebiete Verwaltungsrecht, Sozialrecht, Strafrecht und Arzthaftungsrecht Beiträge liefern. Dies würde keinen zeitlich überfordern und allen beteiligten Anwälten sowie deren Mandanten als Informationsplattform nützen. Bei Strafrecht wüsste ich schon, wen ich dafür ansprechen könnte. Was mir aber fehlt, wären Beiträge zu Heilfürsorge/Beihilferecht, was zum Verwaltungsrecht gehört, oder Beiträge zu Streitigkeiten in der gesetzlichen Krankenversicherung oder zur Durchsetzung von Kuranträgen (Sozialrecht).

Ihre Gedanken zum Thema Gleichberechtigung?
Gleichberechtigung ist wichtig und notwendig, insbesondere im Sinne von gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder in der Familie Beteiligung beider Ehepartner an Hausarbeit und Kindererziehung.
Für mich ist es kein Zeichen für eine Durchsetzung der Gleichberechtigung, wenn männliche oder weibliche Wörter mit Gewalt geschlechtsneutral formuliert werden oder wenn in Stellenanzeigen von den so genannten BewerberInnen die Rede ist. Denn das dient nur der Profilierung der entsprechenden Artikelschreiber oder im Falle von Stellenanzeigen der Vermeidung von Klagen vorgeblich übergegangener Bewerber oder Bewerberinnen. Jemand, der eine Frau oder einen Mann sucht, wird sich davon nicht abbringen lassen, auch wenn er oder sie gezwungenermaßen die Stellenanzeige geschlechtsneutral formuliert. Viel wichtiger ist es meines Erachtens, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen - wie etwa die Zurverfügungstellung ausreichender Kitaplätze oder die Gewährung flexibler Arbeitszeitmodelle - zu schaffen, um im wirklichen Leben die Gleichberechtigung durchzusetzen.

Hat sich unser Rechtsempfinden im Laufe der Zeit verändert?
Ja, das hat es auf jeden Fall. Dies ergibt sich aus der Entwicklungsgeschichte des Rechtssystems sehr anschaulich, wenn man bedenkt, dass einige Paragraphen, insbesondere im Familienrecht, im Verlauf der Jahre verändert wurden bzw. gänzlich entfallen sind.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bedanken, dass ich hier die Möglichkeit hatte, mich so ausführlich vorzustellen.

 

Ich bedanke mich ebenfalls für Ihre Antworten zu einem spannenden Thema.


Frage an die Leser: Wie definieren Sie Gerechtigkeit?

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Claudias praktischer Ratgeber zu Hotels

Hotels, ein Blick hinter die Kulissen

Welche Tipps haben Sie für die Hotelauswahl?
Was erwarten wir von einem Hotel?

Wahrscheinlich denkt jeder beim Wort Hotel an den letzten oder nächsten Urlaub. Mittlerweile ist ein Hotel aber nicht mehr nur eine Unterkunft im Urlaub. Es gibt Themen-, Spaß- und Erlebnishotels wie z. B. Kinder-, Bio-, Senioren-, Wellness-, Golf- oder Tagungshotels und Wohnen im Hotel.

 

Da heute immer mehr online gebucht wird, ist es schwieriger zu beurteilen, ob ein Hotel hält, was es im Internet verspricht. Bewertungen spielen deshalb eine große Rolle.

Für Hotels gibt es ein Bewertungssystem von 1 - 5 Sternen (Angaben aus Wikipedia):

  1. 1 Stern = Tourist (für einfachere Ansprüche)
  2. 2 Sterne = Standard (für mittlere Ansprüche)
  3. 3 Sterne = Komfort (für gehobene Ansprüche)
  4. 4 Sterne = First Class (für hohe Ansprüche)
  5. 5 Sterne = De Luxe (für höchste Ansprüche)

Ein wichtiger Punkt bei Online-Buchungen ist, dass der Vorgang so einfach und schnell wie möglich ist. die Abbruchrate ist ähnlich wie bei Online-Shops sehr hoch, wenn irgendetwas unklar ist.

 

Heidemarie Scheidemann, gelernte Industriekauffrau, hat in Vertrieb, Marketing und lange Jahre in der Hotellerie gearbeitet und ist Expertin für Hotelmarketing.

 

Sie hat sich bereit erklärt, ein paar Fragen zu beantworten.

 

Ist die Bewertung von Hotels von 1 - 5 Sternen aussagekräftig, worauf sollte man achten?

Ich persönlich halte nichts von Bewertungen, die auf guter oder schlechter Laune der Hotelgäste basieren oder auf getürkten Bewertungen. Nur schlechte Bewertungen werden aufgeführt, ist jemand zufrieden gewesen, selten.

 

Gibt es sehr große Unterschiede bei der Anzahl Sterne und deren Bedeutung in anderen Ländern?

Keine Aussage, kann ich nur für Deutschland beurteilen.

 

Welche Bewertungsportale für Hotels kannst Du empfehlen?

Siehe oben – gar keine.

 

Wie sind Themenhotels entstanden? Gibt es bestimmte Bedingungen, um als Sport- oder Familienhotel zu gelten?

Themenhotels sind meinen Gedanken entsprungen. Die Hotels brauchen neue Werbestrategien, da sie sich selten noch durch Außergewöhnliches abgrenzen. Alle versprechen den besten Service, die Preise sind fast gleich. Wie bei der Rose: Ein Hotel ist ein Hotel, ist ein Hotel, ist ein Hotel.
Die neue Werbestrategie ist, sein Hotel einem Thema zuzuordnen, wie Babyhotel, Knasthotel, Seniorenhotel, Naturhotel, Biohotel, Golfhotel, Wellnesshotel, etc. pp. Hotels, die sich auf dem Portal bewerben, sprechen ihre direkte Zielgruppe an. Es gibt Menschen, die bereits seit über 50 Jahren in Westernhotels Urlaub machen. Diese muss man im Internet nur finden. Deshalb gibt es das Hoteltagebuch So schläft Deutschland.

Woran erkennt man, dass ein Familienhotel auch tatsächlich für Familien geeignet ist?

Es muss halt nur Familien einen Urlaubsort bieten, damit sich andere Gäste nicht gestört fühlen können. Es muss, wie Gendermarketing, bestimmte Dinge vorhalten und erfüllen, damit eine Familie in diesem Hotel bequem und relaxt mit ihren Kleinsten Urlaub machen kann. Siehe besondere Stühle, Wickelkommoden, Spielzimmer, etc. pp.

 

Was muss ein Wellnesshotel bieten?

Keine lärmenden und schreienden Kinder. Es muss nicht unbedingt ein Schwimmbad haben, besser ist es jedoch, um als vollwertiges Wellnesshotel werben zu können. Ein Wellnesshotel ist also kein Hotel mit Wellnessbereich (z. B. nur 1 Zimmer mit Whirlpool, 2 Liegen und Saunabereich). Auch sollte es nicht gekoppelt sein mit dem Angebot Tagungen. Dann ist das Hotel an sich schon laut, wenn diese Gäste an- und abreisen. Das Wellnesshotel sollte alles bieten und entsprechende Anwendungen, damit der Gast sich entschleunigen kann. Nicht zu vergessen, dass ein Wellnesshotel heute die große Möglichkeit hat, sich als Gesundheitshotel darzustellen. Wellness-Anwendungen sollte nicht an Uhrzeiten gekoppelt sein. Also Sauna oder Schwimmbad geöffnet von 10.00 – 16.00 h z. B. Dienstleister für Massage und Kosmetik dürfen nicht zugebucht werden, muss also alles im Hause vor Ort sein. Es gibt enorme Unterschiede. Für mich gibt es lediglich eine begrenzte Anzahl in Deutschland an wirklich echten Wellnesshotels.


Was sind die Vorteile von einem familiengeführten Hotel?

Ruhe, Geborgenheit, evtl. Erfüllung von Extrawünschen, vor allem bei Stammgästen, ein warmer Händedruck bei der persönlichen Begrüßung, Frühstück mit dem Hotelinhaber oder eine Wanderung, Skiausflug, Wildfütterung, etc. mit dem Inhaber. Familiengeführte Hotels sind fast immer kleiner, deshalb ist Vorgenanntes möglich. In der Kettenhotellerie wird man Vorgenanntes selten finden.

 

Ist das Wohnen im Hotel eine echte Alternative zu einem Zimmer oder Appartement?

Nein. Wohnen im Hotel heißt wie es geschrieben steht. Wer als gut betuchter Rentner, auch schon etwas früher, sein Haus, sein großes Anwesen verkauft hat, kauft sich in einem Hotel ein. Dort bekommt er den kompletten Service geliefert, kann u. U. auf einen schönen Wellnessbereich zugreifen, hat evtl. gleich einen Arzt im Haus, kann Freunde einladen, die dort auch übernachten, sich also ein Zimmer buchen können, ohne dass dem Gastgeber Kosten, Mühe und Reinigungsarbeiten entstehen. Er muss sich generell um nichts mehr kümmern. Nicht zu vergessen ist, dass der Hotelwohner immer neue Menschen um sich hat, kennenlernt. Diese Sozialkomponente ist nicht zu verachten.

Welche Tipps hast Du sonst noch für die Auswahl eines Hotels?

Das kommt darauf an, was jeder möchte, welche Fakten erfüllt werden sollen. Also keine Aussage.

Was kann ein Hotel tun, um Stammgäste zu gewinnen?

Das ist ein ganz langes Marketingthema und bedarf schon eines beauftragten Konzeptes. Jedes Hotel ist anders, eine Strategie ist nicht ein Pfund Kaffee kaufen. Ist gänzlich individuell – bedarf einer geplanten Zielrichtung.

Der Trend geht zur Erlebnishotellerie. Durch die offenen Grenzen möchten die Menschen heute immer wieder neue Dinge erleben und nicht  jedes Jahr an denselben Ort reisen. Manche Hotels haben auch aufgehört, Kataloge, Hotelzeitschriften, Weihnachtskarten oder Gutscheine an ihre Stammkunden zu senden. Gerade die älteren Stammkunden haben das aber immer sehr geschätzt.

 

Macht es Sinn, sich als Hotel zu spezialisieren und ein Themenhotel zu werden?

Aber ganz sicher – siehe mehr zum Thema oben. Ohne Spezialisierung geht es in keiner Branche mehr. Schon gar nicht bei den Hotels, die untereinander alle austauschbar sind. Hotels, die Heidemarie Scheidemann beauftragen, erhalten ein Marketingkonzept in die Hand. D. h. Werbung auf spezifischen Portalen nebst Verbreitung in den sozialen Netzwerken, Videomarketing, etc. pp.


Welche Werbung empfiehlst Du für Hotels?

Siehe oben – Spezifische Werbung. Ein Golfhotel sollte nicht mit Wellness werben und umgekehrt. Die Werbung für ein Wellnesshotel gehört auf wellness.de. Wenn ich einen Mercedes verkaufen möchte, werbe ich damit nicht auf einem Portal für BMW. Ja und Themenhotels, was ja auch ein Wellnesshotel sein kann, sollten halt auf Themenhotels auf So schläft Deutschland werben.

Welches ist Dein Lieblingshotel?

Ein Hotel, das zu meinen Lieblingshotels zählen möchte, muss einen guten Service bieten, es muss kuschelig, harmonisch sein. Ich muss mich dort einfach wohlfühlen.


Vielen Dank Heidemarie für die interessanten Antworten.

 

Frage an die Leser: Nach welchen Kriterien suchen Sie ein Hotel aus?

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Claudias praktischer Ratgeber zur Unternehmerselbständigkeit

Unternehmerselbständigkeit

Welche Tipps haben Sie für Unternehmer?
Tipps für Leute, die sich selbständig machen möchten

Immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbständigkeit. Angestellte aber auch Mütter, die dann oft mit Homeoffice arbeiten, um Haushalt, Kinder und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Es gibt dabei viele Dinge zu beachten. Heike Lorenz von Das Unternehmerhandbuch hat sich bereiterklärt, mir ein paar Fragen zu beantworten:

 

Was war der Grund, Dich selbständig zu machen?

Ich wurde arbeitslos (zum 4. Mal) und habe mich nach einem Coaching und viel Nachdenken entschlossen, dass ich keine doofen Chefs mehr brauche. Zeitgleich zu meiner Entscheidung fragte mich mein erster Kunde, ob ich nicht für ihn arbeiten wollen würde. Und ZACK – schon ging die Selbständigkeit los. Ein paar mehr Details wie es so in den ersten 8 Jahren war finden sich im Artikel 8 Jahre Selbständigkeit oder vom Glück mit Wunschkunden zu arbeiten! - zum Glück hat sich seither nichts zum negativen verändert :-)

 

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Das kommt darauf an, was genau man vorhat. Ich denke, dass die Planung einer Restauranteröffnung z. B. deutlich mehr Vorlauf benötigt als eine Selbständigkeit wie meine als Unternehmensberaterin.
Auf jeden Fall sollte man sich gründlich mit dem Thema Business Plan auseinandersetzen, sonst verschätzt man sich ganz schnell, ob die eigene Idee auch wirklich tragfähig ist. Mein Artikel zu diesem Thema Der Business-Plan – Finanzplanung.

Hast Du Tipps betreffend Krankenkasse, Arbeitslosen- und Rentenversicherung?

Hm, alles wichtig. Da sollte man sich am besten von einem Profi beraten lassen, sonst steht man am Ende dumm da.

 

Welche Voraussetzungen sind wichtig für die Selbständigkeit und welche Charaktereigenschaften sollte man dafür besitzen?

Eine gute Idee und eine entsprechende Persönlichkeit. Ich finde sogar den Unternehmergeist noch ein wenig wichtiger als die perfekte Idee. Meine Gedanken dazu stehen im Artikel Unternehmergeist – angeboren oder erlernbar?

 

Ist es schwierig, sich in Deutschland selbständig zu machen oder eventuell in einem anderen Land einfacher?

Auch hier würde ich sagen: es kommt darauf an. Ich fand es nicht schwer, aber dass sehen andere vielleicht ganz anders. Und wie es in anderen Ländern ist kann ich nicht beurteilen, ich habe mich noch nie im Ausland selbständig gemacht.

 

Welche Ausrüstung, Hard- und Software braucht man für ein Büro?

Auch das kommt darauf an, was man eigentlich tut. Ein Grafiker benötigt ganz andere Hardware als ein Steuerberater oder ein Handwerker.

Wann ist Homeoffice die bessere Alternative, wann ein Büro zu mieten?

Auch hier kann ich gar keine finale Antwort geben. Kundenverkehr und Einsamkeitsphobie sprechen für ein Büro. Geringere Kosten und kurze Wege sprechen für ein Homeoffice. Meine Gedanken dazu stehen im Artikel Friday Five – Home-Office: Fluch oder Segen?

 

Empfiehlst Du einen Steuerberater oder kann man die Steuererklärung gut selbst machen?

Tja, das kommt auf die Ausbildung an. Ich habe Betriebswirtschaftslehre studiert und beschäftige mich auch im Job täglich mit kaufmännischen und steuerlichen Themen. Daher kann ich meine Steuererklärung prima selbst machen.
Dieses Wissen hat aber nicht jeder und das deutsche Steuersystem ist ja nicht gerade kundenfreundlich.
Bei der Suche nach dem RICHTIGEN Steuerberater könnte der Artikel Wie findet man den RICHTIGEN Steuerberater? helfen.


Nach welchem Zeitraum sieht man, ob die Selbständigkeit die richtige Entscheidung war?

Auch hier: Keine Ahnung. Manche sind nach 3 Monaten pleite, andere merken erst nach 15 Jahren, dass sie sich eigentlich permanent überfordert und unwohl fühlen.

 

Wann würdest Du es als Selbständiger riskieren, Mitarbeiter einzustellen?

Wenn ich deren Arbeit verkaufen kann. D. h. die Leistungen der Mitarbeiter mir mehr einbringen als sie kosten.
Manchmal hat man aber auch keine Wahl. Ein Restaurant ohne Servicekräfte funktioniert einfach nicht.

 

Welche Vor- und Nachteile siehst Du in der Selbständigkeit?

Für mich bedeutet Selbständigkeit vor allem Freiheit und die genieße ich jeden Tag. Natürlich bedeutet Selbständigkeit auch immer ein Mehr an Verantwortung und Risiko, aber das ist es mir wert.

 

Hast Du den Schritt jemals bereut?

Nein, keinen einzigen Tag! Ich liebe meinen Job und meine Kunden und möchte, dass es so bleibt wie es ist!

 

Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Ja, den Artikel Lektionen aus der Selbstständigkeit: „Beschützen musst Du Dich selbst!“

Vielen Dank für Deine Antworten Heike. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und das alles so bleibt wie es ist.

 

Welche Tipps haben Sie zur Selbständigkeit?

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Claudias praktischer Ratgeber zum Auswandern

Gründe auszuwandern

Wohin würde Sie gerne auswandern?
Was sind die Gründe für das Auswandern?

Wahrscheinlich wollte jeder von uns schon mal alles hinschmeißen und abhauen bzw. auswandern oder auch jemanden auf den Mond schießen. Die meisten machen regelmäßig Urlaub. Es gibt Schüleraustausche, 1 Jahr als Au-Pair in einem anderen Land oder berufliche Auslandsaufenthalte. Aber was bewegt jemanden, sein Heimatland zu verlassen und beruflich und privat in einem anderen Land zu leben?

 

Die beste Zeit, mal ein Jahr im Ausland zu verbringen, ist während der Schulzeit oder nach Ende der Schulzeit. Oft schafft man es später nicht mehr, weil man in einer Beziehung ist oder beruflich bereits etwas erreicht hat, was man nicht aufgeben möchte. Wenn bereits Kinder da sind, muss geklärt werden, ob es passende Schulen im neuen Land gibt. Singles können die Entscheidung auszuwandern einfacher treffen als Pärchen oder Familien.

 

Manchmal ergibt sich über die Arbeit eine Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, wenn z. B. Filialen oder Standorte in einem anderen Land vorhanden sind. Der Vorteil ist, dass man sich um die berufliche Seite, im neuen Land eine Arbeit zu finden, nicht kümmern muss. Oft gibt es dann auch Hilfestellung vor Ort betreffend Wohnungssuche, Umzug und notwendigem Papierkram.

 

Dani Schenker hat sich netterweise bereiterklärt, mir ein paar Fragen zum Thema zu beantworten.

 

Was hat Dich auf die Idee gebracht auszuwandern bzw. was war der Auslöser?

Im Sommer 2007 habe ich eine Reise durch Panama und Costa Rica gemacht. Ohne große Pläne, einfach mit zwei Freunden und dem großen Rucksack. Ein kleines Abenteuer also.

Bereits in der ersten Woche lernte ich drei nette Menschen kennen, die mir allesamt die gleiche Story erzählten. Gekürzt lautete diese etwa so: „Ich war auf Reisen, hab Spanisch gelernt, hab einen Job gefunden und jetzt lebe ich hier.“

Das hörte sich so einfach an und in Kombination mit der Unzufriedenheit im damaligen Job entstand für mich schnell ein Plan. Der so lautete: „Das mache ich auch!“

Nach der Reise kündigte ich sofort meinen Job und saß 6 Monate später im Flieger, zurück nach Costa Rica, der Rest ist Geschichte.

Welche Länder kannst Du zum Auswandern empfehlen?

Persönlich kenne ich natürlich als Auswanderer nur Costa Rica. Hier ist es so, dass es eigentlich ziemlich unkompliziert ist, sofern man gewisse Voraussetzungen erfüllen kann.

Am Einfachsten geht das Ganze mit Geld. Also sprich man kann vorweisen, dass man eine bestimmte Menge an Geld besitzt oder man regelmäßig Geld erhält (zum Beispiel eine Rente).

Costa Rica eignet sich besonders gut, da das Land doch sehr fortschrittlich ist und man eigentlich auf recht wenig verzichten muss. Man kann seinen Lebensstandard mehr oder weniger beibehalten.

 

Weshalb hast Du Dich für Costa Rica entschieden?

Ich denke die Frage erübrigt sich durch meine erste Antwort ;-)

 

Hast Du die Sprache schon vorher gesprochen oder vor Ort gelernt?

Vor meiner Backpacker-Reise machte ich einen kurzen Spanischkurs in einer Abendschule. Viel mehr als „Hallo, wie geht es dir?“ kam aber dabei nicht heraus.

Ich kam also im Prinzip mit null Spanischkenntnissen an. Recht viele Ticos (Costaricaner) sprechen aber Englisch, womit ich mich mit einigen Leuten unterhalten konnte.
 

Wie hast Du dort eine Arbeit gefunden?

Mein ursprünglicher Plan, eine Arbeit zu finden, zerschlug sich sehr schnell. Denn einige Wochen vor der Abreise empfing ich meinen ersten Scheck von Google.

Ich hatte schon während der Reise angefangen einen Blog zu schreiben und hatte dort Google AdSense Anzeigen eingeblendet.

Daraufhin beschloss ich, dass ich mein Geld im Internet verdienen möchte, was ich dann schlussendlich auch tat (wenn auch mit Umwegen).
 

Was hast Du gemacht, um vor Ort eine Wohnung zu finden?

Einen Monat lang wohnte ich in einem Hostel, was eine super tolle Erfahrung war. Man lernt unendlich viele nette Menschen kennen. Die Geschichten über meine Zimmernachbarn aus Nepal faszinieren meine Freunde heute noch.

Die Zeit nutzte ich dann auch, um einige Kontakte zu Ticos aufzubauen. Diese wiederum waren mir dann mit einigen Dingen behilflich, auch mit der Wohnungssuche.

Gab es viel Papierkram zu erledigen für eine Aufenthaltsbewilligung?

Ich kann das natürlich nicht vergleichen mit anderen Ländern, aber JA! Man muss diverse Urkunden und Papiere besorgen. Die Kosten liegen dazu bei etwa 400,00 $ (plus die Kosten für die Papiere aus der Heimat).

Dazu kommt noch, dass es bei mir 18 Monate gedauert hat vom ersten Anmelden bei der Einwanderungsbehörde bis zum Erhalten der Aufenthaltsbewilligung.

Wer mit einem Anwalt arbeitet, kann dies aber auch deutlich schneller machen. Da muss man aber nochmal mit circa 1000,00 $ mehr rechnen.

Welche Empfehlungen hast Du betreffend Krankenkasse, Versicherungen und Rente?

Die „Caja“ (staatliche Krankenkasse) ist eigentlich recht gut. Es gibt aber immer mal wieder Momente, wo man einfach zu einem privaten Arzt geht und die Kosten selbst trägt.

Die Kosten dafür halten sich stark in Grenzen. Gesundheitstourismus ist dadurch auch ein wichtiger Wirtschaftszweig. Es ist günstig, bei hoher Qualität.

 

Welche Tipps hast Du, um Kontakte zu knüpfen in einem fremden Land?

Online Communities, Ausgehen, Vereine.

Was mir am meisten gebracht hat, war das Wohnen in einer WG mit Studenten. So kommt man natürlich sofort in Kontakt mit vielen Einheimischen. Ist aber natürlich nicht für jeden eine realistische Option.


Hast Du den Schritt jemals bereut?

Aber natürlich! Es gibt immer Momente, wo man die Heimat so vermisst, dass es weh tut. Wenn zum Beispiel die sagen wir mal „Eigenheiten“ des Landes nur so auf einen herab fallen und alles extrem fremd wirkt.

Das kann etwa sein, wenn man mit Behörden zu tun hat. Man denkt sich dann einfach, das würde bei uns viel einfacher gehen. Aber meistens vergeht es ja auch schnell wieder.

 

Was gefällt Dir in Costa Rica besser als in der Schweiz?

Gute Frage. Hauptsächlich, dass ich hier irgendwie freier bin. Ich konnte hier vom ersten Tag an genau das machen, was ich wollte. Konkret war dies bei mir mein Traum vom „Geld im Internet verdienen“.

Zu Hause war ich einfach zu sehr festgefahren im Leben, als das ich so etwas versucht hätte. Und hier war das irgendwie kein Problem.

Wie fühlst Du Dich, wenn Du Besuche in der Schweiz machst?

Das ist schwierig zu beschreiben. Es ist immer sehr schön und macht Spaß. Man sieht die ganzen Leute, die man vermisst. Man kann das gute Essen genießen, welches es hier nicht gibt. Und so weiter.


Welches Land ist für Dich Deine Heimat?

Heimat ist die Schweiz, ganz klar. Aber ich bin jetzt hier in Costa Rica „zu Hause“. So könnte man das beschreiben.

 

Willst Du irgendwann in die Schweiz zurückkehren?

Hmm... Im Moment sieht es nicht danach aus. Hier ein Gedankengang: Damit ich in der Schweiz den gleichen Lebensstandard erreichen kann wie hier, benötige ich sehr viel mehr Geld.
So weit so gut. Sollte ich aber so viel Geld haben, dann würde das hier in Costa Rica ein Leben wie ein König bedeuten. Das ist natürlich auch nicht zu verachten.
Ich könnte mir aber vorstellen, wieder in die Nähe zu kommen. Etwa im Süden Europas. Da würde mir auch das Klima besser passen.

Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Falls jemand mit dem Gedanken spielt, nach Costa Rica auszuwandern oder einfach mal hier in den Urlaub fahren möchte, dann kann er mich jederzeit anschreiben.
Ich hab schon einigen Leuten in der Hinsicht ausgeholfen und mache es gern wieder. Ich freue mich auch immer wieder, jemanden zu treffen und etwas Deutsch zu quatschen.

Vielen Dank Dani für Deine Antworten zu einem interessanten Thema.

 

Haben Sie schon mit dem Gedanken gespielt auszuwandern?

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Claudias praktischer Ratgeber Interview mit einem Buchhändler

Interview mit einem Buchhändler

Sind Bücher für Sie auch wichtig?
Ohne Bücher wäre das Leben trist

Da ich gerne Interviews lese, u. a. die Autoreninterviews bei der ABS-Lese-Ecke von Ann-Bettina Schmitz, bin ich als Bücherwurm und Leseratte auf die Idee gekommen, mal einen Buchhändler zu interviewen.

 

Rolf Strauß von der Seebuchhandlung in Konstanz hat sich bereit erklärt, meine Fragen zu beantworten. Hier die Fragen und Antworten:

 

Haben Sie als Kind viel gelesen und wie schaut es heute aus?

Ja, ich habe schon als Kind viel gelesen. Am liebsten 5 Freunde von Enid Blyton, Burg Schreckenstein von Oliver Hassencamp und Tierbücher. Zu meinem 10. Geburtstag erhielt ich ein Wilhelm Busch Album, das ich geliebt habe. Heute lese ich gerne Sachbücher, über Wirtschaftsthemen, Geschichtsbücher, historische Bücher, Krimis.


Welches Genre lesen Sie am liebsten?

Ich lese am liebsten deutsche Literatur, Klassik bis Moderne. 

 

Lesen Sie lieber Bücher oder E-Books?

Ganz klar Bücher.

 

Glauben Sie, dass Bücher aussterben werden und es bald nur noch E-Books gibt?

Nein, der Marktanteil von E-Books liegt in Amerika bei ca. 20 %, in Deutschland nur bei 4 - 5 %. Es gibt zwar eine Entwicklung und Tendenz, dass Inhalt mehr über das Internet verbreitet wird, aber Bücher wird es immer geben.

 

Wie schätzen Sie das Potential von Hörbüchern ein?

Sehr hoch, Hörbücher haben eindeutig ein größeres Potential als E-Books. 

 

Was war Ihr Berufswunsch als Kind und weshalb sind Sie Buchhändler geworden?

Als Kind wollte ich Lehrer oder Opernsänger werden. Da ich schon früh gerne gelesen habe, wurde ich von meinen Eltern immer mit Büchern versorgt. Ich lernte dann aber Großhandelskaufmann für medizinisch-technische Geräte, was ich allerdings langweilig fand. Durch einen Freund, der einen Mitarbeiter brauchte, habe ich 1988 eine Lehre als Buchhändler gemacht und in Buchhandlungen, Fachliteraturdiensten und Verlagen gearbeitet. 2001 habe ich mich mit einer eigenen Buchhandlung selbständig gemacht und den Schritt nie bereut.

 

Wie kann man Kinder zum Lesen bringen?

Wenn Eltern gerne lesen und vorleben, dass Bücher erfüllen, bereichern und Freude bereiten, ist das die beste Voraussetzung, Kinder zum Lesen zu bringen, aber keine Garantie, dass die Kinder wirklich viel und gerne lesen.

 

Sind Amazon und andere Online-Buchhändler eine große Konkurrenz für Buchgeschäfte?

Ja, Amazon und andere Internethändler sind ganz klar eine große Konkurrenz für Buchgeschäfte, da sich das Einkaufsverhalten geändert hat.

 

Was muss ein lokales Buchgeschäft bieten, um überleben zu können?

Der wichtigste Punkt ist eine eigene Website. Wir bieten den Service, dass Kunden online bestellen und vor Ort abholen können. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch ein Versand und das Runterladen von E-Books im Internet angeboten werden. Ein Buchhändler sollte großen Wert auf Kommunikation mit anderen Menschen und Kunden legen. Es ist von Vorteil, sich als Kulturveranstalter in Theater, Kabarett, Schulen und Kindergärten zu engagieren, sich vor Ort einzubringen. Die Kernkompetenz darf dabei nicht vergessen werden, ein gutes Sortiment und eine große Auswahl an Büchern ist wichtig.

 

Finden Sie, dass Buchmessen sinnvoll sind?

Buchmessen dienen heute weniger zum Einkaufen von Büchern. Sie bieten ein großes Fachpublikum, eine große Außenwirkung und sind ein Ort für Anregungen und interessante Gespräche mit Verlagsmenschen.

 

Was würden Sie Hobbyautoren empfehlen, die ihre Bücher veröffentlichen wollen?

Ich  würde Hobbyautoren empfehlen, die Erwartungen zu senken. Die Chance, einen bekannten Verlag zu finden, ist gering. Man muss sich überlegen, wie viel man bereit ist zu investieren, um selbst zu veröffentlichen.

Eine Mitgliedschaft im Verband deutscher Schriftsteller (VS) kann ich auch empfehlen.

 

Was halten Sie von Verlagen wie BoD (Books on Demand), die Bücher erst bei Bestellung drucken?

Eine gute und realistische Chance, sein eigenes Buch zu veröffentlichen. Es gibt leider einige Verlage, die Werbung machen mit "Verlag sucht Autoren" und sehr viel Geld für die Veröffentlichung verlangen, hohe Auflagen von 1000 Stück drucken, die sich nicht verkaufen, während die großen Verlage meist Zugangssperren haben und nur Bücher annehmen, die sehr gut sind oder einen wirtschaftlichen Nutzen versprechen. Eine weitere Alternative wäre, vor Ort eine Druckerei zu suchen, die eine kleine Auflage druckt.

Anmerkung von meiner Seite

Vor ein paar Jahren gab es bei BoD eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren und monatliche Datenhaltungskosten. Die Vertragslaufzeit wurde dann erst auf 2 Jahre, später auf 1 Jahr gekürzt und die Datenhaltungskosten gestrichen. Also durchaus von der Kostenseite eine empfehlenswerte Variante, wenn man keine hohe Erwartungen betreffend Buchverkäufen hat. Die neuen günstigeren Konditionen gelten allerdings nur für neue Autoren bzw. neue Bücher.

 

Wie ist Ihre Meinung zu Indie-Autoren und Selbstverlegern?

Auch eine Alternative, sein Buch zu veröffentlichen. Dabei muss man nur bedenken, dass das nicht die Qualität des Buches steigert. Große Verlage haben ein Lektorat, helfen dem Autor das rüberzubringen an den Leser, was er sagen will, und haben ein besseres Image.

 

Mögen Sie Buchtrailer und glauben Sie, dass sie etwas nützen?

Ich erhalte von Verlagen regelmäßig Buchtrailer und schaue immer weg, weil sie mich nerven.

 

Welche Aktionen planen Sie in Ihrem Buchladen?

Ich plane

Was sind Ihre Gedanken zum Welttag des Buches am 23. April?

Wir haben eine Inflation an Gedenktagen. Den Welttag des Buches gibt es in vielen Ländern, seit 1997 auch in Deutschland.  An diesem Tag gibt es viele Aktionen und Events rund um Bücher wie z. B. "Ich schenk dir eine Geschichte" von der Stiftung Lesen. Die bundesweite Vermarktung des Tages ist nicht immer gut.

 

Vielen Dank Herr Strauß für Ihre Antworten. Ich wünsche mir für Sie und auch für mich, dass Bücher nie aussterben werden.

 

Und wer möchte als Nächster von mir interviewt werden?

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Claudias praktischer Ratgeber Interview mit mir

Interview mit mir im Blog ABS-Lese-Ecke

Ann-Bettina Schmitz im Interview mit Claudia Dieterle
Interview im Blog ABS-Lese-Ecke

Die ABS-Lese-Ecke von Ann-Bettina Schmitz ist ein Blog für alle, die gerne lesen oder schreiben.

 

Ann-Bettina

  • schreibt Buchrezensionen 
  • stellt Bücher vor
  • veranstaltet Blogparaden
  • präsentiert monatlich den Blog des Monats
  • erzählt aus ihrem Schreib-Alltag
  • veröffentlicht eigene Kurzgeschichten
  • nimmt an Challenges teil
  • macht Interviews mit Autoren

Das Interview mit mir  "Interview mit Claudia Dieterle, Autorin verschiedener Ratgeber" ist hier zu lesen. Ein Besuch im Blog lohnt sich für alle Bücherwürmer und Leseratten.

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